Anzeige
Anzeige
Sie kennen uns vielleicht auch aus:
Anzeige

Warum Sauna so gesund ist und wie man die Schwitzkur richtig durchführt

Anzeige
Geschrieben von Petra Milde , Freie Gesundheitsautorin
Zuletzt aktualisiert am 29.09.2016

Jeder Gegenstand passt sich der Temperatur in seiner Umgebung an. Das ist ein thermodynamischer Vorgang, da ein Gesamtsystem immer bestrebt ist, ein Gleichgewicht herzustellen. Sprich: Berühren sich ein warmer und ein kalter Gegenstand, so wird solange Energie ausgetauscht, bis beide die gleiche Temperatur haben.

Wie wirkt die Sauna?

Beim Betreten der Saunakabine wird unser Körper nun mit einer deutlich heißeren Umgebung konfrontiert als es seiner eigenen Temperatur entspricht. Rein thermodynamisch gesehen müsste sich unser Körper nun stark erwärmen – wären da nicht die hochentwickelten Vorgänge in unserem Körper, die dem sofort versuchen entgegenzuwirken. Hohe Temperaturen über 40° C sieht der Körper nämlich als Bedrohung an, da unser Körpereiweiß in Gefahr gerät auszuflocken. Über 41,8° C besteht absolute Lebensgefahr. Die Schweißdrüsen werden deshalb aktiv und überziehen den Körper mit einer dünnen Schicht Feuchtigkeit – Verdunstungskühle entsteht.

Doch so sehr sich unser Körper auch bemüht, er kann die innere Erwärmung um ein bis zwei Grad während eines Saunaganges nicht verhindern. Durch diese Hitze weiten sich die Blutgefäße, wodurch der Blutdruck in Folge sinken würde, wenn jetzt nicht das Herz durch stärkeres und schnelleres Pumpen für mehr Pumpleistung sorgen würde. Gesunde Herzen haben damit keine Mühe, doch wer an Herzerkrankungen leidet, sollte aus diesem Grund vor dem Saunieren seinen Arzt befragen.

Training für die Blutgefäße

Wie das Schwitzen gehört zum Saunagang der anschließende Kältereiz. Beenden wir den Saunagang und konfrontieren unseren Körper mit kalter Luft, so ziehen sich die Blutgefäße zusammen, um einer zu großen Auskühlung entgegenzuwirken. Kaltes Duschen beschleunigt dieses Zusammenziehen. Es ist also quasi ein Training unserer Blutgefäße und unseres Kreislaufsystems, dass durch die großen Temperaturschwankungen angeregt wird. Und was bewirkt jedes konsequente Training? Der nächsten Herausforderung kann schneller und effektiver begegnet werden! Belasten wir also unser Kreislaufsystem und unser Herz künftig durch Anstrengungen oder Krankheiten, so kann es damit besser fertig werden.

Durch die stärkere Durchblutung von Muskeln, Schleimhäuten und Haut während der Hitzephase werden außerdem Schadstoffe und Schlacken ausgeschieden. So wird nicht nur das Hautbild verbessert. Auch die Gefahr, einen Muskelkater zu bekommen, kann durch Saunieren nach großer Anstrengung deshalb deutlich verringert werden, da überschüssige Milchsäure schneller abgebaut wird.

Wie macht man es richtig?

Die 10 goldenen Saunaregeln

Beim ersten Besuch in der Sauna möchte man nicht unbedingt gleich unangenehm auffallen oder den Besuch nicht genießen können, weil man etwas nicht recht versteht. Also scheuen Sie sich nicht, andere Saunabesucher zu fragen, wenn Ihnen etwas unklar ist: Saunagänger sind entspannte Leute und helfen gerne! Manches jedoch sollten Sie schon vorher wissen, damit Sie sich mit dem nötigen Equipment versorgen können und auch gesundheitlich keine Risiken eingehen. Um dem Saunabaden mit Haut und Haaren zu verfallen, genügt meist schon ein einziger Schnupperbesuch. Wer bisher noch nie in der Sauna war, ist oft unsicher, was es zu beachten gilt, welche gesundheitlichen und welche Verhaltensregeln man beachten sollte. Wir haben die wichtigsten Infos im Überblick für Sie zusammengestellt.

