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Husten, Schnupfen, Heiserkeit

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Geschrieben von Morgana Hack , Ärztin und Ayurvedaärztin
Zuletzt aktualisiert am 05.02.2013

Erkältungskrankheiten bei Kindern natürlich behandeln

Die Nase ist rot und läuft, das Kind quengelt, die Stirn fühlt sich heiß an. Babys und Kinder (und ihre Eltern) haben im Laufe ihrer Entwicklung des öfteren mit Erkältungen und Atemwegskrankheiten zu tun. Heilpflanzen können nicht nur Beschwerden lindern, sondern auch dem Immunsystem helfen, die Krankheitserreger selbst unschädlich zu machen.

Immunabwehr stärken mit Echinacea, Fiebersenken mit Weidenrinde

Bei den ersten Erkältungsanzeichen bietet sich Echinacea purpurea an. Kinder mögen den Frischpflanzenpresssaft, die Tagesdosis beträgt 6-9 ml. Für Kinder ab 2 Jahren sind auch Lutschpastillen erhältlich. Den Sonnenhut sollte man zur Unterstützung der Abwehrkräfte aber nicht länger als 6 Wochen geben.

Aus Weidenrinde und Mädesüßblüten wird ein Fiebertee hergestellt. Gut eignet sich die Kombination mit Lindenblüten und Holunderblüten. Weidenrinde und Mädesüßblüten enthalten Salicylate, eine Vorstufe der Acetylsalicylsäure, das wir als „Aspirin“ kennen. Sie können bei Fieber, Gliederschmerzen und Kopfschmerzen hilfreich sein. Weidenrinden-Extrakt bekommt man auch als Dragees in der Apotheke. Holunderblüten- und Lindenblütentee hat eine schweißtreibende Wirkung, was das Fieber senken kann. 

Fiebertee
Bei hohem Fieber kann man sich die schweißtreibende Wirkung verschiedener Heilkräuter zunutze machen.

Benötigte Zutaten:

2 Teile Holunderblüten, 2 Teile Lindenblüten, 1 Teil Mädesüßblüten, 3 Teile Weidenrinde, 1 Teil Pfefferminzblätter

So geht's

In der Kinderheilkunde nimmt man für eine Tasse Kräutertee 1 Teelöffel einer Teemischung. Mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. Möglichst heiß bis zu dreimal am Tag eine Tasse zu trinken geben.

Was hilft bei Schnupfnase und Halsschmerzen?

Um die verstopfte Nase zu befreien, sind ätherische Öle hilfreich. Für Babys und Kleinkinder genügt es, eine Aromalampe mit Eukalyptusöl, Kiefernadelöl und Pfefferminzöl in den Raum zu stellen. Die ätherischen Öle kann man auch als Salbe zum Einreiben von Brust und Rücken verwenden. Bei Kindern unter 2 Jahren niemals ätherische Öle im Gesicht oder unter der Nase anwenden! Dies löst den Kratschmer-Reflex aus, der zum Kehlkopf-Krampf bis hin zum Ersticken führen kann. Die altbewährten Kamillenblüten mit dem entzündungshemmenden Inhaltsstoff alpha-Bisabolol dürfen bei Erkältungskrankheiten nicht zu kurz kommen, ob als Kamillentee, Kamillendampfinhalation oder Nasenspray mit Salz und Kamillenlösung.

Halsschmerzen lassen sich zum Beispiel mithilfe von Salbei lindern. Hierzu eignet sich ein Salbeitee oder eine Gurgellösung, für die man 20 Tropfen Salbeitinktur in ein Glas Wasser gibt. Bei Heiserkeit und Reizhusten legen sich Lutschpastillen aus Isländisch Moos wie ein Schutzfilm über die entzündete Rachenschleimhaut. Trockener Reizhusten kann mit den Schleimstoffen aus Eibischwurzel und Eibischblätter-Extrakt gelindert werden. Gegen Husten mit Kratzen im Hals hilft ein Tee aus Thymianblättern, Süßholzwurzel, Wollblumen und Spitzwegerichblättern. Der Frischpflanzenpresssaft aus Spitzwegerichblättern wird gern von Kindern angenommen.

Das Abhusten zähen Schleims erleichtert der Efeu. In seinen Blättern ist der wirksame Inhaltsstoff alpha-Hederin enthalten, der den Schleim verflüssigt und die Bronchien entkrampft. Deshalb kann Efeublätter-Extrakt auch begleitend zur schulmedizinischen Behandlung von Keuchhusten angewandt werden. Efeublätter-Extrakt gibt es als Hustensaft für Kinder in der Apotheke. Bei Keuchhusten keine ätherischen Öle anwenden, diese können die Krämpfe (Bronchialspasmen) verstärken! Bei stärkeren Hustenanfällen, die dem Kind nachts den Schlaf rauben, muss allerdings auf Noscapin (ein natürlicher Bestandteil von Opium aus Schlafmohn) für Babys ab 6 Monaten zurückgegriffen werden, das vom Arzt verordnet werden muss.

Kinder mögen Heilpflanzen – nicht nur als Hustensirup. Sind die Kinder wieder gesund, kann es ihnen viel Vergnügen bereiten, selbst Heilpflanzen zu sammeln wie Kamillenblüten im Feld, oder Spitzwegerichblätter auf der Wiese.

 

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