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Pflanzliche Antibiotika könnten gegen resistente Bakterien wirken

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Geschrieben von Dr. med. Tim Hollstein , Arzt
Zuletzt aktualisiert am 07.07.2017

Das Antibiotikum ist eine wichtige Waffe der Medizin. Doch sie droht abzustumpfen, denn Bakterien entwickeln ständig neue Abwehrmechanismen. Da die Entwicklung neuer Antibiotika überaus kostspielig ist, befürworten viele Experten eine Renaissance der pflanzlichen Heilmittel.

 

Antibiotika werden heute bekanntermaßen viel zu häufig verschrieben, doch das liegt nicht nur an der leichtfertigen Verordnungspraxis seitens der Ärzte. Viele Patienten fordern die Behandlung mit Antibiotika ausdrücklich ein, um zum Beispiel ihre Erkältung schneller loszuwerden. Dass dieser Weg in vielen Fällen wenig sinnvoll ist, ist den Betroffenen oft nicht bewusst. Denn der Großteil aller winterlichen Schnupfen- und Hustenepisoden wird von Viren verursacht, die gegen die Wirkung der Antibiotika immun sind. Hinzu kommt, dass in der Massentierhaltung Antibiotika per Gießkannenprinzip verfüttert werden. Folge dieses verschwenderischen Umgangs ist eine immer stärkere Zunahme von resistenten Bakterien. Die bekanntesten Vertreter sind MRSA (Methicillin-resistente Staphylococcus aureus) und VRE (Vancomycin-resistente Enterokokken).

Antibiotikum versus Bakterium

Der Hintergrund dieser Entwicklung ist schnell erklärt: Ein Antibiotikum greift das Bakterium an einer bestimmten Stelle an, beispielsweise löst es die Zellwand auf. Die Bakterien versuchen ein Mittel dagegen zu finden und ändern ihre Gene. Meist sterben sie jedoch, bevor sie die richtige Genkombination gefunden haben. Werden Antibiotika zu kurz oder zu häufig eingenommen, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass einige Bakterien die richtige Genkombination finden und gegen das Antibiotikum resistent werden.

 

Und dann benutzen sie einen raffinierten Trick: Sie übermitteln diese Kombination an die umgebenen Bakterien. Und aus dem Nichts hat man einen resistenten Bakterienstamm im Körper. In solchen Fällen kommt ein anderes Antibiotikum zum Einsatz, das das Bakterium an anderen Stellen attackiert. Bislang hatte man dafür immer ein neues Medikament zur Hand. Mittlerweile nähern wir uns allerdings einem kritischen Punkt – einige Bakterienstämme sind bereits gegen fast jedes Antibiotikum resistent. Auch die Weltgesundheitsorganisation warnt in diesem Zusammenhang vor einem der größten gesundheitlichen Probleme unserer Zeit.

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Neue Antibiotika nicht in Sicht aber Pflanzliche Alternativen?

Wie löst man dieses Problem? Neue Antibiotika sind bisher nicht in Sicht, was in erster Linie an der überaus teuren Erforschung neuer Wirkstoffe liegt. Eine andere Möglichkeit liegt in einem verantwortungsvolleren Umgang mit Antibiotika. Als weitere echte Alternative könnten sich Heilpflanzen entpuppen. Sie wirken im Unterschied zu Antibiotika meist nicht nur antibakteriell, sondern bekämpfen auch Viren und Pilze. Zudem lindern die pflanzlichen Extrakte Entzündungen ganz allgemein durch ihre Vielzahl an Inhaltsstoffen, was die Heilung zusätzlich unterstützt.

 

Ein Beispiel ist die Große Kapuzinerkresse, die zur Arzneipflanze des Jahres 2013 gewählt wurde. Zusammen mit Meerrettich eingenommen ist sie sehr wirksam bei Bronchitiden, Nasennebenhöhlen- und Blasenentzündungen. Ein noch bekannterer Vertreter ist die Kamille. Eine Gurgellösung oder eine Inhalation mit Kamillenextrakt wirkt antibakteriell, antiviral und wundheilungsfördernd – ideal bei einer Erkältung.

 

Weitere natürliche Heilmittel gegen Bakterien sind Propolis, Salbei, Teebaumöl und Thymian. Es wird sich definitiv lohnen, in Zukunft bei leichten bis mittelschweren Erkältungen, Bronchitiden und Nasennebenhöhlenentzündungen auf pflanzliche Heilmittel zu setzen. Davon könnte nicht nur der Geldbeutel der Krankenkassen profitieren, sondern auch die eigene Gesundheit.

Quelle:
  • Pressemitteilung des Komitee Forschung Naturmedizin e.V.: Infektionen: Neue Behandlungsstrategie setzt auch auf pflanzliche Arzneimittel. Veröffentlicht am 14.04.2014