Anzeige
Anzeige

Sie kennen uns vielleicht auch aus:

Anzeige

Salbei verhindert Milcheinschuss

Anzeige
Geschrieben von Redaktion
Zuletzt aktualisiert am 22.04.2017

Salbei ist mehr als ein schmackhaftes Gewürz. Traditionell wird es bei Mundentzündungen und Magenverstimmung eingesetzt. Nun zeigt eine neue Studie der Hochtaunus-Kliniken in Bad Homburg, dass Salbei auch zum Abstillen nach einer Schwangerschaft geeignet ist.

Der Name steht für Heilkraft

Salbei, vielen bekannt als leckeres Küchengewürz, trägt bereits in seinem Namen die Kraft der Genesung. Es leitet sich vom lateinischen „salvare“ ab, was soviel wie „heilen“ bedeutet. In Europa sind vorwiegend drei Arten beheimatet, von denen der sogenannte Echte Salbei (Salvia officinalis) die Blätter und das Öl für die naturheilkundliche Medizin liefert. Traditionell wird Salbei äußerlich zur Behandlung von Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut und innerlich bei Verdauungsbeschwerden und übermäßigem Schwitzen eingesetzt, da es unter anderem effektiv gegen Bakterien, Viren und Pilze wirkt und die Magensaftsekretion anregt. Nun zeigt eine neue Studie, dass Salbei auch beim Abstillen nach einer Schwangerschaft eingesetzt werden kann.

Nebenwirkungen durch herkömmliche Abstiller

Als Abstillen bezeichnet man die Entwöhnung des Säuglings von der Muttermilch. Dabei unterscheiden Mediziner primäres Abstillen, bei dem der Säugling von der Geburt an keine Muttermilch erhält, von sekundärem Abstillen zu einem späteren Zeitpunkt. Heutzutage erhalten die Wöchnerinnen für das primäre Abstillen in der Regel das Medikament Cabergolin, das die Wirkung des Nervenbotenstoffs Dopamin nachahmt. Dies führt jedoch bei ca. jeder zehnten Patientin zu ausgedehnten Nebenwirkungen wie Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit und Missempfindungen. „Zudem klagen Patientinnen, die mit Cabergolin abgestillt haben, immer wieder über einen schmerzhaften Milcheinschuss, der nach 2-3 Wochen auftritt und dann nochmals behandelt werden muss“, berichtet Studienleiterin Frau Dr. med. Christina Brinkmann. Daher wurde nach alternativen Heilmitteln gesucht, die bei geringeren Nebenwirkungen ähnliche Erfolge aufweisen.

Salbei klar im Vorteil

Die Untersuchung von Salbei brachte schließlich den Erfolg, wenn auch mit einer leichten Verzögerung. Denn einige Tage nach der Geburt hatte keine der mit Cabergolin behandelten Frauen einen Milcheinschuss zu beklagen, während fast 9 von 10 Frauen in der Salbei-Gruppe davon betroffen waren. Nach drei Wochen wendete sich das Blatt jedoch. In der Cabergolin-Gruppe gab nun jede dritte Frau an, einen Milcheinschuss gehabt zu haben. Zudem litten 22 Prozent an den typischen Nebenwirkungen. In der Salbei-Gruppe berichteten nur noch etwas mehr als die Hälfte der Frauen über einen andauernden Milcheinschuss. Dabei litten lediglich 7 Prozent und damit fast dreimal weniger Frauen als in der Cabergolin-Gruppe an Nebenwirkungen. „Beim Abstillen mit Salbei ist der Milcheinschuss initial offenbar stärker, die Beschwerden klingen jedoch kontinuierlich ab“, resümiert Brinkmann. Auch die Patientinnen nahmen das Salbeiextrakt aufgrund seiner nahezu fehlenden Nebenwirkungen besser an als das Standard-Medikament. Dennoch sollte keiner vorschnell zu Salbei-Tabletten greifen. „Natürlich sollte die Patientin durch einen Frauenarzt oder eine Hebamme beraten werden“, fordert Brinkmann.

Quellen:
  • Gynecol Obstet (2012) 286 (Suppl 1): S 49 – S 279
  • Hänsel et al. Pharmakognosie – Phytopharmazie. 9. Auflage. Springer Verlag 2010