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Die Möhre: altbewährt - neu entdeckt

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Geschrieben von Katharina Haller , Medizinstudentin an der Universität Rostock
Zuletzt aktualisiert am 06.03.2017

Der Frühling naht mit aller Macht – Zeit für einen Blick über den Tellerrand. Oder? Eigentlich bleiben wir in dieser Woche genau dort, nämlich auf unseren Tellern, und schenken einem unserer liebsten Gemüse etwas wohlverdiente Aufmerksamkeit. Ob als Möhre, Mohrrübe oder Karotte – wer kennt diese Wurzel nicht? Doch dass die Möhre nicht nur Sättigungsbeilage, sondern auch als Heilpflanze ein wahrer Alleskönner ist, ist wohl den wenigsten bekannt. Tatsächlich war zur Zeit der Römer und Griechen der Antike genau das Gegenteil der Fall: Damals wurde die Karotte sogar ausschließlich als Heilpflanze angebaut – an die Verwendung als Nahrungsmittel dachte noch niemand.

Teil einer berühmten Heilpflanzenfamilie

So verwunderlich es auf den ersten Blick scheinen mag, dass die Möhre eine wirkmächtige Heilpflanze sein soll – schon ein Blick auf ihre Zugehörigkeit offenbart die Bedeutung: Die Möhre (Daucus carota) gehört zur Familie der Doldenblütler, der weitere populäre Heilgewächse wie Kümmel, Anis, Koriander, Fenchel und viele andere angehören. Doch wo bei den genannten Verwandten oft der oberirdische Teil genutzt wird, so ist es bei der Karotte die Wurzel, die sie bekannt gemacht hat.

Falcarinol - die Wunderwaffe

Eine Gemeinsamkeit, die allen Pflanzen der Familie der Doldenblütler innewohnt, ist ihr hoher Gehalt an Falcarinol. Das ist ein Stoff, der von der Pflanze als "natürliches Pestizid" gegen Insekten, Pilze und andere Mikroorganismen gebildet wird und über entsprechend viele Wirkeigenschaften verfügt: So wurde nachgewiesen, dass er antifungal (pilzabtötend) und antibakteriell (bakterienabtöend) wirkt und dies sogar in arzneimittelrelevanter Stärke. Ebenso konnte gezeigt werden, dass Falcarinol gegen Krebs, besonders gegen Magenkrebs, zu helfen scheint. Eine weitere Wirkung ist der von Aspirin sehr ähnlich: Falcarinol wirkt anti-inflammatorisch (entzündungshemmend) und hemmt die Verbindung der Blutplättchen untereinander.

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Natürlicher Sonnenschutz

Wenn man an Sonnenschutz denkt, assoziiert man wohl meist Sonnencremes. Doch dass man zum Schutz der Haut vor der schädlichen UV-Strahlung bestimmte Stoffe auch direkt aufnehmen kann, ist für viele sicher ein neuer Gedanke. Hier kommt Möhre ins Spiel: Sie enthält nämlich Carotinoide, also gelbe und rote Farbstoffe, unter denen sich auch das Betacarotin befindet. Bei hohem Verzehr lagert sich dieser Farbstoff in die Haut ein und sorgt zum einen für schönen Teint und zum anderen anscheinend auch für einen natürlichen Schutz gegen Sonnenbrand. Trotzdem wird zusätzlich zur Sonnencreme geraten. Sonnenallergiker (polymorphe Lichtdermatose) können, so scheint es, ihre Symptome durch Einnahme von Carotinoiden lindern und zum Teil sogar verhindern.

Karotten für Niere und Magen

Die Karotte besitzt durch ihren hohen Kalium- und ihren niedrigen Natriumgehalt eine natürliche diuretische (entwässernde) Wirkung und kann dadurch bei Ödemen (Wassereinlagerungen) helfen. Ödeme sind in der Regel Symptom verschiedenster Erkrankungen, etwa Herzschwäche oder Krampfadern. Auch bei Magenschmerzen oder Durchfall kann Karottensaft helfen. Zwei bis drei Gläser täglich scheinen die Beschwerden zu lindern.

Quellen:
  • L.P. Christensen, K. Brandt Bioactive polyacetylenes in food plants of the Apiaceae family: Occurrence, bioactivity and analysis in Journal of Pharmaceutical and Biomedical Analysis, 41 (2006), pp. 683–693
  • Stahl, W., and J. Krutmann. Systemische Photoprotektion durch Karotinoide. Der Hautarzt 57.4 (2006), pp. 281-285.
  • Lyon, Alan F., and Arthur C. DeGraff. Diuretic therapy. Part VI. Metabolic complications of thiazide therapy and their correction. in American Heart Journal 68.5 (1964), pp. 710-712.