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Venenerkrankungen

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Geschrieben von 2015-05-06
Zuletzt aktualisiert am 2015-05-0606.05.2015

Alles begann vor Jahrmillionen: Der Mensch stellte sich auf die Hinterbeine und lief aufrecht. Seither müssen jeden Tag mehrere Liter Blut gegen die Erdanziehung durch die Venen fließen. Um gesund zu bleiben, brauchen sie körperliche Bewegung, andernfalls machen sie schlapp. Tatsächlich sind medizinischen Schätzungen zufolge höchstens 50% der Deutschen venengesund.

Orale Verhütungsmittel, Rauchen oder eine Hormonersatztherapie wirken sich negativ auf die Venen aus. Männer haben vermutlich jedoch ebenso oft Venenbeschwerden, nur liegt die männliche „Zum-Arzt-Geh-Schwelle“ statistisch gesehen höher. Außerdem sind Krampfadern am Männerbein in der gesellschaftlichen Wahrnehmung ein kleinerer kosmetischer Makel als es bei der Frau der Fall ist. Ein weiterer Risikofaktor ist das Kinderkriegen: Mit jeder Geburt steigt das Risiko von Venenproblemen. Während nach ihrem ersten Kind höchstens jede dritte Frau mit Beschwerden zu kämpfen hat, verdoppelt sich die Zahl ab der nächsten Geburt.

Krampfaderleiden (Varikosis)

Krampfadern oder Varizen sind örtlich erweiterte Venen. Betroffen sind vor allem Venen des Unterschenkels und der Kniekehle, die geschlängelt und knotig erweitert hervor treten. Eine angeborene Bindegewebsschwäche führt dazu, dass die Venen in ihrer Umgebung zu wenig Halt haben, oder eine Verschlussschwäche der Venenklappen lässt den Druck in den Venen ansteigen, so dass es zu einer Erweiterung kommt.

Woher kommt eigentlich das Wort „Krampfader“?
Das Wort Krampf leitet sich von „krumm“ ab, das von dem altdeutschen Wort „kriphan“ stammt. Kriphan bedeutet sich krampfhaft zusammenziehen, sich krümmen.

Abdichtende Therapie

Bei der Behandlung von Venenerkrankungen versucht der Arzt, die erhöhte Durchlässigkeit der Kapillaren wieder herabzusetzen. Am aussichtsreichsten ist dies in einem frühen Krankheitsstadium. Auf diese Weise soll die Bildung von Ödemen verhindert und die Mikrozirkulation verbessert werden, denn kein Venenmittel hilft gegen ausgebildete Krampfadern. Eine krampfhaft veränderte Vene wird nie wieder völlig gesund werden, lediglich die Symptome der Rückflussstörung lassen sich lindern. Das Therapieziel bei Venenerkrankungen besteht daher vor allem darin, die Lebensqualität der Patienten aufzuwerten.

Tatsächlich ist der Begriff „Venenmittel“ etwas irreführend. Und zwar deshalb, weil die Arzneimittel, die bei Venenbeschwerden zum Einsatz kommen, nicht direkt an der Vene selbst angreifen, sondern ihre Wirkung hauptsächlich in der sogenannten Endstrombahn entfalten. Das ist der letzte feine Teil des Gefäßsystems in den Geweben.

In der modernen Pflanzenmedizin finden bei Venenerkrankungen folgende Wirkstoffe Verwendung.

Der Samen der Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) liefert ein komplexes Gemisch aus wirksamen Inhaltsstoffen. Entsprechende Extrakte hemmen den Austritt von Flüssigkeiten aus den Gefäßen und verbessern die Mikrozirkulation. Zusätzlich wirken Rosskastaniensamen Entzündungen entgegen. Zahlreiche Studien belegen die Wirksamkeit von Aesculus-Präparaten bei Venenerkrankungen (chronisch-venöse Insuffizienz, CVI). So legten sich in sechs placebokontrollierten Studien Beinschmerzen, in vier Studien schwand das Beinvolumen um durchschnittlich 58,6 ml, bei einer Studie um 42,4 ml.
Eine zwölfwöchige Behandlungsdauer mit Rosskastanienextrakt (Aescin = Venostasin ®-retard) reduzierte Ödeme der unteren Gliedmaßen ebenso gut wie ein Kompressionsstrumpf. Allerdings erreichte ein Strumpf den optimalen Effekt schon nach vier Wochen, während das Phytopräparat wesentlich länger brauchte. Eine Studie, die die Wirkung von Aescin in Kombination mit dem ebenfalls bei Venenleiden nützlichen Wirkstoff Oxerutin untersuchte, fand sogar eine den Kompressionsstrümpfen überlegenere Wirksamkeit vor. Da der Wirkstoff den Magen reizt, eignen sich besonders Arzneiformen, die den Wirkstoff langsam freisetzen, sogenannte retardierte Arzneimittel.
 
