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Schwarzer Tee: lebensverlängernder Muntermacher

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Geschrieben von Dr. med. Tim Hollstein , Arzt
Zuletzt aktualisiert am 18.11.2017

Schwarzer Tee ist eines der beliebtesten Getränke der Deutschen. Er belebt und ist gesund zugleich. Nun entdeckten Bremer Forscher noch einen weiteren Effekt auf unseren Körper: Schwarzer Tee könnte sogar unser Leben verlängern.

It’s Tea-Time! Nicht nur die Engländer zelebrieren den täglichen Teegenuss, auch hierzulande erfreut sich Tee zunehmender Popularität. Besonders schwarzer Tee steht hoch im Kurs. Die bekanntesten Sorten sind Assam und Darjeeling aus Indien sowie Ceylon aus Sri Lanka. Einen halben Liter schwarzen Tee trinkt jeder Deutsche im Durchschnitt pro Woche. Ihm wird eine aufweckende und belebende Wirkung nachgesagt, viel nachhaltiger als die des Kaffees. Eine Bremer Forschergruppe um den Chemiker Prof. Dr. Nikolai Kuhnert hat nun herausgefunden, dass schwarzer Tee auch lebensverlängernd wirken könnte.

Schwarzer Tee besitzt spezielle Polyphenole

Schwarzer Tee wird aus den Blättern der Teepflanze (Camellia sinensis) hergestellt. Nach der Ernte entscheidet die weitere Verarbeitung über den Charakter des Tees. Während grüner Tee sofort getrocknet wird, werden zur Herstellung von schwarzem Tee die Blätter zermahlen und mit Sauerstoff versetzt. Dieser Prozess nennt sich Fermentation. Dadurch werden die Zellwände der Teeblätter zerstört und im Zellinneren entstehen die für die Gesundheit so wichtigen Polyphenole und Aromastoffe. „Schwarzer Tee enthält etwa 30.000 verschiedene Polyphenole. Diese werden in der Teefermentation aus nur sechs Ausgangsverbindungen in den grünen Teeblättern gebildet. Die häufigsten Polyphenole in schwarzem Tee sind Theaflavine und Catechine“, erklärt Kuhnert, Experte auf dem Gebiet der Polyphenole.

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Theaflavine verhindern Zelltod

Polyphenole sind sekundäre Pflanzenstoffe mit einer antioxidativen Wirkung. Im menschlichen Organismus schützen sie die Zellen vor freien Radikalen, die bei der Energiegewinnung in den Zellkraftwerken entstehen und die Zelle angreifen. So werden Entzündungen eingedämmt, das Herzkreislauf-System geschützt und das Krebs- und Osteoporoserisiko sinkt. Daneben besitzen manche Polyphenole noch weitere positive Effekte auf den Körper. Im schwarzen Tee kommt den Theaflavinen eine ganz besondere Bedeutung zu. „Theaflavine binden sich an das Telomer im Zellkern und stabilisieren es“, erklärt Kuhnert. Das Telomer kann man sich wie eine Art Zündschnur am Ende jedes DNA-Stranges vorstellen. Bei jeder Zellteilung wird es etwas kürzer. „Erreicht das Telomer eine kritische Länge, kann sich die Zelle nicht mehr teilen. Für den Organismus bedeutet dies dann das Ende“, so Kuhnert. Die Theaflavine sorgen also dafür, dass sich die Zellen länger teilen können und der menschliche Körper länger leben kann. Jedenfalls in der Theorie, denn bisher fanden alle Studien an Zellen im Labor statt. „Ob sich unsere Ergebnisse direkt auf den menschlichen Organismus übertragen kann, bedarf weiterer Arbeiten“, bekräftigt Kuhnert. Dennoch ist erstmals ein Nachweis dafür erbracht, dass Inhaltsstoffe des schwarzen Tees tatsächlich lebensverlängernd wirken können.

Um von den positiven Effekten des Tees profitieren zu können, rät der Experte zu einem Konsum von drei bis vier Tassen pro Tag. Wer keinen schwarzen Tee mag und trotzdem länger leben möchte, kann auch auf andere polyphenolhaltige Lebensmittel zurückgreifen. Ein berühmter Vertreter ist Rotwein. „Bei ihm ist aus epidemiologischen Studien eine lebensverlängernde Wirkung bekannt“, so Kuhnert. In der Region um die südfranzösische Stadt Bordeaux gibt es ja auch die meisten Hundertjährigen in Europa.

Quellen:
  • Deutscher Teeverband e.V. Tee als Wirtschaftsfaktor. Juni 2013
  • Interview mit Prof. Dr. Nikolai Kuhnert, Jacobs University Bremen. 07.10.2013