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Es stellt sich vor: Die Zwiebel – Heilpflanze des Jahres 2015

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Geschrieben von Katharina Haller , Medizinstudentin an der Universität Rostock
Zuletzt aktualisiert am 08.07.2017

Guten Tag. Darf ich mich vorstellen? Ich bin eine Gemüsepflanze aus der Familie der Liliengewächse und eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit – meine Geschichte reicht bis in die Zeit der Pyramiden und Pharaonen des alten Ägypten. Auch Sie kennen mich gut, denn jedes Jahr verzehren Sie nahezu sieben Kilo meines köstlichen Unterteils. In Ringe geschnitten oder in Stücken gebe ich jedem Gericht die richtige Würze. Doch nicht immer ist man mir wohlgesonnen, denn manchmal bringe ich die Menschen auch zum Weinen. Wahrscheinlich haben Sie mich inzwischen erkannt? Genau, ich bin die Zwiebel (Allium cepa) – und ich habe tolle Neuigkeiten! Der Naturheilkundeverein NHV Theophrastus hat mich zur neuen Heilpflanze für das Jahr 2015 gewählt! Die gemeine Küchenzwiebel soll also die Heilpflanze des Jahres sein? Nun, Sie werden staunen, was in mir steckt!

Kampf den Bakterien!

Sie haben sich bestimmt schon einmal gefragt, warum ich ausgerechnet beim Schneiden so gemein in den Augen brenne. Das liegt daran, dass ich schwefelhaltige Aminosäuren, z.B. Alliin und das Enzym Allinase enthalte. Wenn man mich schneidet, werden meine Zellen zerstört und durch das Enzym entsteht aus Alliin das sogenannte Allicin, das für den starken Geruch und die tränenden Augen verantwortlich ist. Doch nicht nur das: Es wirkt auch sehr gut gegen Bakterien und Pilze! Daher helfe ich als Hausmittel oft bei Husten oder Katarrhen der oberen Luftwege. Dazu bereitet Zwiebelsaft aus mir und trinkt ihn mit Milch und Honig.

Auch bei Mittelohrentzündung kann ich in Scheiben auf das Ohr gelegt werden und gebe mein Bestes, um die bösartigen Keime zu vertreiben. Isst man mich roh, scheine ich selbst im Magen noch Bakterien abzutöten. Zum Beispiel solche, die an der Entstehung von Magenkrebs beteiligt sind.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen adé

Sogar die Kommission E des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt mich. Und zwar "zur Vorbeugung altersbedingter Gefäßveränderungen". Der Grund sind die in mir enthaltenen Polyphenole. Das sind antioxidative Stoffe, das heißt Substanzen, die freie Radikale einfangen können und dadurch verhindern, dass die diese etwa Blutfette oxidieren oder die DNA schädigen – und so zum Beispiel der Alterung der Gefäße und deren Folgeekrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt vorbeugen können.

Eine finnische Studie über einen Zeitraum von 26 Jahren soll gezeigt haben, dass der tägliche Verzehr von einem Apfel und 5 Gramm Zwiebeln bei Frauen das Risiko für Herzkrankheiten signifikant reduziert.

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…zu guter Letzt

Auch ernährungsphysiologisch bin ich äußerst wertvoll. Ich enthalte Vitamin C, Kalium und Kalzium. Doch obwohl ich so gesund bin, darf man auch nicht zu viel von mir zu sich nehmen. Ich enthalte nämlich auch Diphenylamin – einen nierenschädigenden Stoff, von dem man täglich maximal 35 mg aufnehmen sollte. Die empfohlene Tagesdosis liegt bei 50 g frisch zubereiter Zwiebel.

Quellen:
  • Benkeblia, N. "Antimicrobial activity of essential oil extracts of various onions (Allium cepa) and garlic (Allium sativum)." LWT-Food Science and Technology 37.2 (2004): 263-268.
  • Prakash, Dhan, Brahma N. Singh, and Garima Upadhyay. "Antioxidant and free radical scavenging activities of phenols from onion (Allium cepa)." Food chemistry 102.4 (2007): 1389-1393.