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Wie schwitzt es sich in Russland? Internationale Saunakulturen im Überblick

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Geschrieben von 2012-09-13
Zuletzt aktualisiert am 2018-09-2929.09.2018
Assedo2011 - flickr.com (CreativeCommons)

In großen Thermen und Wellnessanlagen gibt es oft viele verschiedene Saunaarten zu entdecken. Erdsauna, Banja, Caldarium, Rauchsauna, Schwitzhütte, Salzsauna oder Steinsauna: Die Angebote variieren und haben oft phantasievolle Namen. Die Hauptunterschiede sind dabei die jeweilige Höhe der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit. Scheuen Sie sich nicht, alles einmal auszuprobieren, um Ihre persönlichen Favoriten zu finden. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Saunaformen vor.

Die Finnische Sauna

Sie ist die klassische Form und wird in Deutschland am häufigsten genutzt. Temperaturen von 80 bis 90 Grad sind normal, zuweilen geht es sogar noch höher hinaus. Die Luftfeuchtigkeit wird dagegen gering gehalten und bewegt sich unter zehn Prozent. Nur so kann man den Aufenthalt in der heißen Kabine längere Zeit aushalten. In Skandinavien ist diese Sauna zuhause und sowohl in Finnland wie auch in Schweden gehört das gemeinsame Saunieren zur gesellschaftlichen Kultur. Eine kleine Hütte vor dem Haus und ein See daneben – das ist finnische Sauna, wie sie sein sollte. Birkenzweige, mit denen die Haut sanft zur Durchblutungsanregung gepeitscht wird sowie der Löyly, ein „Gluthauch“, der durch einen kräftigen Aufguss entsteht, sind unverzichtbar für die finnische Sauna.

Das Hamam

Im türkischen Dampfbad herrschen Temperaturen bis 45 bis 50 Grad. Traditionell ist das Hamam eine Reinigungs- und eine Begegnungsstätte, die in verschiedene Bereiche aufgeteilt ist. Nach Geschlechtern getrennt genießt man Wasseranwendungen, entspannt im Dampfbereich oder lässt sich vom Tellak (einem Masseur) traditionell behandeln. Auch entspannte Gespräche bei einem Glas Tee gehören zur Hamam-Zeremonie dazu. Wenn in einem deutschen Wellness-Center von einem Hamambereich die Rede ist, so kann man im Allgemeinen einen Saunabereich mit niedrigen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit erwarten.

Die Banja

Auch in Russland hat man das Schwitzen zur Kunst entwickelt. Mit Temperaturen ab 80 Grad ähnelt die Banja der finnischen Sauna und auch kräftige Auspeitschungen mit eingeweichten Birkenzweigen kennt man hier. Wie im arabischen Raum wird auch hier geschlechtergetrennt geschwitzt. Die Luftfeuchtigkeit wird durch häufige Aufgüsse allgemein hoch gehalten, wobei Alkohol eine beliebte Zugabe im Aufgusswasser ist. Wodka oder Bier schwängern aber nicht nur die Luft, sondern werden von erprobten Banja-Nutzern oft auch während der Saunagänge reichlich genossen. Schließlich gehört Wodka zu erfolgreichen Geschäftsverhandlungen dazu und die werden nicht selten in russischen Banjas geführt.

Bio-Sauna

In moderne Wellnessanlagen findet sich oft auch eine Biosauna. Hier entspannt man kreislaufschonend, da die Temperaturen mit rund 55 Grad deutlich niedriger sind als in der finnischen Sauna. Eine Luftfeuchtigkeit von 40 bis 50 Prozent machen Aufgüsse überflüssig. Doch auch hier muss man nicht auf wohltuende Zusätze in der Luft verzichten: Die ätherischen Öle verteilen sich in der feuchten Atmosphäre sehr gut. Da der Kreislauf in der Bio-Sauna nicht so sehr strapaziert wird, kann man den Aufenthalt in einer Kabine ruhig bis auf eine halbe Stunde ausdehnen. In einigen Saunaanlagen wird das Schwitzen in der Biosauna auch gleichzeitig mit einer Licht- oder Klangtherapie verbunden.

Die Infrarotsauna

Sie ist die moderne Schwester der traditionellen Sauna. Hier wird nicht durch Erwärmung der Luft geschwitzt, sondern durch Bestrahlung mit Infrarotlicht. Die Kabine selbst bleibt also verhältnismäßig kühl, nur der Körper selbst wird erwärmt. So ist in der Saunakabine kein Ofen nötig und die Luftfeuchtigkeit bleibt im normalen Bereich. Es gibt positive Stimmen, die von dem niedrigen Energieverbrauch und der Wirkung bei Hautproblemen begeistert sind, andere sind den Strahlen in einer Infrarotkabine gegenüber eher skeptisch eingestellt.

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