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Weltgesundheitstag informiert über Bluthochdruck

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Geschrieben von Dr. med. Tim Hollstein , Arzt
Zuletzt aktualisiert am 31.05.2017

Vor gut einer Woche rief die Weltgesundheitsorganisation WHO den alljährlich stattfindenden Gesundheitstag zum Thema Bluthochdruck aus. Die „stille Krankheit“ kostet immer mehr Menschen das Leben, gilt sie als einer der wichtigsten Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Am 7. April fand der Weltgesundheitstag der WHO statt. Seit 1954 informiert die Weltgesundheitsorganisation jährlich über ein wichtiges Thema im Bereich Medizin. Diesmal drehte sich alles um den Bluthochdruck. Fakt ist, dass viele Menschen unter zu hohem Druck in den Gefäßen leiden, ohne es zu wissen. Denn die Krankheit tut nicht weh und macht sich erst nach vielen Jahren, mitunter Jahrzehnten, bemerkbar. Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen oder die Schaufensterkrankheit sind die häufigsten Folgen. Weltweit ist jeder dritte Erwachsene betroffen, wobei Männer häufiger als Frauen an Bluthochdruck leiden.

Ursache: Bewegungsmangel und fettes Essen

Unser Blutdruck liegt idealerweise bei 120 zu 80 mmHg. Der erste Wert bezeichnet den Druck im Gefäßsystem, wenn das Herz Blut in die Hauptschlagader pumpt. Er wird auch als systolischer Druck bezeichnet. Die zweite Zahl gibt den Gefäßdruck in der Ruhephase des Herzens an, zwischen zwei Schlägen. Er wird als diastolischer Druck bezeichnet. Der Blutdruck ist notwendig, damit das Blut alle Körperteile mit Nährstoffen versorgen kann. Ab Werten von 140 zu 90 mmHg sprechen Ärzte von Bluthochdruck, in der Fachsprache „Hypertonie“ genannt. Ursächlich ist meist eine Kombination mehrerer Risikofaktoren. Die WHO listet insbesondere eine ungesunde Ernährung, Übergewicht, Bewegungsarmut, Rauchen, Alkoholkonsum sowie Stress und Vorerkrankungen wie Diabetes auf.

Bluthochdruck führt zu Gefäßverkalkung

Doch warum ist hoher Blutdruck so gefährlich? Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass durch den hohen Druck die Wände der Blutgefäße angegriffen werden. Cholesterin wird in die Gefäßwände gedrückt und löst eine Entzündungsreaktion aus. Der Körper versucht vergeblich das Fett abzubauen, die Entzündung verselbstständigt sich. In der Folge bilden sich sogenannte Plaques. Diesen Prozess nennt man Arterienverkalkung, im Fachjargon Arteriosklerose. Die Blutgefäße werden steif, besonders leiden dabei das Herz und die Nieren: Die winzigen Blutgefäße, die das Herz mit Blut versorgen, können sich verschließen und einen Herzinfarkt auslösen. Die Nieren werden durch zu hohen Blutdruck ebenfalls geschädigt, was den Druck nochmals erhöht. Denn unsere Nieren sind wesentlich an der Blutdruckregulation im Körper beteiligt. Ist dieser Mechanismus gestört, wird auch der Blutdruck nicht mehr richtig eingestellt. Die Gefahr, die von zu hohem Blutdruck ausgeht, schlägt sich auch in den Sterbestatistiken nieder: Hypertonie ist an jedem zehnten Todesfall weltweit beteiligt. Auch ein Viertel aller Herzinfarkte wird durch zu hohen Blutdruck verursacht.

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Mehr Sport statt Pillen

Die gute Nachricht lautet: Bluthochdruck kann man behandeln. Am effektivsten ist die Umstellung des Lebensstils. In erster Linie sollte man sich gesund ernähren, wenig Salz essen, regelmäßig Sport treiben, auf Zigaretten und Alkohol verzichten und den täglichen Stress reduzieren. Durch diese Allgemeinmaßnahmen lässt sich der Blutdruck in den meisten Fällen in den Griff bekommen. Erst wenn das nichts hilft, sollte man zu Medikamenten greifen. Der Arzt kann aus einer Vielzahl von Arzneimittel wählen, die an unterschiedlichen Orten angreifen. Sehr beliebt sind ACE-Hemmer und Diuretika (Wassertabletten). Am besten ist es jedoch, wenn man erst gar keinen Bluthochdruck entwickelt. Die WHO empfiehlt dazu, seinen Blutdruck regelmäßig vom Hausarzt überprüfen zu lassen und sich eine gesunde Lebensweise anzueignen, bevor der Druck gefährlich ansteigt. So hält man sich die mitunter tödlichen Folgen der Hypertonie vom Hals.

Quellen:
  • Gemeinsame Pressemitteilung WHO, Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V., diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe, Deutsche Diabetes-Stiftung. Weltgesundheitstag 2013 Bluthochdruck vorbeugen und behandeln. 2013
  • Weltgesundheitsorganisation | Regionalbüro für Europa. Faktenblatt Bluthochdruck. 2013