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Prämenstruelles Syndrom: Beschwerden lindern mit Mönchspfeffer

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Geschrieben von Katharina Haller , Medizinstudentin an der Universität Rostock
Zuletzt aktualisiert am 16.08.2017

"Was ist denn mir dir los – hast du deine Tage?" Was häufig so flapsig und unsensibel daher gesagt wird, bedeutet für viele Frauen eine deutliche Einschränkung ihrer Lebensqualität. Jede vierte bis fünfte Frau leidet unter den Tagen vor den Tagen - dem sogenannten prämenstruellen Syndrom (PMS). Sanfte Hilfe leistet eine Pflanze, die einst den Klosterfrieden bewahrte – der Mönchspfeffer.

Schmerzen, Migräne, Unbehagen: So äußert sich das PMS

Viele Frauen fühlen sich 7 bis 10 Tage vor der nächsten Periode unwohl, reizbar und teilweise sogar depressiv verstimmt. Es kann zu Rückenschmerzen und Kopfschmerzen bis zur Migräne kommen. Manchmal lagert der Körper Wasser ein, wodurch das Gewicht ansteigt und Gesicht, Hände und Füße anschwellen. Auch schmerzende Brüste und Verdauungsprobleme sind sehr häufige Symptome bei PMS. Wie es zu diesen Beschwerden kommt, ist noch nicht abschließend geklärt. Forscher vermuten einen Zusammenhang mit einem erhöhten Spiegel des Botenstoffs Prolaktin, der normalerweise in der Schwangerschaft für die Milchbildung zuständig ist. 

Wissenswertes zum Mönchspfeffer

Vitex agnus castus L., auch bekannt als Mönchspfeffer und Keuschbaum, ist eine in Mitteleuropa und Zentralasien beheimatete Pflanze, die äußerlich dem Hanf ähnelt. Schon an seinem volkstümelnden Namen ist abzulesen, wie tief die Pflanze in der Geschichte der Naturheilkunde verwurzelt ist – wenn auch in einem etwas anderen Kontext: Im Mittelalter wurde dem Mönchspfeffer nämlich nachgesagt, er könne das sexuelle Verlangen vermindern und die Keuschheit fördern. Doch auch wenn es um die Behandlung von Zyklusstörungen und des prämenstruellen Syndroms geht, ist der Mönchspfeffer der Volksheilkunde schon lange bekannt.  

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Was sagt die Forschung zum Mönchspfeffer?

Der Wirkmechanismus des Mönchspfeffers ist noch nicht in allen Einzelheiten aufgeklärt, zwei Effekte des Wirkstoffs scheinen aber von besonderer Bedeutung zu sein: Zum einen scheint die Pflanze (ebenso wie das körpereigene Dopamin) den Prolaktinspiegel zu senken. Eine hilfreiche Eigenschaft, da Prolaktin als Botenstoff die Beschwerden verursachen kann. Zum anderen bindet Mönchspfeffer an bestimmte Rezeptoren, welche die Schmerzwahrnehmung hemmen können.

Die Wirksamkeit von Mönchspfefferpräparaten bei PMS-Symptomen wurde vielfach untersucht. In einer 2001 veröffentlichten Studie mit 170 Frauen besserten sich die Beschwerden unter Einnahme eines Fertigpräparats im Vergleich zu einem Placebo signifikant. Die europäische Gesellschaft für Phythotherapie ESCOP empfiehlt für Frauen mit PMS eine Dosis von bis zu 240 mg täglich. Um von der Wirkung des Mönchspfeffers zu profitieren, ist jedoch eine regelmäßige Einnahme über mindestens drei Monate wichtig. Auch empfiehlt es sich, auf eines der vielen Fertigpräparate in Form von Tinkturen, Kapseln oder Tabletten zurückzugreifen, da dort ein standardisierter Wirkstoffspiegel vorliegt.

Hier ist Vorsicht geboten

Frauen in der Schwangerschaft und in der Stillzeit sollten auf die Anwendung von Mönchspfeffer verzichten, da er die Milchbildung stören kann. Auch bestimmte Medikamente (unter anderem gegen Parkinson) werden durch von ihm beeinflusst. Befragen Sie hierzu auf jeden Fall Ihren Arzt oder Apotheker. Sollten Sie in der Zeit der Einnahme juckende Hautausschläge entwickeln, so ist es möglicherweise eine Nebenwirkung der Heilpflanze.

Was sonst noch hilft

Für die psychische Balance bei PMS-Beschwerden kann helfen, sich ein entspannendes Vollbad (zum Beispiel mit Lavendel) einzulassen und sich mit Meditation oder autogenem Training bewusst Zeit für sich zu nehmen. Um den Wassereinlagerungen entgegenzuwirken, empfiehlt es sich einen großen Bogen um salzreiche Speisen zu machen und stattdessen ordentlich bei Obst und Gemüse zuzulangen. Übrigens transportiert auch Sport überschüssiges Wasser ab. 

Quellen:
  • Leitfaden Phytotherapie (Elsevier, 2010)

  • Schellenberg, R. "Treatment for the premenstrual syndrome with agnus castus fruit extract: prospective, randomised, placebo controlled study." Bmj 322.7279 (2001): 134-137.

  • Effect of Vitex agnus - Castus L. leaf and fruit flavonoidal extracts on serum prolactin concentration Azadbakht M., Baheddini A., Shorideh S.M., Naserzadeh A. Journal of Medicinal Plants 2005 4:16 (56-61)