1. Trocken und ausgeruht in die Sauna gehen

Verzichten Sie vor dem Saunabesuch unbedingt auf schwere Mahlzeiten. Wenn Sie vorher Sport getrieben haben, warten Sie, bis sich Ihr Puls beruhigt hat. Bevor Sie die Sauna betreten, duschen und seifen Sie den Körper ab. Dann trocknen Sie sich gut ab. Nasse Haut braucht wesentlich länger, bis sie schwitzt. Planen Sie im übrigen rund zwei Stunden für Ihren Saunabesuch ein.

2. Bitte freimachen

Bademäntel und Badeschlappen ziehen Sie vor der Kabine aus, Brillen legen Sie in die vorgesehenen Ablagen. Auf Schmuck sollten Sie in der Sauna sowieso verzichten, da er sehr heiß wird.

3. Rückenlage einnehmen

In der Kabine legen Sie sich auf Ihr Saunatuch. Wenn es zu wenig Platz gibt, bleiben Sie sitzen. Auf den oberen Bänken ist es am heißesten. Als Anfänger bleiben Sie also am besten auf den unteren Bänken. Beobachten Sie, wie ihr Herzschlag ruhiger wird und entspannen Sie sich. Während der letzten 2 Minuten sollten Sie sich aufsetzen, um Ihren Kreislauf zu stabilisieren.

4. Ruhig bleiben

In der Sauna geht es ruhiger zu. Achten Sie darauf, wenn Sie zu zweit oder in der Gruppe saunieren, andere Schwitzgenossen nicht mit lauten und erregten Gesprächen zu stören, wenn sie nicht alleine in der Kabine sind.

5. Bei Aufguss: Geduld!

Betreten Sie die Kabine nicht, wenn dort gerade ein Aufguss gemacht wird (in der Regel hängt dann außen ein Schild) und verlassen Sie sie auch währenddessen nur, wenn es Ihnen nicht gut geht. Wenn die Tür geöffnet wird, entweicht sonst die extra erzeugte Luftfeuchtigkeit.

6. Nicht zu lange schwitzen

Anfängern genügen 10 Minuten Aufenthalt in der Hitze, Saunaerfahrene bleiben meist 15 bis 20 Minuten. Generell gilt: Wenn es Ihnen unwohl wird oder Ihnen die Hitze unangenehm wird, gehen Sie hinaus. 

7. Viel trinken - vor und nach dem Saunagang

Trinken sollten Sie ausreichend vor und nach dem Saunieren, denn Sie verlieren rund 1,5 Liter Flüssigkeit. Zwischen den einzelnen Saunagängen sollten Sie darauf verzichten, damit Sie Ihren Körper nicht überfordern und ihm Gelegenheit zum Entschlacken geben.

8. Nicht sofort ins kalte Wasser springen

Nach dem Verlassen der Saunakabine sorgen Sie durch einige Schritte an der frischen Luft für Sauerstoffnachschub und sanfte Abkühlung. Danach gießen Sie sich lauwarmes bis kaltes Schwallwasser über Arme und Beine oder duschen sich ab. Dass man unbedingt sofort ins eiskalte Wasser springen muss, ist nicht richtig. Im Gegenteil: Dadurch verengen sich die oberflächlichen Blutgefäße und die Hitze wird schlechter aus dem Körperinneren abgeleitet. Wenn es Ihnen gut tut, steht aber einem anschließenden Sprung ins kalte Tauchbecken nichts im Weg. Generell gilt: Hören Sie auf Ihren Körper.

9. Ruhezeiten einhalten

Nach den einzelnen Saunagängen sind Entspannungspausen angesagt. Nehmen Sie auf einer Ruheliege Platz und legen Sie die Füße hoch. Dösen oder lesen Sie, ganz wie es Ihnen beliebt. 15 Minuten, besser noch eine halbe Stunde, sollten die Pausen zwischen den Saunagängen dauern.

10. Auf Duschgel verzichten

Wenn Sie den Saunabesuch nach zwei bis maximal drei Gängen abschließen, verzichten Sie beim Duschen auf das Verwenden von Duschgel – Ihre Haut ist sauber und jetzt sehr empfindlich. Besser ist es, anschließend eine pflegende, sanfte Lotion aufzutragen, die den Schutzmantel der Haut unterstützt.

Das könnte Sie auch interessieren:

Kräutermedizin, bzw. Phytotherapie kann Volksheilkunde oder Wissenschaft sein, je nachdem auf welche Kriterien sie sich stützt, um...

Könnte man in die unzähligen Pflanzen unseres Planeten hineinsehen, würde sich ein unendliches Meer von biochemischen Substanzen entpuppen, die irgendeine Wirkung auf unseren Körper haben...