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Die Wiederentdeckung von Safran! Hilfe bei Alzheimer und Co.

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Geschrieben von Redaktion
Zuletzt aktualisiert am 18.03.2017

Safran hatte bisher keine große Stellung in der Naturheilkunde. Durch neue Studien könnte sich das ändern. Denn die Inhaltsstoffe des Safrans könnten sich als effektives Heilmittel bei Alzheimer, Parkinson und Schlaganfall erweisen.

Die aus Safran gewonnenen Narbenschenkel werden gerne zum Kochen und Färben verwendet, der Einsatz als medizinisches Naturheilmittel findet heutzutage jedoch kaum noch statt. Ursprünglich wurde die Knollenpflanze als Beruhigungsmittel, bei Krämpfen oder Asthma angewendet, auch wenn der Wirkungsnachweis durch Studien fehlte. Laut traditioneller chinesischer Medizin ist Safran zudem bei Regelbeschwerden wie dem prämenstruellen Syndrom oder bei Nachwehen hilfreich. Doch der leise Abschied aus der Naturheilmedizin könnte bald ein Ende haben und Safran ein Revival erleben, glaub man zumindest den neuesten Studien. Auf der Suche nach naturheilkundlichen Medikamenten zur Bekämpfung von degenerativen Erkrankungen des Gehirns haben sich die Forscher neben Ginkgo und Co. auch Safran genauer angeschaut. Und siehe da, die Pflanze hat mehr zu bieten als man denkt.

Hilfe bei Alzheimer, Parkinson und Schlaganfall

Vielversprechende Ergebnisse fanden die Neuro-Forscher vor allem in der Behandlung von Schlaganfall, Alzheimer und Parkinson. So wurde das Überleben sogenannter PC-12-Zellen, die unter der Zellkulturbank als Gehirnmodell dienen, nach einem simulierten Schlaganfall entscheidend verbessert. Auch im Tierversuch fielen die Auswirkungen eines Schlaganfalls weitaus geringer aus, wenn die Tiere mit Safran behandelt wurden. Grund ist, dass Extrakte des Safrans die Neurone wie eine Art Schutzschild vor zerstörerischen freien Radikalen abschirmen, wie sie beim Hirninfarkt vorkommen.

Zudem wirkt Safran als Blutverdünner und kann so die Entstehung von Gefäßverschlüssen im Gehirn verhindern. Alzheimer und Parkinson scheinen ebenfalls positiv beeinflusst zu werden. Beiden Erkrankungen liegt unter anderem eine übermäßige Produktion der entzündungsauslösenden Substanz TNF-alpha zugrunde. Zuviel davon kann Nervenzellen zerstören. Die Inhaltsstoffe des Safran schützen die Zellen jedoch vor dem aggressiven Zytokin.
Ferner hemmen sie die Anlagerung der gefährlichen Alzheimer-Plaques und verbessern die Denkleistung von Alzheimer-Patienten ähnlich gut wie herkömmliche Medikamente. Weiterhin hat Safran einen günstigen Effekt auf Parkinson, indem es den Verfall der schwarzen Substanz im Gehirn verhindert. Zudem verbessert es das Lern- und Erinnerungsvermögen, wirkt angstlösend und antidepressiv.

Blockade von Neuro-Rezeptoren

Wie dieser Cocktail an Wirkungen zustande kommt, war bisher weitestgehend unklar. Bekannt war vor allem die antioxidative Wirkung der im Safran enthaltenen Farbstoffe Crocin und Carotin.

Erst neuere Studien konnten zeigen, dass ein weiterer Inhaltstoff namens Crocetin mit bestimmten Nervenzell-Rezeptoren im Gehirn interagiert und dadurch die Kommunikation der Neurone beeinflusst. Hierbei sticht die hemmende Wirkung an NMDA-Rezeptoren heraus. Genauer blockiert Crocetin diese Rezeptoren, so dass der eigentliche Stoff Glutamat nicht mehr andocken kann. NDMA-Rezeptoren spielen normalerweise eine wichtige Rolle im Prozess des Erinnerns und Lernens. Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson stehen jedoch auch mit einer übermäßigen Aktivierung dieser Rezeptoren durch Glutamat in Verbindung.

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Weitere Studien notwendig

Die neuen Studienergebnisse zeigen, dass sich Safran als vielversprechendes Naturheilmittel bei Schlaganfall, Alzheimer und Parkinson herausstellen könnte. Wie alle Naturheilmittel besitzt die im Oktober blühende Pflanze den entscheidenden Vorteil, dass sie nicht wie ein künstlich hergestelltes Medikament nur an einem Punkt wirkt, sondern an mehreren Zielen ansetzt. Diese Taktik ist sinnvoll in der Therapie von neurodegenerativen Krankheiten wie Parkinson oder Alzheimer, deren ein Zusammenspiel aus vielen verschiedenen Ursachen zugrunde liegt.

Da die Studienergebnisse jedoch hauptsächlich an einzelnen Zellen oder an Tieren gewonnen wurden, muss im nächsten Schritt die Wirkung auf das menschliche Gehirn genauer unter die Lupe genommen werden. Dazu sollte in erster Linie überprüft werden, inwieweit die Inhaltsstoffe des Safrans auch im menschlichen Körper an den richtigen Ort gelangen, um ihre Wirkung zu entfalten. Fallen diese Tests positiv aus, können erste Wirksamkeits-Studien mit Safran in Angriff genommen werden.

Quellen:
  • Berger F, Hensel A, Nieber K. Crocus sativus L. ist nicht nur ein Gewürz Zeitschrift für Phytotherapie 2012; 33: 263–271
  • Hänsel et al. Pharmakognosie – Phytopharmazie. 9. Auflage. Springer Verlag 2010