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Unruhe und Schlaflosigkeit

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Geschrieben von Morgana Hack , Ärztin und Ayurvedaärztin
Zuletzt aktualisiert am 05.02.2013

Ruhige Nächte dank Kräutertee&Co

Gerade wenn Kinder unter nervösen oder psychosomatischen Beschwerden leiden, vertrauen Eltern häufig auf natürliche Wirkstoffe. Nicht zu Unrecht: Chemische Schlafmittel wie Benzodiazepine haben hohes Suchtpotenzial und teilweise heftige Nebenwirkungen und sind für Kinder daher ganz und gar ungeeignet. Zum Glück finden sich in der Natur viele wirksame Helferlein, die der ganzen Familie wieder ruhigere Tage und Nächte bescheren können. Natürlich darf man zuallererst die Ursachenforschung nicht vergessen – sprechen Sie viel mit Ihrem Kind!

Folgende Heilpflanzen können bei Nervosität, Herzklopfen, Unruhe, Konzentrationsmangel, Ängsten, Ein- und Durchschlafstörungen und nervösen Magenbeschwerden angewandt werden:

Baldrianwurzel

Bei Unruhe und Einschlafstörungen ist Baldrian der Klassiker, auch für die Kleinen. In der Kinderheilpraxis wird Baldrianwurzel zudem bei nervöser Reizblase und Bettnässen empfohlen.

Hopfenzapfen

Einsatzgebiete von Hopfen sind Unruhe, Ängste und Schlafförderung. Wie Baldrian werden Hopfenzapfen auch bei Reizblase und Bettnässen empfohlen.

Passionsblumenkraut

Ängstliche Anspannung, Furcht, Schlaflosigkeit, Herzklopfen, nervöse Schweißausbrüche reduzieren sich unter Einnahme von Passionsblumenkraut. Gut für den Zappelphilipp und bei Schul- und Prüfungsstress!

Melissenblätter

Ätherische Öle, Rosmarinsäure, Triterpensäuren und Flavonoide sind in Melissenblättern enthalten. Bei Einschlafstörungen und nervösen Magenbeschwerden kommen sie zum Einsatz, bei Kindern jedoch nie als hochprozentiger „Melissengeist“, sondern als Melissenblättertee.

Lavendelblüten

Die blauen Blüten des Lavendels sind nicht bloß hübsch anzusehen: Ihre ätherischen Öle wirken beruhigend, verdauungsfördernd und angstlösend. Wie Melisse eignet sich Lavendel gut, um Angst- und Unruhezustände zu lösen, die auf den Magen schlagen.

Johanniskraut

Bei gedrückter Stimmung, zur Beruhigung und zur Angstlösung wird Johanniskraut eingesetzt. Aufgrund seines wirksamen Inhaltsstoffs Hypericin wird es bei leichten bis mittelschweren Depressionen verordnet. Auch bei Reizblase und Bettnässen soll es hilfreich sein. Während der Anwendung sollte das Kind die direkte Sonne meiden, denn Johanniskraut macht lichtempfindlich!

Fertigpräparate

Manche Heilpflanzen wie Baldrian oder Hopfen sind als Tee zubereitet nicht zu genießen. Baldrianwurzel, Hopfenzapfen, Melissenblätter und Passionsblumenkraut gibt es in diversen Kombinationen als Fertigpräparate auch für Kinder in der Apotheke. Besteht eine leicht- bis mittelgradige Depression beim Kind, kann der Arzt ein Johanniskrautpräparat in einer altersgerechten Dosierung verordnen.

Baldrian und Melisse sind außerdem als Frischpflanzenpresssaft erhältlich. Da diese Säfte Kindern oft nicht besonders gut schmecken, kann man sie zum Beispiel mit rotem Traubensaft mixen.

Beruhigungstee für Kinder
Ein Kräutertee mit Lavendel und Melisse wirkt beruhigend und sorgt für einen ruhigen Schlaf, wenn er kurz vor dem Zubettgehen eingenommen wird.

Benötigte Zutaten

3 Teile Lavendelblüten, 3 Teile Melissenblätter, 3 Teile Passionsblumenkraut, 1 Teil Johanniskraut

So geht's

Zutaten mischen, 1 TL Teemischung mit 200 ml kochendem Wasser übergießen. Zehn Minuten ziehen lassen, absieben. Geben Sie Ihrem Kind je nach Alter 1 bis 3 Tassen pro Tag oder 1 Tasse vor dem Schlafengehen zu trinken.

Äußerliche Anwendung: Ein Hopfenkissen oder ein Lavendelduftsäckchen im Bett kann eine hervorragende Einschlafhilfe für Babys und Kleinkinder sein. Beruhigungsbäder sind beliebt. Badezusätze mit den Heilpflanzen-Extrakten aus Baldrianwurzel, Hopfenzapfen, Melissenblättern und Lavendelblüten sind in der Apotheke erhältlich.

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