Anzeige
Anzeige
Anzeige

Schonende Prostatakrebstherapie durch Granatapfelextrakt

Anzeige
Geschrieben von 2013-08-05
Zuletzt aktualisiert am 2017-08-0505.08.2017
Fotolia_©-Rafael-Ben-Ari

Schon vor Jahren wurde der Granatapfel von Wissenschaftlern als effektives Mittel gegen Prostatakrebs identifiziert. Nur fehlten bisher aussagekräftige Studien an Patienten. Zwei neue Untersuchungen zeigen nun, dass Granatapfelextrakt das Krebswachstum auch am Menschen hemmt.

Der Granatapfelbaum ist hauptsächlich in Vorderasien und Nordafrika beheimatet. Seine Früchte sind dort seit langem als schmackhaftes Nahrungsmittel und Heilpflanze bekannt. Die gesundheitsfördernde Wirkung wird dabei dem sehr hohen Gerbstoffgehalt zugesprochen. Vor einigen Jahren gerieten die roten, beerenartigen Früchte auch in den Fokus der westlichen Medizin. Bisher durchgeführte Studien bescheinigen dem Granatapfel unter anderem positive Effekte auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Prostatakrebs.

Zellstudien: Granatapfelextrakt hilft bei Prostatakrebs

Insbesondere für Prostatakrebs scheinen die Ergebnisse vielversprechend zu sein. Der entscheidende Vorteil liegt in den weitaus geringeren Nebenwirkungen im Vergleich zur Strahlen- oder Chemotherapie. Prostatakrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten des Mannes und tritt erst im hohen Alter auf. Obwohl sehr viele Männer daran erkranken, sterben jedoch nur die wenigsten am Krebs selbst, da er in der Regel langsam fortschreitet und andere Krankheiten dem Krebs oft zuvorkommen. Die Kraft des Granatapfels könnte noch zusätzlich das Tumorwachstum hemmen. Da bisherige Studien jedoch oft eine mindere Qualität haben und nur an menschlichen Zellen durchgeführt wurden, haben zwei Forscherteams jüngst ein Granatapfelextrakt an Patienten mit Prostatakrebs getestet.

Anzeige

Patientenstudien zeigen gleiche Effekte

Sie untersuchten dazu in zwei unabhängigen, hochqualitativen Studien die Wirkung eines Granatapfelextrakts an Patienten mit Prostatakrebs, deren Vorsteherdrüse bereits durch eine radikale OP entfernt wurde. Ziel der Studien war es, ein mögliches Wiederauftreten des Krebses mittels des Granatapfelextrakts zu verzögern bzw. zu vermeiden. Die Forscher kontrollierten den Verlauf der Krebserkrankung mithilfe des sogenannten PSA-Wertes. Das „Prostata-spezifisches Antigen“ ist ein Blutmarker, der recht zuverlässig mit dem Auftreten von Prostatakrebs korreliert und den Verlauf der Erkrankung anzeigt.

In der ersten Studie verabreichten die Wissenschaftler täglich ein Glas Granatapfelsaft an 48 Probanden über einen Zeitraum von einem Jahr. Hier zeigte sich, dass der PSA-Wert im Laufe der Untersuchung langsamer anstieg und bei einigen Patienten sogar abnahm. In der zweiten Studie wurden über 100 Männer eingeschlossen und in drei Gruppen eingeteilt. Zwei Gruppen wurden täglich mit Kapseln aus Granatapfelextrakt in unterschiedlicher Dosierung behandelt, während die dritte Gruppe ein Placebo erhielt. Nach sechs Monaten zeigte sich in beiden Granatapfel-Gruppen ein deutlich langsamer Anstieg des PSA-Wertes im Vergleich zur unbehandelten Gruppe. Interessanterweise erzielten beide Dosierungen die gleichen Effekte – es kommt also scheinbar nicht auf die Dosis an.

Die Ergebnisse beider Studien sprechen für einen ergänzenden Einsatz des Granatapfelextrakts in der Prostatakrebstherapie. Zwar fehlt noch der endgültige Beweis, dass der Granatapfel das Tumorwachstum direkt hemmt, dennoch könnte schon bald eine Granatapfeltablette zur Behandlung von Prostatakrebs dazugehören.

Quellen:
  • Hohmann CD. Punica granatum – Kult(ur)pflanze mit antineoplastischem Potenzial. Zeitschrift für Phytotherapie 2013; 34: 129–132
  • Paller et al. A randomized phase II study of pomegranate extract for men with rising PSA following initial therapy for localized prostate cancer. Prostate Cancer Prostatic Dis 2013; 16: 50–55
  • Pantuck et al. Phase II study of pomegranate juice for men with rising prostate-specific antigen following surgery or radiation for prostate cancer. Clin Cancer Res 2006; 12: 4018–4026