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Wunden mit Heilpflanzen behandeln

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Geschrieben von Dr. med. Tim Hollstein , Arzt
Zuletzt aktualisiert am 04.03.2017

Unsere Haut ist ein sehr empfindliches Organ. Sie schützt unseren Körper vor äußeren Einflüssen, kann jedoch schnell verletzt werden. Um den Heilungsprozess unterschiedlichster Wunden zu beschleunigen, findet sich in der Natur eine ganze Reihe von Heilpflanzen.

Oberflächliche und infizierte Wunden

Bei rein oberflächlichen Wunden (Schürfwunden) und infizierten und nässenden Wunden empfehlen Experten die Anwendung von Kamillenblüten oder der virginischen Zaubernuss (Hamamelis). Kamille wirkt antientzündlich und antibakteriell. Zudem fördert die Pflanze die Wundheilung durch Stimulierung des Immunsystems.

Die aus Nordamerika stammende Zaubernuss war ein beliebtes Heilmittel der Indianer und überzeugte aufgrund ihrer zusammenziehenden, antientzündlichen und wundheilungsfördernden Wirkung. Sie stillt zudem den Juckreiz und betäubt die Wunde leicht.
Im Handel gibt es spezielle Lösungen und Salben mit beiden Pflanzen. Alternativ kann man auch selbst Hand anlegen: Dazu Kamillentee mit etwa 100 Milliliter kochendem Wasser übergießen und nach ein paar Minuten abseihen. Dann fünf bis zehn Milliliter standardisierte Kamillenlösung zugeben und fertig ist die Lösung für Spülungen und Umschläge. Zur Desinfektion trägt man vorzugsweise unverdünnte Kamillenblütentinktur mehrmals täglich auf die Wunde auf.

Tiefe Wunden

Bei tiefen Wunden (z.B. Schnittwunden) eignet sich neben Kamille auch die Behandlung mit Ringelblumenblüten. Sie fördern bei lokaler Anwendung die Wundheilung und besitzen entzündungshemmende Eigenschaften. Das Immunsystem wird ebenfalls aktiviert. Der Extrakt lässt sich in der Apotheke kaufen oder selbst herstellen: Dazu zwei Teelöffel Blüten mit 150 Milliliter kochendem Wasser übergießen und nach zehn Minuten abseihen, alternativ zehn Milliliter Tinktur mit 250 bis 500 Milliliter Wasser verdünnen.

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Schlecht heilende Wunden

Schlecht heilende Wunden, wie beispielsweise ein Ulcus cruris am Unterschenkel, können ebenfalls mit Kamillen- und Ringelblumenblüten behandelt werden. Zusätzlich eignet sich hier auch die Therapie mit purpurfarbenem Sonnenhutkraut. Die Inhaltsstoffe aktivieren spezielle Immunzellen und fördern die Wundheilung.

Leichte Verbrennungen

Leichte Verbrennungen ersten Grades (z.B. ein Sonnenbrand) lassen sich sehr effektiv mit Johannisöl behandeln. Das Öl wirkt entzündungshemmend, antibakteriell und schmerzstillend. Ferner verbessert es die Durchblutung in den kleinen Hautgefäßen, dadurch heilt die Verbrennung schneller. Hat man sich verbrannt, sollte die betroffene Stelle großzügig mit dem Öl eingerieben werden, damit es mehrere Stunden wirken kann. Nach spätestens acht Stunden sollte der Vorgang wiederholt werden.

Generell gilt, dass kleine und oberflächliche Wunden sehr gut mit pflanzlichen Wirkstoffen behandelt werden können. Bei tiefen und infizierten Wunden sollte man jedoch nicht allein auf die Heilkraft der Natur vertrauen. Hier empfehlen Experten zusätzlich die Anwendung einer konventionellen Wundtherapie.

Quellen:
  • Kraft K. Wundbehandlung. Serie: Sprechstunde Naturheilkunde — Teil 9. Hautnah Dermatologie 2013/3: 166-168
  • Wiesenauer et al. - PhytoPraxis (2008). Springer Verlag