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Heilkräuter rund um die Geburt

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Geschrieben von Morgana Hack , Ärztin und Ayurvedaärztin
Zuletzt aktualisiert am 11.03.2016

Von der Geburtsvorbereitung ins Wochenbett

Mitte des letzten Jahrhunderts kam es durch die Einführung der Klinikgeburten zu einer zunehmenden „Medikalisierung“ auch normal verlaufender Geburten. Heute geht die Entwicklung auch im Kreißsaal hin zur natürlichen Geburt. Denn die Technisierung hat die normale Geburt (im Gegensatz zum krankhaften Geburtsverlauf) nicht sicherer gemacht.

Bei aller Begeisterung für alternative Therapien und Heilkräuterrezepte sollte man nicht vergessen: Weniger ist mehr. Die Geburt verläuft oft am besten, wenn sie möglichst wenig durch synthetische Arzneimittel oder Arzneipflanzen beeinflusst wird. Die hier vorgeschlagenen Rezepte haben eine sanfte Wirkung und können je nach Geburtsverlauf und Zustand im Wochenbett ergänzend zu den nötigen schulmedizinischen Verfahren eingesetzt werden. Es gibt Heilpflanzen oder scharfe Gewürzöle, die bei Terminüberschreitung die Geburt einleiten oder die Wehen antreiben, doch nur etwa fünf aller Babys werden überhaupt am Termin geboren. Viel wichtiger ist es, den Erwartungsdruck der werdenden Mutter zu lindern.

Heilkräuter für die Geburtsvorbereitung

Traditionell empfehlen Hebammen zur Geburtsvorbereitung Himbeerblätter als Teeaufguss, um den Muttermund weich zu machen. Eine hormonregulierende Wirkung von Himbeerblättern ist nicht belegt, sondern stammt aus der Erfahrungsheilkunde. Zusätzlich hilft die entwässernde und stoffwechselanregende Wirkung von BrennnesselblätternFrauenmantelkraut und Schafgarbenkraut wirken krampflösend.

Geburtserleichterungstee ab der 34. Schwangerschaftswoche
Mit der vereinten Kraft der oben genannten Wirkstoffe eignet sich dieser Tee bestens zur Geburtsvorbereitung.
Rezept
 

Benötigte Zutaten:

4 Teile Himbeerblätter, 2 Teile Brennnesselblätter, 2 Teile Schafgarbenkraut, 2 Teile Frauenmantelkraut, 2 Teile Melissenblätter

So geht's

Von der Mischung 1 Teelöffel für 1 Tasse Tee nehmen, 2-3 Tassen täglich trinken. Ein Spritzer Zitronensaft fördert die Eisenaufnahme aus den Himbeer- und Brennnesselblättern!

Rezept: Sitzbad

Regelmäßige Sitzbäder können den Muttermund ebenfalls weich machen. Hierfür eignet sich zum Beispiel dieses Rezept:

2 Esslöffel mit 200 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und dem Sitzbad zufügen.

Rezept: Öl für die Dammmassage

Zur Geburtsvorbereitung wird die Dammmassage empfohlen, um dem Dammriss vorzubeugen oder eine Dammschnitt zu vermeiden. Ein Rezept für ein selbsthergestelltes Dammmassageöl:

Ab der 36. Schwangerschaftswoche wird die sanfte Massage des Damms mit den Fingern von innen (über die Scheide) und von außen für täglich mindestens 10 Minuten empfohlen.

In der traditionellen Ayurveda-Medizin wird zur Geburtsvorbereitung regelmäßige Ganzkörperölmassagen für die Schwangere, dafür wird Sesamöl mit individuellen Heilkräuterzusätzen verwendet. Zusätzlich werden ab dem 8. Schwangerschaftsmonat kleine Darmeinläufe mit je 30 ml Sesamöl gegeben und weiche, in Öl getränkte Tücher in die Scheide eingeführt.

Zur Geburtserleichterung nimmt die Frau unter anderem Granatapfelsaft innerlich ein. Dieser soll der Schwangeren eine sanfte und leichte Geburt gewährleisten. Granatapfelsaft aus der Frucht und der Schale gewonnen wirkt antioxidativ, Leber- und Gefäßwand schützend, magenschützend und hat eine natürliche antidepressive (stimmungsaufhellende) Wirkung.

Was hilft bei Geburtsschmerzen?

Entspannungsbäder mit ätherischen Ölen von Lavendelblüten , Rosenholz, Rosengeranie und Jasminblüten können die Schmerzen während der Geburt erleichtern.

Nachwehen lindern

Zum Entkrampfen und lindern der Nachwehen empfehlen sich

Beruhigung der Harnwege

Nach der Geburt beruhigen sich überreizte Harnwege mit einem Teeaufguss aus:

3x täglich 1 Tasse davon trinken.

Rückbildung der Gebärmutter unterstützen

Die Rückbildung der Gebärmutter und des gesamten Beckenbodens erfolgt im 8-wöchigen Wochenbett. Dazu gehören die Wundheilung, ein anfangs blutiger, nach und nach versiegender Wochenfluss und das Zusammenziehen der Gebärmuttermuskulatur. Rückbildungstees können diesen natürlichen Prozess unterstützen, blutungsstillend (v.a. Hirtentäschelkraut) und krampflösend wirken.

 

Wundheilung und Dammschnittpflege

Zur Abheilung einer Dammschnittwunde eigenen sich Sitzbäder mit den gerbstoffhaltigen Hamamelisblättern und –rinde und Eichenrinde in Kombination mit den entzündungshemmenden Kamillenblüten. Diese Sitzbäder sind auch bei Hämorrhoiden, die nach der Geburt wegen der Überdehnung des Darmausgangs (Anus) auftreten können, hilfreich! Fertige Extrakte wie Lösungen, Bäder oder Tinkturen sind in der Apotheke erhältlich.

Auch gut zur Dammschnittpflege und Wundheilung eignet sich Johannisöl, oder das in der Geburtsvorbereitung empfohlene Dammmassageöl.

Ein Ringelblumenblüten-Teeaufguss für Spülungen kann unterstützend hilfreich sein.

Wochenbettdepression lindern

Manche Frauen erleben eine gedrückte Stimmung im Wochenbett. Eine einfache depressive Verstimmung hängt wahrscheinlich mit der hormonellen und situationsbedingten Umstellung zusammen – zu viel ist manchmal einfach zu viel. Treten echte Depressionen auf, besteht meist eine Veranlagung in der Familie oder eine Vorerkrankung. Bei leichten bis mittelschweren Wochenbettdepressionen hilft Johanniskraut-Extrakt als standardisiertes Fertigpräparat damit die Dosierung stimmt. Die Wirkung tritt etwas verzögert nach circa 2 Wochen ein. Johanniskraut-Extrakt ist einer der wenigen erstattungsfähigen pflanzlichen Wirkstoffe!

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