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Natürliche Hilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden

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Geschrieben von Morgana Hack , Ärztin und Ayurvedaärztin
Zuletzt aktualisiert am 11.03.2013

Heilkräuterrezepte gegen Erbrechen, Müdigkeit & Co

Die Schwangerschaft durchleben Frauen ganz unterschiedlich. Für einige ist sie die glücklichste Zeit im Leben, andere Frauen kämpfen mit erheblichen Beschwerden und manchmal sogar mit ernsthaften Krankheiten. Gerade weil Schwangerschaft und Geburt so komplex sind und individuell so unterschiedlich verlaufen können, gibt es keine Patentrezepte zur Linderung der Beschwerden, die diese Zeit oft begleiten. Jede Frau wird gemeinsam mit ihrer Hebamme den besten Weg für sich selbst herausfinden. Es gibt allerdings eine ganze Reihe bewährter Heilpflanzen, die traditionell bei Schwangerschaftsbeschwerden eingesetzt werden.

Schwangerschaftsübelkeit und Erbrechen

Das stärkste Mittel gegen Schwangerschaftsübelkeit ist die Ingwerwurzel. Im Ayurveda und in der traditionellen Medizin Chinas wird der Ingwer in der Geburtsmedizin hochgeschätzt. In der Frühschwangerschaft wird allerdings zur Sicherheit von hoher Dosierung abgeraten.
Es genügt meist, einen Tee oder eine Suppe mit etwas frisch geriebener Ingwerwurzel zuzubereiten. Auch ein Tee mit zu gleichen Teilen gemischten Kamillenblüten, Melissen- und Pfefferminzblättern kann helfen.

Manche Frauen erleben besonders starke Übelkeitsanfälle, dies tritt besonders häufig auf, wenn man sich mit der eigenen Schwangerschaft unwohl fühlt. Kommt es mehr als fünfmal täglich zum Erbrechen, spricht die Medizin von Hyperemesis gravidarum: Hier sollte kein Versuch der Selbstmedikation erfolgen, sondern dringend der Arzt aufgesucht werden.  

Infektionskrankheiten

Kommt es während der Schwangerschaft zu einer Infektion wie Erkältung oder Blasenentzündung, muss durch einen Arzt eine Entzündung durch Bakterien ausgeschlossen werden, die mit einem Antibiotikum behandelt werden muss. Während der Schwangerschaft keine scharfen ätherischen Öle wie Eukalyptus oder Campher und keine alkoholischen Tinkturen verwenden, es gibt zahlreiche milde Alternativen:

Bei einer banalen Erkältung durch Viren mit Schnupfen, Halsschmerzen, Husten und Heiserkeit empfehlen sich:

Müdigkeit

Bei Schwangerschaftsmüdigkeit sollte auf ausreichende Versorgung mit Eisen, Folsäure und Vitaminen besonders geachtet werden.

Eisensubstitution: einem Eisenmangel vorbeugen kann man mit Kräutersäften, die als „Kräuterblut“ bekannt, die Blutbildung anregen und zugleich eine geringe Menge Eisen enthalten.

Einen mild anregenden Kräutertee erhält man, wenn man vier Teile Rosmarin mit jeweils drei Teilen Pfefferminzblättern und Zitronengras vermischt und frisch aufkocht.

Schlafstörungen, nervöse Unruhe und depressive Verstimmung

Stimmungsschwankungen und Schlaflosigkeit bedingen sich gegenseitig durch die vielen körperlichen und seelischen Umstellungen der Frau während der Schwangerschaft.  

Bei Schlafstörungen bietet die Phytotherapie gute Alternativen, da synthetische Medikamente wegen ihrer Nebenwirkungen auf den Fötus nicht eingesetzt werden dürfen!

Um eine schnelle Wirkung zu erzielen nimmt man am besten ein Fertigpräparat (Tabletten) aus der Apotheke mit Extrakten aus Baldrianwurzel, auch in Kombination mit Hopfenzapfen und Melissenblättern.

Bei nervöser Unruhe, die auch von gedrückter Stimmungslage begleitet sein kann, kann man tagsüber Teeaufgüsse mit Johanniskraut, Hopfenzapfen, Lavendelblüten und Melissenblättern trinken, die letzten beiden Heilpflanzen sind auch bei Reizmagen hilfreich. Dragees mit Passionsblumenkraut wirken tagsüber beruhigend ohne müde zu machen.

Aromatherapie balanciert die Seele. Gern verwendet wird ätherisches Rosenöl, gemischt mit Orangenöl und Lavendelöl für die Duftlampe oder aufs Handgelenk gerieben.

Verstopfung

Durch die veränderte Stoffwechsellage kommt es in der Schwangerschaft häufig zu Darmträgheit und Verstopfung. Wichtig ist zuallererst eine gesunde, ballaststoffreiche Ernährung während der Schwangerschaft.

Den Gebrauch von Abführmitteln sollte man unbedingt vermeiden!

Leinsamen und Flohsamenschalen sind als Füll- und Quellstoffe besonders hilfreich. Sie können den Stuhl natürlich regulieren und verursachen keine zusätzlichen Blähungen. Die Tagesdosis liegt bei 10 bis 30 Gramm. Vor der Mahlzeit 1 Teelöffel davon mit 1 Tasse kaltem Wasser einnehmen, 2 Tassen Wasser nachtrinken. Es gibt auch ein fertiges Granulat zu kaufen.

