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Natürliche Hilfe bei Nasennebenhöhlenentzündung

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Geschrieben von Dr. med. Tim Hollstein , Arzt
Zuletzt aktualisiert am 22.05.2017

Nasennebenhöhlenentzündungen werden oft unnötig mit Antibiotika behandelt. Stattdessen lohnt sich der Blick in die Pflanzenheilkunde. Seit kurzem wird ein neues Präparat angeboten, dessen Wirksamkeit nun in einer Studie belegt wurde.

Die Erkältungssaison scheint vorbei zu sein, doch treffen kann es einen zu jeder Jahreszeit. Erst fängt die Nase an zu laufen, dann verstopft sie und das Nasenatmen fällt schwer. Schließlich tritt noch pochender, oft einseitiger Kopf- und Gesichtsschmerz auf. Die Diagnose lautet hier ganz klar: Entzündung der Nasennebenhöhlen, in der Fachsprache akute Rhinosinusitis genannt. Ursache sind in gut zwei Drittel aller Fälle Viren, den Rest verantworten Bakterien. Von den vier Nasennebenhöhlen wird fast immer die Kieferhöhle befallen, was pochende Gesichtsschmerzen und Druckempfindlichkeit unter den Augen verursachen kann. In den meisten Fällen heilt die Entzündung auch ohne Behandlung innerhalb von zwei Wochen komplikationslos aus. Dennoch verordnen viele Ärzte voreilig Antibiotika. Diese sind jedoch wirkungslos gegen Viren und können mögliche Komplikationen nicht verhindern weil zu spät verschrieben. Zudem wird die Resistenzentwicklung von Bakterien gefördert.

Mix aus fünf Heilpflanzen

Bei einer unkomplizierten Rhinosinusitis könnten statt der chemischen Keule Naturheilmittel eingesetzt werden, von denen bereits eine Vielzahl im Handel existieren. Nun prescht mit dem pflanzlichen Fertigarzneimittel BNO 1016 ein weiteres Medikament auf den Markt, das behauptet besser zu wirken als der Rest. Der Mix aus den Extrakten von Holunderblüten, Schlüsselblumenblüten, Enzianwurzel, Gartensauerampferkraut und Eisenkraut ist seit Herbst letzten Jahres unter dem Namen Sinupret® extract erhältlich. Der Hersteller Bionorica gibt an, dass die Wirkstoffe der Heilpflanzen im Gegensatz zum Vorgänger Sinupret® forte vierfach stärker konzentriert werden konnten. Dies soll auch die Wirksamkeit des Medikaments erhöhen. Einen Beleg liefern nun belgische Forscher der Universität Ghent in einer neuen Studie.

Wirksamer als Placebo

An der Doppelblindstudie nahmen insgesamt 380 Patienten teil, die an einer Entzündung der Nasennebenhöhlen litten. Eine Gruppe erhielt das pflanzliche Arzneimittel, die andere Gruppe ein Placebo. Die Patienten wurden über 15 Tage täglich mit Medikament oder Placebo behandelt. Am Ende der Studie wurden die Teilnehmer hinsichtlich ihres Krankheitsgefühls befragt. Die Patienten, die das Naturheilmittel einnahmen, berichteten über eine deutlich bessere Nasenatmung, weniger Kopf- und Gesichtsschmerzen und verringertes Nasenlaufen. Dieser Unterschied zeigte sich bereits ab dem dritten Behandlungstag. Die Untersuchung der Nasennebenhöhlen mittels Ultraschall bestätigte diese Ergebnisse. 7 von 10 der naturheilkundlich behandelten Patienten hatte freie Nasennebenhöhlen, wohingegen in der Placebogruppe nur 6 von 10 Patienten frei durchatmen konnten. Nach dem Fazit der Studie verkürzt das pflanzliche Arzneimittel die Beschwerden einer Nasennebenhöhlenentzündung um ca. zwei Tage. Fraglich bleibt nur, warum das Medikament erst nach drei bis vier Tagen wirkt. Dennoch scheint das Medikament eine mögliche Alternative in der Behandlung einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung darzustellen.

Quellen:
  • Jund R et al., on behalf of the ARhiSi II study group. Clinical efficacy of a dry extract of five herbal drugs in acute viral rhinosinusitis. Rhinology 2012; 50: 417–426
  • Uehleke B. Akute Rhinosinusitis: Neues Präparat signifikant wirksamer als Placebo. Zeitschrift für Phytotherapie 2013; 34: 21
  • Schulten K. et al. DEGAM Leitlinie Rhinosinusitis. Stand 2008