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Zimt – neues Heilmittel bei Heuschnupfen?

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Geschrieben von Katharina Haller , Medizinstudentin an der Universität Rostock
Zuletzt aktualisiert am 23.04.2014

Forscher haben in Zimt möglicherweise eine neue Therapiemöglichkeit für Heuschnupfen-Allergiker entdeckt. Eine neue Studie zeigt, dass Zimtextrakt die Symptome kurzfristig lindern könnte.

Alle Jahre wieder...

Der Frühling ist da! Die Sonne gewinnt an Kraft, die Pflanzen sprießen, alles grünt und blüht. Doch obwohl von den meisten Menschen nach einem kalten Winter lang herbeigesehnt, so ist er für viele auch wieder die Zeit der tränenden Augen, laufenden Nasen und Juckreiz – denn etwa jeder fünfte Mensch in Industrienationen leidet an allergischer Rhinitis (Heuschnupfen). Allergische Rhinitis ist wie andere Allergien eine fehlgeleitete Reaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Stoffe. Darunter befinden sich pflanzliche Stoffe wie Pollen, aber auch Tierhaare, Hausstaubmilben oder Chemikalien. Diese Stoffe werden als vermeintliche Krankheitserreger eingestuft und mit aller Kraft bekämpft.

Zimt in der Nase

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Doch gerade jetzt lässt sich erstaunliches aus der Welt der Pflanzenheilkunde vernehmen: Forscher haben in Zimt möglicherweise eine neue Therapiemöglichkeit für Patienten mit Heuschnupfen entdeckt. In einer Studie konnte gezeigt werden, dass Patienten mit Heuschnupfen, die über vier Wochen mit einem Nasenspray aus wässrigem Extrakt von Cinnamomum zylanicum (ceylanischer Zimt) in einer Konzentration von 1 µg/µl behandelt wurden, deutlich weniger Symptome zeigten und die Lebensqualität sich verbesserte. Doch wie kommt das? Verantwortlich für diese Wirkung scheinen die in der Rinde des ceylanischen oder chinesischen Zimtbaums vorkommenden Polyphenole zu sein.

Polyphenole – die natürlichen Antioxidanzien

Polyphenole (auch reichlich enthalten in Wein, Tee und Schokolade) gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen. Das sind Stoffe, die für Pflanze nicht lebensnotwendig sind, aber verschiedene andere Funktionen erfüllen, so z.B. Schutz gegen UV-Strahlung oder Fressfeinde. Doch nicht nur den Pflanzen kommen diese Stoffe zu gute: Polyphenole scheinen auch für den Menschen positiv zu sein: Sie sind antioxidativ, d.h. sie fangen Radikale ab, die bei Entzündungen, der Entstehung von Atherosklerose und vielen Krebsarten eine Rolle spielen. Und von eben dieser entzündungshemmenden Wirkung könnten Menschen mit allergischer Rhinitis profitieren.

Zimt in der Phytotherapie

Was weiß man über Zimt bisher in der Pflanzenheilkunde? Nun, Zimt ist vor allem für sein ätherisches Öl bekannt, das stimulierend auf die Magensaft- und Speichelproduktion wirkt und daher vor allem bei Appetitlosigkeit und Beschwerden im Magen-Darm-Bereich wie Blähungen und Völlegefühl in Teeaufgüssen oder als Gewürz in der Weihnachtsbäckerei verwendet wird.

Quellen:
  • Walanj, Sanjiv, et al. "Efficacy and safety of the topical use of intranasal cinnamon bark extract in seasonal allergic rhinitis patients: A double-blind placebo-controlled pilot study." Journal of Herbal Medicine (2014).
  • Kwon, Ho-Keun, et al. "Cinnamon extract suppresses experimental colitis through modulation of antigen-presenting cells." World journal of gastroenterology: WJG 17.8 (2011): 976.