Schafgarbenkraut, Ingwerwurzel und Korianderfrüchte wirken allgemein appetitanregend und verdauungsfördernd.

Sodbrennen

Durch den stärker werdenden Druck der Gebärmutter auf den Magen und die Verdauungsorgane kommt es mit fortschreitender Schwangerschaft zu Sodbrennen. Viele kleine Mahlzeiten statt wenige große sind jetzt besser verträglich.

Ein Teeaufguss aus Malvenblüten, Fenchelfrüchte und Kamillenblüten kann helfen. Trinken Sie täglich bis zu fünf Tassen davon.

Scheidenausfluss/Scheidenentzündung

Bei Ausfluss aus der Scheide (Fluor) muss eine Infektion mit Bakterien vom Arzt ausgeschlossen werden!

Liegt Ausfluss aufgrund der hormonellen Veränderung des Scheidenmilieus vor, so empfiehlt sich die Anwendung von weißen Taubnesselblüten. Für Umschläge stellen Sie einen Teeaufguss her.

Für Spülungen und Sitzbäder nimmt man 50 g der weißen Taubennesselblüten oder eine Mischung aus Schachtelhalmkraut, Frauenmantelkraut und Schafgarbenkraut, die man mit 500 ml heißem Wasser übergießt und 10 Minuten ziehen lässt vor der Anwendung.

Ist es zu einer Scheidenentzündung gekommen, kann man ergänzend Sitzbäder und Spülungen mit Eichenrinde, Kamillenblüten und Hamamelisblättern und -rinde durchführen.

Wassereinlagerungen (Ödeme)

Durch die Umstellung des Herz-Kreislaufsystems kommt es bei fortschreitender Schwangerschaft zu Wassereinlagerungen vor allem in den Beinen.  

Treten diese an Händen oder im Gesicht auf, sollte dringend der Arzt aufgesucht werden!

Blasen- und Nierentees zur Durchspülung helfen, diese sollten aber sparsam eingesetzt werden, damit nicht zu viel Eiweiß ausgeschwemmt wird.

Hier bietet sich eine Teemischung aus vier Teilen Acker-Schachtelhalm und je drei Teilen Brennnessel- und Birkenblättern an. Hiervon vormittags zwei Tassen trinken.

Trockene Haut, Brustpflege

Die Haut während der Schwangerschaft wird trockener, der Busen größer, häufig spannt die Brust. Die regelmäßige Haut- und Brustpflege mit pflanzlichen Ölen ist jetzt besonders wichtig. Als Basisöle eigenen sich Sesamöl, Mandelöl, Jojobaöl oder Weizenkeimöl. Diesen kann man ätherische Öle wie Rosenöl oder Lavendelöl zufügen. Eine regelmäßige Bauch- und Beckenmassage beugt Schwangerschaftsstreifen vor.

Diese Pflanzen sollten Sie meiden

Neben den zahlreichen Arzneimitteln der Schulmedizin, die zu Entwicklungsstörungen oder Missbildungen am Baby führen können, gibt es auch einige Heilpflanzen die ausgeschlossen werden müssen. Dies entweder vorsorglich aufgrund unzureichender Studienlage oder weil sie potenziell schädliche Inhaltsstoffe besitzen. Diese können über das Blut und den Mutterkuchen auf das Ungeborene übergehen und zu eventuellen Schäden führen. Nicht jede Heilpflanze die bei anderen Beschwerden helfen kann ist jetzt sicher! Man nennt dies auch „Kontraindikation“.

Pflanzlicher Wirkstoff Kontraindikation
Rohopium (aus dem Schlafmohn gewonnen) Kann zu Fehlbildungen und zum Abort führen
Rauwolfiawurzel Kann zu Schädigung am Erbgut führen
Wacholderbeeren, Wacholderbeerenöl Kann in hoher Dosierung zum Abort führen
Chinarinde Führt möglicherweise zu Fehlbildungen und ist giftig für das Baby
Huflattichblätter Enthalten möglicherweise zu viel Pyrrolizidinalkaloide, die leberschädigend und giftig für Baby wirken können
Mönchspfefferfrüchte Möglicherweise Wehen auslösend
Petersilienkraut und -wurzel Möglicherweise Wehen auslösend
Laxantien (Abführmittel wie Aloe vera, Faulbaumrinde, Rhabarberwurzel, Sennesblätter) Möglicherweise Wehen auslösend; können zur Fehlgeburt führen
Kava-Kava Wurzelstock Nicht ausreichend untersucht
Bärentraubenblätter Nicht ausreichend untersucht
Süßholzwurzel hochdosiert und über mehrere Wochen angewandt Hormonelle Störungen bei einer „Kumulation“ (Ansammlung im Organismus) werden vermutet; nicht ausreichend untersucht
Ingwerwurzel hochdosiert Regt die Menstruationsblutung an, allerdings gibt es keinen Nachweis einer Auslösung von Wehentätigkeit; Nicht ausreichend untersucht
Scharfe ätherische Öle wie Campher, Eukalyptus, Nelkenöl, Zimtöl, Ingweröl Nicht ausreichend untersucht

Ebenso sollten Sie während der Schwangerschaft auf die „Genussgifte“ Tabak und Alkohol verzichten sowie auf jeglichen Drogenkonsum, da dies zu schweren Entwicklungsstörungen und Missbildungen des Babys führen kann!

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