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Wechseljahresbeschwerden

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Geschrieben von Matthias Bastigkeit , Fachdozent für Pharmakologie/Medizinjournalist
Zuletzt aktualisiert am 06.05.2015

Die mittlere Lebenserwartung steigt stetig an. Mit dem Zugewinn an Jahren hat aber auch der Körper mehr Zeit, zu erkranken. In Deutschland werden Frauen im Durchschnitt etwa 80 Jahre und Männer etwa 73 Jahre alt. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts verstarben die Frauen häufig noch mit etwa 50 Jahren, also zu Beginn der Wechseljahre. Wenn Frauen jedoch heute ins Klimakterium eintreten, haben sie noch etwa ein Drittel ihres Lebens vor sich. In Deutschland leben zurzeit etwa 12 Mio. Frauen, die sich in den Wechseljahren befinden.

Nicht wenige Frauen sind skeptisch gegenüber den „chemischen Keulen“ und möchten Hormone durch sanfte Naturheilmittel ersetzen. Präparate mit Soja, Cimicifuga und Rotklee sind en vogue. Die darin enthaltenen Isoflavone wirken ansatzweise wie Östrogen, was hilfreich sein kann, da sich der Östrogenbedarf während des Klimakteriums erhöht. In Arzneimitteln finden sich Phytoöstrogene vorwiegend in Soja und Rotklee.

Soja – Asiens Waffe gegen das Klimakterium
Interessant ist, dass unter Hitzewallungen und anderen Symptomen 70 bis 85% aller westlichen Frauen leiden, aber in Japan beispielsweise nur fast jede zehnte Frau von Wechseljahresbeschwerden betroffen ist. Außerdem weisen diese Frauen eine deutlich geringere Rate an Brust-, Gebärmutter- und Darmkrebs auf, bekommen weniger Osteoporose, Arteriosklerose oder Demenzerkrankungen

Diese Unterschiede müssen entweder im Genmaterial oder in den anderen Ernährungs- oder Lebensgewohnheiten liegen. In Asien werden große Mengen Sojaprodukte und somit hohe Mengen an Isoflavonen verzehrt. Die darin enthaltenen Phyto-Östrogene haben signifikante biologische Wirkungen im Tierexperiment und beim Menschen gezeigt. Dies belegt auch die Tatsache, dass sich bei in andere Länder ausgewanderten Asiatinnen das Risiko für die genannten Erkrankungen wieder angleicht. Demnach kommt der traditionellen asiatischen Ernährung mit geringem Fettanteil, erhöhter Aufnahme von Faserstoffen und dem umfangreichen Verzehr von Soja eine Schlüsselrolle zu.

Bei vielen Frauen leidet die Lebensqualität unter Hitzewallungen. Eine Studie von Albertazzi, die 104 Frauen untersuchte, konnte feststellen, dass eine sojareiche Ernährung über sechs Monate die Hitzewallungen um 45% (Placebo 30%) reduziert. 

Besonders japanische Frauen haben in der Postmenopause ein niedrigeres Risiko, an Osteoporose zu erkranken und sich Frakturen zuzuziehen. Phytoöstrogene setzen die Aktivität der knochenabbauenden Osteoklasten herab und bewirken zusätzlich eine Stimulierung der knochenstärkenden Osteoblasten.

Schon vor 200 Jahren wurde die Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) von Indianern erfolgreich gegen Frauenkrankheiten eingesetzt. Sie wurde bereits 1743 in Europa in die Frauenheilkunde eingeführt und gehört heutzutage zu den besterforschten Phytotherapeutika in der Gynäkologie. 

Besonders in der Anfangsphase kann Cimicifuga die Beschwerden lindern. Es ist wichtig, dass die Arzneimittel das Vaginalepithel und das Knochenwachstum beeinflussen, das Wachstum der Uterusschleimhaut aber nicht anregen. Extrakte der Traubensilberkerze erfüllen diese Anforderung. Gerade bei einer langfristigen Anwendung wie bei Wechseljahresbeschwerden ist die Anwendungssicherheit eines Medikamentes von großer Bedeutung. Sicher ist auch, dass die Inhaltsstoffe der Traubensilberkerze das Wachstum von Brustkrebszellen nicht fördern.

Der Gynäkologe Prof. Osmers konnte in einer Studie mit etwa 300 Patientinnen die Wirkung der Traubensilberkerze bestätigen. Innerhalb von drei Monaten gingen Hitzewallungen zurück, der Psyche ging es besser. Je niedriger der FSH-Spiegel ist und je kürzer die klimakterischen Beschwerden bestehen, desto wahrscheinlicher ist der Therapieerfolg. Besonders Hitzewallungen, Schlafstörungen und Atrophie-bedingte Beschwerden wie Störungen bei der Sexualität, Probleme beim Wasserlassen und vaginale Trockenheit werden durch die Einnahme von Traubensilberkerzenextrakten gemildert. Auch emotionale Verstimmungen besserten sich bei den Patientinnen.

 
Rotklee als „Anti-aging-Agens“
Die im Rotklee (Trifolium pratense) enthaltenen Isoflavone wirken u.a. auf die Hormone Östrogen und Progesteron. Hitzewallungen, Schweißausbrüche werden gemindert, die Konzentrationsfähigkeit, die Stimmung und das Schlafverhalten werden verbessert.
 
Extrakte aus Rhabarber (Rheum officinale) besitzen ebenfalls eine östrogenartige Wirkung, sie werden auch mit Hopfen kombiniert, der die Wirkung unterstützt und zudem beruhigend wirkt.
 

...Was kann bei Wechseljahresbeschwerden sonst noch helfen?

 

  • Häufig ist das Scheidenmilieu gestört. Zur Regeneration der Vaginalschleimhaut können Zäpfchen mit Milchsäure helfen.
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  • Der Intimverkehr kann durch eine trockene Scheide erschwert sein, hier helfen Gleitgele. Vorsicht! Einige Mittel machen Kondome porös.
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  • Die Hormonumstellung führt dazu, dass Sie vermehrt schwitzen. Verwenden Sie ein 24-Stunden Deo und trinken Sie regelmäßig Salbeitee.
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  • Der Körper braucht jetzt viel Feuchtigkeit. Trinken Sie jeden Tag mindestens zwei Liter Mineralwasser, Tee oder Fruchtsaft. Wenn Sie unter trockenen Augen leiden, helfen „künstliche Tränen“ aus der Apotheke.
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  • Da der Knochen sich im Klimakterium abbaut, ist eine calciumreiche Ernährung mit Milch und Milchprodukten extrem wichtig. Vitamin D3 unterstützt die Aufnahme deutlich.

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