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Die Qualität pflanzlicher Wirkstoffe

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Geschrieben von Morgana Hack , Ärztin und Ayurvedaärztin
Zuletzt aktualisiert am 06.08.2013

Der Weg der Heilpflanze zum Verbraucher

Wir nehmen Heilpflanzen ein zur Behandlung zahlreicher Beschwerden: als Kräutertee, Frischpflanzenpresssaft, als Tinktur, Kräuterwein, als Tabletten, Dragees, Kapseln, äußerlich als Öl, als Badezusatz und sogar als Pflaster. All diese Mittel enthalten einen pflanzlichen Wirkstoff. Klar, sie sollen wirken, und zwar auf pflanzlicher Basis. 

Fragen zu pflanzlichen Medikamenten
  • Wer garantiert, dass in der Tablette auch wirklich der pflanzliche Wirkstoff Weidenrinden-Extrakt enthalten ist, der zur Behandlung von Kopfschmerzen beschrieben wird? Wer kontrolliert die Qualität dieser pflanzlichen Wirkstoffe?
  • Wie wird eine gute Qualität sichergestellt - von der Sammlung oder vom Anbau über die Ernte bis zur Trocknung und Lagerung und zur Weiterverarbeitung?
  • Wie passt die große Weide in die kleine Tablette? Und woher weiß man, dass immer gleich viel Weidenrinden-Extrakt in der Tablette ist?
  • Was hat moderne Labortechnik mit Heilpflanzen zu tun?
  • Wie kann man als Laie aus der Fülle der Produkte am Markt das richtige auswählen?
  • Wer kontrolliert die Qualität von Nahrungsergänzungsmitteln?
  • Was ist besser - Kamillenblüten lose in der Apotheke zu kaufen als Kamillenteebeutel im Supermarkt in den Einkaufswagen zu legen?

Was ist ein pflanzlicher Wirkstoff?

Eine Heilpflanze wird geerntet, getrocknet und weiterverarbeitet. Dabei sammelt man nie die ganze Heilpflanze, man sammelt Baldrianwurzel, Kamillenblüten, Fenchelfrüchte oder Weidenrinde. Dieser Teil der Heilpflanze ist in der modernen Naturheilkunde (Phytotherapie) der pflanzliche Wirkstoff. Es handelt sich also nicht um einen isolierten Wirkstoff wie bei chemischen Arzneimitteln. Der pflanzliche Wirkstoff bezeichnet die Gesamtheit des Heilpflanzenteils (z.B. Weidenrinde), der wiederum viele verschiedene Inhaltsstoffe enthalten kann. Dieser pflanzliche Wirkstoff kann als Ausgangsmaterial in geschnittener Form vorliegen, zur Herstellung eines Kräutertees. Dann spricht man auch von Arzneidroge, denn „Droge“ hat überhaupt nichts mit Sucht zu tun. Das Wort Droge kommt ursprünglich von „trocken“. Der getrocknete Teil der Heilpflanze ist somit die Arzneidroge, zum Beispiel geschnittene Weidenrinde.

Dieses Ausgangsmaterial kann weiterverarbeitet werden zum Trockenextrakt (Weidenrinden-Extrakt), der auch als pflanzlicher Wirkstoff gilt. Dieser wird weiterverarbeitet zum pflanzlichen Fertigarzneimittel und wird etwa in die Form einer Tablette gepresst. Das hat viele Vorteile. Die Tablette ist haltbar, passt in die Handtasche und kostet keine Zeit wie etwa die Zubereitung eines Weidenrindentees.

Es gibt eine „Standardisierung“ und eine sehr genaue Qualitätskontrolle, wenn es um die Herstellung und Weiterverarbeitung pflanzlicher Wirkstoffe geht - ob zum Verkauf als Kräutertee oder als fertige Kräutertablette. Handelt es sich um ein pflanzliches Arzneimittel oder eine Arzneidroge so sind diese strikten Bestimmungen gemäß des PhEur unterworfen. PhEur ist die Abkürzung für das Europäische Arzneibuch. Ihm untergeordnet ist das Deutsche Arzneibuch (DAB), das auch eine Qualitätskontrolle pflanzlicher Wirkstoffe enthält.

Etwas anders sieht es bei Medizinprodukten und Nahrungsergänzungsmitteln mit Heilpflanzen oder Heilpflanzen als Lebensmittel (Pfefferminztee, Pfefferminzbonbon) aus. Die Qualität dieser Produkte kann ganz unterschiedlich sein. Der Hersteller, der oft im Ausland sitzt bestimmt hier die Kriterien für die Qualität.

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