Anzeige
Anzeige

Sie kennen uns vielleicht auch aus:

Warum uns die Grippe auch im Sommer nicht verschont

Anzeige
Geschrieben von Redaktion
Zuletzt aktualisiert am 07.07.2014

In Sommerbäder / Reist jetzt ein jeder / Und lebt famos. / Der arme Dokter / Zuhause hockt er / Patientenlos. / Von Winterszenen / Von schrecklich schönen / Träumt sein Gemüt / Wenn, Dank der Götter / Bei Hundewetter / Sein Weizen blüht. (Wilhelm Busch: Im Sommer)


Leider behält der Dichter nicht in allen Fällen Recht: Auch im Sommer bleibt einigen der Besuch beim Arzt nicht erspart. Denn selbst in der warmen Jahreszeit ist man vor der lästigen Grippe nicht gefeit: Kopf-, Hals- und Ohrenschmerzen (bei Kindern auch Bauchschmerzen), Husten und Schnupfen sowie Fieber können die Symptome der Sommergrippe sein – ganz ähnlich wie bei einer gewöhnlichen Grippe in den Wintermonaten. Tatsächlich handelt es sich – obwohl fälschlicherweise beide als „Grippe“ bezeichnet werden – um zwei verschiedene Erkrankungen: Die Erreger der „echten“ Wintergrippe  stammen aus der Gruppe der Influenza-Viren, die Sommergrippe jedoch wird vor allem durch Coxsackie- und Echoviren hervorgerufen. Dadurch unterscheiden sie sich auch im Verlauf: Die Sommergrippe verläuft deutlich milder. Eine ursächliche Therapie ist nicht möglich, die Pflanzenheilkunde kann aber helfen, die Symptome zu lindern.

Schwitzen senkt das Fieber

Zu Beginn der Sommergrippe empfiehlt es sich, wie bei jeder anderen Erkältung, eine „Schwitzkur“ durchzuführen. Dazu trinkt man Teeaufguss mit schweißtreibenden Inhaltsstoffen wie Holunderblüten (Sambuci flos) und Lindenblüten (Tiliae flos) und wickelt den Körper in warme Decken ein. Durch das angeregte Schwitzen erhält man eine indirekte Fiebersenkung. Ebenso empfehlenswert sind Erkältungsbäder, die durch Wärmezufuhr und ätherische Öle eine verstärkte Durchblutung der Nasen- und Rachenschleimhaut bewirken und auf diese Weise die zelluläre Immunabwehr fördern.

Einen kühlen Kopf bewahren

Anzeige

Um das mit der Sommergrippe häufig verbundene Fieber zu senken und Kopfschmerzen zu lindern, bietet sich zudem ein Aufguss aus Blüten des Mädesüß (Spiraeae flos) oder Weidenrinde (Salicis cortex) an. Sie sind reich an Salizylaten und Salizylderivanten. Das sind Wirkstoffe, die auch in der Schulmedizin in Form von ASS (Acetlysalicylsäure) zur Fiebersenkung, Schmerzlinderung und Entzündungshemmung häufig benutzt werden. Der Vorteil der in Pflanzen vorkommenden Salizylsäurederivate ist, dass sie erst in der Leber in die aktive Form, Salizylsäure, umgewandelt werden und unangenehme Nebenwirkungen wie Sodbrennen und Mikroblutungen im Magen-Darm-Trakt ausbleiben.

Husten lass nach!

Zur Linderung von Husten und gereizten Atemwegen bietet sich die Anwendung ätherischer Öle von Anis, Campher, Eukalyptus, Fichten- und Kiefernnadeln als Inhalation oder als Einreibung auf Brust- und Rücken an. Eine abendliche Einreibung öffnet verstopfte Nasen und hilft, einen erholsamen Schlaf zu finden. Altbewährte Heilmittel gegen Husten sind außerdem Teezubereitungen aus Fenchelfrüchten oder Thymiankraut sowie Fertigpräparate mit Extrakten aus Efeu oder Primelwurzel.

Zu guter Letzt…

… empfiehlt sich wie bei allen Erkrankungen körperliche Schonung, gegebenenfalls sogar Bettruhe, Flüssigkeitszufuhr (mindestens zwei Liter am Tag) und viel Schlaf. Sollten die Symptome dennoch anhalten, ist allerdings ein Arztbesuch fällig.