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Naturheilkunde begleitend zur Krebstherapie

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Geschrieben von Dr. med. Tim Hollstein , Arzt
Zuletzt aktualisiert am 22.11.2017

Die Behandlung von Krebs verursacht oft starke Nebenwirkungen, die entweder gar nicht oder nur durch starke Medikamente bekämpft werden können. Dabei wünschen sich viele Patienten eine schonende Behandlung. Die Naturheilkunde bietet hier neue Ansatzpunkte.

Nach der Diagnose „Krebs“ wartet auf Betroffene oft ein jahrelanger Behandlungsmarathon aus strapazierenden Chemotherapien und Bestrahlungen. Selbst wenn sich diese Behandlungsverfahren in den letzten Jahrzehnten stark verbessert haben, können sie schwere Nebenwirkungen auslösen. Dazu zählen Haarverlust, extreme Müdigkeit, Infektanfälligkeit, Entzündungen von Haut und Schleimhäuten und Magen-Darm-Beschwerden. Um den Krebspatienten eine hohe Lebensqualität während der Therapie zu gewährleisten, spielt die Behandlung der Nebenwirkungen eine immer wichtigere Rolle. Doch die Liste an zur Verfügung stehenden Medikamenten ist sehr dünn, häufig gibt es gar keine Präparate oder nur solche mit wiederum starken Nebenwirkungen. Daher werfen mehr und mehr Ärzte einen Blick in Richtung Naturheilkunde. Schließlich wünschen sich auch Patienten zunehmend eine Behandlung mit sanften Arzneimitteln.

Ginseng bei chronischer Müdigkeit

Eine der häufigsten Folgen von Krebs ist das Fatigue-Syndrom, einem oft monatelang währenden Zustand chronischer Müdigkeit mit einem massiv erhöhten Ruhebedürfnis, Depressionen und Motivationslosigkeit. Vier von fünf Patienten leiden darunter. Es beeinträchtigt die Lebensqualität enorm. Ursachen sind die Krebserkrankung selbst oder die Chemotherapie. Bislang gibt es keine herkömmlichen Medikamente, die die Müdigkeit lindern können. Einige Naturheilkundler empfehlen in diesem Fall die Einnahme von Ginseng und Guaraná. Beide Pflanzen sind traditionell als Stärkungsmittel bei Erschöpfungszuständen bekannt. Leider fehlt bis jetzt der eindeutige Wirksamkeitsnachweis im Falle des Fatigue-Syndroms.

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Aloe Vera gegen die Folgen der Strahlentherapie

Zur Bekämpfung von Krebs gilt neben der Chemo- die Strahlentherapie als zweite Waffe. Hochenenergetische Strahlung wird punktgenau auf den Tumor geschossen, um ihn zu zerstören. Dabei wird auch gesundes Gewebe geschädigt. Bei Tumoren im Kopf-Hals-Bereich tritt als schwere Nebenwirkung oft eine Entzündung der Schleimhäute auf. Diese als „Mukositis“ bezeichnete Komplikation verursacht offene Stellen im Mund und geht mit erheblichen Schmerzen einher. Auch hier existiert bislang kein herkömmliches Medikament. Dagegen zeigen neue Studien, dass natürliche Heilmittel wie Aloe Vera und Ringelblumenblüten-Extrakt der Mukositis vorbeugen können. Aloe Vera senkt dabei auch das Risiko von Pilzinfektionen. Beide Heilpflanzen sind zudem wirksam in der Behandlung der sogenannten Strahlendermatitis, einer Entzündung der Haut infolge der Strahlentherapie. Untersuchungen konnten zeigen, dass Aloe Vera hier prophylaktisch eingesetzt werden kann.

Weitere Nebenwirkungen einer Krebstherapie sind Durchfall, Verstopfung, Infektanfälligkeit und Störungen der Sensibilität. Gegen Durchfall eignen sich Flohsamenschalen. Bei Verstopfung empfiehlt sich zudem noch die Anwendung von Leinsamen und Weizenkleie. Leichte Infekte können mit Extrakten der Meerrettichwurzel und Kapuzinerkresse bekämpft werden. Einige Chemotherapeutika verursachen Empfindungsstörungen in Fingern und Füßen. Warme Hand- und Fußbäder aus Ringelblume, Kamillenblüten und Salbeiblättern können die Sensibilität wieder verbessern.

Es bleibt festzuhalten, dass die Natur ein reichhaltiges Arsenal an Wirkstoffen bietet, die gegen die Nebenwirkungen einer Krebstherapie eingesetzt werden können. Das Ziel sollte sein, den Patienten so schonend wie möglich zu behandeln, denn der Stress einer Chemotherapie belastet den Körper schon stark genug. Auch wenn viele Präparate bisher in ihrer Wirkung nicht ausreichend belegt sind, bedeutet es nicht, dass sie nicht wirksam sind. Schließlich sind mit der Finanzierung einer Studie immer erhebliche Kosten verbunden. Eine Anwendung von Naturheilmitteln sollte daher immer in Erwägung gezogen werden, auch zwecks mangelnder Alternativen. In vielen Fällen wird sie sich lohnen.

Quellen:
  • Kraft K. Phytotherapie in der Palliativsituation. Z Phytother 2013; 34(04): 176-180. DOI: 10.1055/s-0033-1349758