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It's Teatime! Warum Tee für unseren Körper so gesund ist

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Geschrieben von Katharina Haller , Medizinstudentin an der Universität Rostock
Zuletzt aktualisiert am 09.06.2017

Schon seit Jahrtausenden ist der Anbau der Teepflanze (Camellia sinensis) im fernöstlichen Kulturkreis verwurzelt. Heute interessieren sich Forscher sehr für das zweithäufigste Getränk weltweit. Mittlerweile existieren zahlreiche Studien, die die gesundheitsfördernde Wirkung von Tee beweisen sollen.

 

Die in Japan über 11 Jahre laufende Ohsaki-Studie konnte feststellen, dass die Sterblichkeit bei Teilnehmern, die täglich mindestens fünf Tassen grünen Tee tranken um 12 Prozent (Männer) bzw. 23 Prozent (Frauen) sank, wobei vor allem die positiven kardiovaskulären (das Herz-Kreislauf-System betreffenden) Eigenschaften vorrangig sein sollen.

Schwarz oder Grün? Fermentiert oder nicht-fermentiert?

Doch zuerst zu den Grundlagen: Die frisch in Darjeeling oder China gepflückten Teeblätter werden auf verschiedene Arten zubereitet. Um schwarzen Tee zu erhalten, werden sie zuerst in feuchtwarmer Luft zersetzt (fermentiert). Für herben grünen Tee wird die Fermentation durch kurze Hitzebehandlung aufgehalten. Durch diese beiden Herstellungsweisen unterscheiden sich grüner und schwarzer Tee nicht nur im Geschmack, sondern auch in der Zusammensetzung der Inhaltsstoffe: Grüner Tee enthält einen deutlich höheren Anteil an Catechinen.

Catechine - vielfältig aktiv

Catechine sind Teil der großen Gruppe der Polyphenole, die vor allem für ihre antioxidativen Eigenschaften bekannt sind. Unter ihnen ist vor allem das (-)-Epigallocatechin-3-O-gallat (EGCG) im Tee enthalten, das für viele der positiven Eigenschaften verantwortlich gemacht wird.

Fehlfaltungen von spezifischen Proteinen sind die Ursache für einige neurodegenerative Erkrankungen, darunter die Alzheimer-Demenz, Parkinson und die Huntington-Erkrankung. In mehreren Studien konnte mittlerweile gezeigt werden, dass EGCG sich an diese Proteine lagern kann und sie dadurch scheinbar unschädlich macht.

Auch bei Herz- und Gefäßerkrankungen kann der Tee-Inhaltsstoff schützend wirken: In epidemiologischen Studien konnte nachgewiesen werden, dass der Konsum von grünem Tee mit niedrigen Spiegeln von Cholesterin und Triglyceriden im Blut einhergeht. In einer neuen Studie von 2014 zeigte sich, dass der EGCG die Aktivität eines Enzyms (11β-Hydroxysteroid-Dehydrogenase 1) hemmt. Dieses Enzym verwandelt das Stresshormon Cortisol aus seiner inaktiven in die aktive Form um. Es besitzt unter anderem Einfluss auf den Fett- sowie Kohlenhydratstoffwechsel und wird durch einige Studien als eine mögliche Ursache für Erkrankungen wie Diabetes Typ 2, Bluthochdruck und Fettsucht in Betracht gezogen.

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Coffein, der populäre Muntermacher

Weiterer Bestandteil des Tees ist Coffein, obwohl es seine Wirkung jedoch weniger stark entfalten kann als es zum Beispiel beim Kaffee der Fall ist, da es an die ebenfalls im Tee enthaltenen Gerbstoffe gebunden wird. Coffein wirkt, indem es einen körpereigenen Rückkoppelungsmechanismus austrickst: Bei Aktivität von Nervenzellen entsteht als Abfallprodukt Adenosin, das die Zellrezeptoren hemmt. Coffein kann ebenso an diese Rezeptoren docken, jedoch führt es zu keiner Hemmung - die Zellen arbeiten weiter wie gewohnt und Adenosin kann nicht binden. Coffein wirkt somit stimulierend auf das Nervensystem und die Psyche. Es vermindert Müdigkeitserscheinungen, steigert Antrieb sowie Stimmung. In höheren Dosen regt es außerdem das Herz-Kreislaufsystem an (Steigerung der Herzfrequenz, Verengung der Blutgefäße).

 

Quellen:
  • Kuriyama, Shinichi, et al. "Green tea consumption and mortality due to cardiovascular disease, cancer, and all causes in Japan: the Ohsaki study." Jama 296.10 (2006): 1255-1265.
  • Bieschke, Jan, et al. "EGCG remodels mature α-synuclein and amyloid-β fibrils and reduces cellular toxicity." Proceedings of the National Academy of Sciences 107.17 (2010): 7710-7715.
  • Ehrnhoefer, Dagmar E., et al. "EGCG redirects amyloidogenic polypeptides into unstructured, off-pathway oligomers." Nature structural & molecular biology 15.6 (2008): 558-566.
  • K. Imai, K. Nakachi "Cross sectional study of effects of drinking green tea on cardiovascular and liver diseases". Br Med J, 310 (1995), pp. 693–696
  • Hintzpeter J, Stapelfeld C, Loerz C, Martin HJ, Maser E. Green Tea and One of Its Constituents, Epigallocatechine-3-gallate, Are Potent Inhibitors of Human 11β-hydroxysteroid Dehydrogenase Type 1 PLoS One. 2014 Jan 3;9(1)