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Grüne Hausapotheke: Grundrezepte für Hausmittel mit Heilpflanzen

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Geschrieben von 2011-08-16
Zuletzt aktualisiert am 2018-06-1212.06.2018

Heilpflanzen individuell anwenden

Heilpflanzen können sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden, um in den Genuss ihrer positiven Effekte auf die Gesundheit zu kommen. Dabei werden je nach Darreichungsform die Wirkstoffe durch verschiedene Verfahren herausgelöst und nutzbar gemacht. Wie Heilpflanzen zu Tees, Tinkturen oder Ölauszügen verarbeitet und schließlich angewendet werden können, das verrät Ihnen dieser Artikel.

Tee und Aufguss
Für einen Teeaufguss werden die jeweiligen Pflanzenbestandteile, also die getrockneten und zerkleinerten Blätter, Stängel oder Blüten mit kochendem Wasser aufgegossen und bis zu zehn Minuten stehengelassen. Dabei rechnet man ungefähr einen Teelöffel Pflanzendroge auf etwa 150 ml Wasser. Anschließend wird der Aufguss durch ein Sieb gegeben. Tees können nicht nur getrunken werden, ihre heilenden Wirkungen können sich auch als Waschungen oder in Bädern entfalten.
Tinktur
Eine Tinktur ist ein Extrakt, der mithilfe von hochprozentigem Alkohol (für den Hausgebrauch meist Wodka oder Doppelkorn) hergestellt wird. Dies ist die einfachste Art, Pflanzenextrakte zu konservieren. Der Alkohol löst die Wirkstoffe heraus und macht sie haltbar. Das Verhältnis von Droge, also dem Heilpflanzenanteil, und Alkohol ist in Arzneibüchern festgelegt und beträgt im Allgemeinen 1:10 bis 1:5. Dabei ist wichtig, dass die Pflanzenteile möglichst klein geschnitten werden. Gut verschlossen und dunkel gelagert kann eine Tinktur bis zu einem Jahr aufbewahrt werden. Tinkturen können innerlich (mit Wasser oder Tee gemischt) oder äußerlich in Kompressen, Umschlägen, Salben oder Bädern angewendet werden. Dabei ist darauf zu achten, dass sie die Haut austrocknen und reizen können. Deshalb müssen sie stark verdünnt werden. Bei kleinen Hautstellen (Insektenstiche, Pusteln) kann die Tinktur auch pur aufgetupft werden.
Auszugsöl
Durch Ansetzen von frischen oder getrockneten Kräutern über mehrere Wochen in hochwertigem kaltgepresstem Pflanzenöl entzieht das Öl den Heilkräutern die wertvollen Wirkstoffe und lässt sich dann zum äußerlichen Einreiben und Massieren nutzen. Durchblutung, Erwärmung und Wundheilung sind die Hauptziele dieser Öle. Für den Auszug eignen sich Samenöle wie Sonnenblumen, Distel-, Mandel- oder Olivenöl. 10 g getrocknete oder 20 g frische Pflanzenteile werden mit 90 g Pflanzenöl aufgegossen und zwei bis drei Wochen stehengelassen. Anschließend filtrieren und bis zu einem Jahr kühl aufbewahren.
Ätherisches Öl
Durch Wasserdampfdestillation wird Heilpflanzen das ätherische Öl entzogen, das sowohl innerlich tropfenweise in Tee oder Wasser angewendet wird, als auch als Zusatz zur Inhalation oder äußerlich zum Einreiben. Bekannt ist beispielsweise Pfefferminzöl bei Atemwegsinfekten, Kopfschmerzen oder Magenproblemen.
Presssaft
Als Natur pur bezeichnen manche den Saft, den man beim mechanischen Auspressen der Pflanzen erhält. Zur Keimabtötung wird er kurz erhitzt. Als Hustensaft ist Presssaft beispielsweise sehr beliebt (Thymian), auch gegen depressive Stimmungen und Unruhe (Johanniskraut) oder zur Stärkung von Herz und Kreislauf (Weißdorn). Er ist nicht lange haltbar, maximal 2-3 Wochen im Kühlschrank.
Trockenextrakt
In Tabletten- Dragee- oder Pulverform werden fast alle Heilpflanzen getrocknet und zerkleinert zur oralen Anwendung angeboten. Diese Extrakte sind hochkonzentriert und lassen sich gemäß der Anweisung sehr genau und bequem dosieren. Je nach Bedarf können die Heilkräuter dabei auch gezielt gemischt werden.
Wickel, Auflagen und Kompressen
Bei einem Wickel kommt nicht nur die benutzte Heilpflanze zur Wirkung, sondern auch Wärme, Kälte, Trockenheit, Feuchtigkeit – je nach Charakter des Wickels. Tücher (meist Leinen, Baumwolle) werden um den zu behandelnden Körperteil gewickelt, die innerste Schicht trägt dabei die Wirksubstanz. Dafür können Auszüge, Tinkturen oder Öle verwendet werden oder auch die Pflanze selbst. Durch weiteres Umwickeln wird fixiert. Ist es eine kleine Auflagefläche, kann statt eines Wickels auch zu einer Kompresse oder einer Auflage gegriffen werden. Sehr bekannt sind Wadenwickel bei Fieber (Pfefferminze hilft bei der Kühlung), Zwiebelpackungen bei Ohrenschmerzen oder Quarkwickel bei Entzündungen oder Prellungen.
Quellen:
  • Praxis-Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde, Ursel Bühring, 3. Auflage, Haug Verlag Stuttgart
  • Leitfaden Phytotherapie, Schilcher Kammerer Wegener, 4. Auflage, Urban&Fischer München
  • PDF der Uni Duisburg Essen zum Thema Phytotherapie  Link
 

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