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Hautkrankheiten beim Kind

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Geschrieben von Morgana Hack , Ärztin und Ayurvedaärztin
Zuletzt aktualisiert am 05.02.2013

Hautkrankheiten beim Kind

Kinderhaut braucht besondere Pflege. Nicht alle Produkte, auch nicht alle Naturprodukte werden von Babys oder Schulkindern vertragen. Zwar gibt es auch eine Reihe von Heilpflanzen, die potenziell Allergien auslösen können, einige pflanzlichen Wirkstoffe können aber zur Pflege von Babyhaut oder Behandlung von Hauterkrankungen und Entzündungen bei Kindern ruhigen Gewissens empfohlen werden. Welche das sind, für welche Symptome sie sich eignen und wie sie verwendet werden können, das verrät Ihnen dieser Artikel. Sollte sich die Hautkrankheit nicht bessern, zögern Sie nicht, einen Hautarzt aufzusuchen.

Heilpflanzen für die Hautpflege

Zur Pflege empfindlicher Haut von Säuglingen oder bettlägeriger Kinder sind Auszüge aus Kamillenblüten die erste Wahl. Entsprechende Kamillensalben oder -cremes gibt's in der Apotheke. Nur wer Pflanzenarznei aus der Apotheke bezieht, kann sicher sein, dass die entzündungshemmenden Inhaltsstoffe in wirksamer Menge enthalten sind.

Zur Pflege von Kinderhaut eigenen sich ferner Zauberstrauchblätter und –rinde (Hamamelis-Salben) und Ringelblumensalbe. Auch hier sollten die Produkte aus der Apotheke gekauft werden, denn selbstgesammelte Ringelblumenblüten könnten Allergien auslösen.

Was tun bei Windeldermatitis?

Leidet Ihr Kind unter einem Hautausschlag unter der Windel, sollten Sie einerseits Ihre Wickelmethode überdenken, andererseits können Sie unterstützend zur ärztlichen Behandlungen Heilpflanzen einsetzen. Auch hier bieten sich Kamillenblüten an. Die entzündete Haut kann im Kamillenblüten-Sitzbad gebadet oder vorsichtig mit verdünnter Kamillenlösung betupft werden. Nässt die Haut nicht mehr, kann Kamillenpuder oder eine Kamillensalbe aufgetragen werden. Ebenso können wässrige Auszüge von Stiefmütterchenkraut angewandt werden. Wichtig: Die Haut unter der Windel muss nach der Behandlung immer trocken sein!

Milchschorf und Neurodermitis natürlich behandeln

Milchschorf ist ein entzündlicher, schuppender Hautausschlag mit Krustenbildung auf dem Kopf des Babys in den ersten Lebensmonaten. Bei Kleinkindern oder Schulkindern kann es zur typischen Neurodermitis kommen. Je nach Stadium können Heilpflanzen helfen, die quälenden Beschwerden zu lindern. Entzündete Haut kann mit verdünnter Kamillenblüten-Tinktur behandelt, trockene Stellen können mit Kamillen- oder Johanniskrautöl-Creme versorgt werden. Nässende Stellen profitieren von einer Kamillen-Zinksalbe oder einer Hamamelis-Salbe. Um den Juckreiz zu lindern, kann ein Bad mit Haferstroh helfen.

Bei Neurodermitis innerlich eingenommen und als Salbe auf die Haut aufgetragen können Nachtkerzenöl und Borretschsamenöl aufgrund ihres hohen Gehalts an gamma-Linolensäure helfen.

Prellungen und Verstauchungen 

Ein blaues Schienbein, ein verstauchter Knöchel – das passiert bei Kindern im Eifer des Gefechts schon mal. Ist die Haut nicht verletzt, kann eine Beinwellwurzel-Paste oder Salbe abschwellend und heilend wirken. Beinwellwurzel-Extrakt aus der Apotheke kann äußerlich bedenkenlos auch für Kinder angewandt werden. Beinwell-Produkte aus anderen Quellen sollte man meiden, da sie krebserregende Stoffe enthalten könnten (Pyrrolizidinalkaloide).

Alternativ kann Rosskastaniensamen-Salbe mit seinem wirksamen Inhaltsstoff Aescin den Bluterguss abschwellen lassen.

Kamillenblüten zur Wundversorgung

Ist die Haut verletzt, etwa durch eine Schürfwunde und das Kind hat eine Jodallergie, kann zur Desinfektion eine Kamillenblüten- oder Schafgarbenblüten-Tinktur 1:2 verdünnt aufgetragen werden, zur späteren Wundpflege eignen sich Kamillen- oder Ringelblumensalben. Auch Johanniskraut eignet sich zur Wundbehandlung, außerdem zur Versorgung kleiner Verbrennungen oder von Sonnenbrand. Bei Insektenstichen hilft ein Frischpresssaft aus Spitzwegerich

Melissenblätter gegen Herpes

Lippenherpes kann durch Auftragen einer Salbe aus Melissenblätter-Extrakt gelindert werden. Nicht nur Linderung, sondern auch eine leichte Virushemmung kann der Melissenblätter-Extrakt bewirken. Das liegt vermutlich an den enthaltenen Phenolcarbonsäuren.

Zahnungshilfe

„Schau mal, mein Zahn wackelt!“ Das kann schmerzen und das Zahnfleisch kann sich entzünden. Kamillenlösung und Myrrhe-Tinktur können mit einem sterilen Wattestäbchen auf das wunde Zahnfleisch gepinselt werden, bis der Wackelzahn draußen ist und der neue Zahn herausgewachsen ist.

Quellen:
  • Phytotherapie in der Kinderheilkunde (H. Schilcher, W. Dorsch; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft)
  • Leitfaden Phytotherapie (H. Schilcher, S. Kammerer, T. Wegnener; Urban & Fischer Verlag)
  • Pharmakognosie, Phytopharmazie (Hänsel, Sticher; Springer Verlag)
  • Heilpflanzenpraxis heute (S. Bäumler; Urban & Fischer Verlag)
 

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