Berühmte Ärzte wie Hippokrates (460 v. Chr. bis 375 v. Chr.), Dioskurides (1. Jh. n. Chr.) und Paracelsus (1493 bis 1541) erwähnen den Steinklee als wirksames Heilmittel. Sein Extrakt wirkt dank des Hauptinhaltsstoffs Cumarin entzündungshemmend, krampflösend, er hemmt den Flüssigkeitsaustritt aus den Gefäßen und steigert den Blutfluss sowie Tonus der Lymphgefäße.
Die empfohlene Dosis beträgt 30 mg Cumarin am Tag. Zwar existieren zum Steinklee keine wissenschaftlichen Studien bei Venenerkrankungen, doch hat die deutsche Sachverständigenkommission für pflanzliche Arzneimittel (Kommission E) die Wirksamkeit des Extrakts bestätigt. Eine Studie zeigt, dass ein Kombinationspräparat (Beispiel: Venalot) begleitend zu einer Kompression den Verlauf einer chronisch venösen Insuffizienz günstig beeinflusst.
 
Die Blätter der roten Weinrebe (Vitis vinifera) enthalten sogenannte Flavonoide. Das sind gelbe Farbstoffe, die die Venenwände abdichten, sodass keine Flüssigkeit mehr austreten kann und Ödeme verhindert werden. Außerdem wirken sie entzündungshemmend und verbessern den Blutfluss. Dadurch, dass Flüssigkeit aus den Beinen geschwemmt wird, nimmt der Umfang ab und die Venenbeschwerden werden gelindert.
 
Der Mäusedorn (Ruscus aculeatus) hat eine ödem- und entzündungshemmende Wirkung. Die Sachverständigenkommission E hat der Arzneipflanze des Jahres 2002 zur unterstützenden Therapie von Schmerzen und Schweregefühl in den Beinen, nächtlichen Wadenkrämpfen, Juckreiz und Schwellung bei chronischer Venenschwäche eine positive Wirkung bescheinigt. In einer Studie mit 166 weiblichen Patienten minderte das Mäusedorn-Medikament das Beinvolumen um etwa 25 ml gegenüber einem Placebo. Empfohlen wird die Einnahme von 70 bis 75 mg Trockenextrakt am Tag.
 
Ein halber Liter Buchweizentee täglich kann Venenbeschwerden lindern. Die Blätter und Blüten des Buchweizen (Fagopyrum esculentum) enthalten bis zu 6% Rutin. Rutoside schleusen Wasser aus dem Gewebe und vermindern die Durchlässigkeit der Membranen. In einer Studie an 81 Patienten mit einer chronisch venöser Insuffizienz (CVI) des ersten oder zweiten Grades konnte die regelmäßige Einnahme von Buchweizenkraut gute Wirkungen erzielen.
 
Sinnvolle Tagesdosis
Wichtig für die Wirksamkeit der pflanzlichen Venenmedikamente ist eine ausreichend hohe Dosierung. Insbesondere bei Kombipräparaten sind die Einzelkomponenten häufig unterdosiert.
  • Aescin: 35 bis 100 mg
  • Mäusedorn-Extrakt: 300 bis 800 mg
  • Oxerutin: 600 bis 1200 mg
  • Rosskastanien-Extrakt: 200 bis 600 mg
  • Steinklee: 300mg
  • Troxerutin: 600 bis 1200mg

Wechselwirkungen beachten!

Die Therapie mit Venenmitteln in Kapselform ist grundsätzlich eine langfristige Therapie über mehrere Monate. Unerwünschte Wirkungen durch eine Überdosierung sind nicht zu befürchten. Ebenso sind keine ernsthaften Nebenwirkungen bekannt. Selten kommt es zu Magen-Darm-Unverträglichkeiten durch Rosskastaniensamen-Extrakt. Was jedoch möglich ist, sind Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Fragen Sie vor einer Anwendung Ihren Arzt oder Apotheker.

Tipps für den Venenpatienten

Kühlen! Zum Verengen der Krampfadern die Beine besonders an warmen Tagen mit kühlem Wasser übergießen. Mit dem Duschen an den Füßen beginnen und sich langsam nach oben bewegen. Die Duschzeit sollte bei fünf bis zehn Minuten liegen. Das Wasser sollte nur kühl (16 bis 18 Grad) sein und nicht eiskalt.

  • Wärme vermeiden. Vom Sonnenbad und Saunagang absehen, auch Wärmflaschen oder heiße Bäder sind nicht ratsam.
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  • Gehen statt Stehen. Um die Venen herum sind Muskeln, die das Blut nach oben transportieren. Bei Bewegung wird diese Muskelpumpe aktiviert, das Blut wird aus den Venen heraus transportiert. Gehen ist daher bei Krampfadern geeigneter als stehen.
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  • Flache Schuhe tragen. In Schuhen mit hohen Absätzen kann der Fuß nicht abrollen. So oft wie möglich barfuß gehen.
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  • Liegen statt Sitzen. Die Muskelpumpe funktioniert im Sitzen nur schlecht, besonders bei angewinkelten oder übereinandergeschlagenen Beinen. So oft wie möglich sollten die Beine hochgelegt werden. Dann kann das Blut der Schwerkraft folgend aus den Beinen abfließen.
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  • Mit erhöhtem Fußteil schlafen. Nicht empfehlenswert ist es, nur einen Fußkeil unter die Füße zu legen, da dann die Knie zu stark gestreckt werden.
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  • Treiben Sie Sport. Besonders empfehlenswert sind Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen, Radfahren. Kraftsportdisziplinen, bei denen schwere Lasten gehoben werden müssen, ist weniger geeignet.
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  • Bauen Sie Übergewicht ab. 

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