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Mit Pflanzenkraft durch die Schwangerschaft – diese Heilpflanzen haben sich bewährt

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Geschrieben von Katharina Haller , Medizinstudentin an der Universität Rostock
Zuletzt aktualisiert am 29.09.2014

Die Schwangerschaft ist eine aufregende Zeit im Leben einer Frau, aber auch eine große Strapaze: Der Körper verändert sich – und plötzlich trägt man Verantwortung für zwei. Mit dem Blick auf das Kindeswohl sind viele angehende Mütter zurückhaltend mit dem Gebrauch von Medikamenten, manche verzichten auch ganz auf sie. Drei Viertel der Frauen leiden unter Schwangerschaftsübelkeit und auch Magen-Darmprobleme oder die nervliche Belastung können die Freude über das Familienglück trüben. Hausmitteln aus der Naturapotheke und pflanzlichen Medikamenten wird eine nebenwirkungsarme Wirkung nachgesagt – aber stimmt das wirklich immer?

Wir geben Ihnen einen Überblick, wie Sie die Pflanzenheilkunde sicher durch die Schwangerschaft begleiten kann und verraten Ihnen, welche Pflanzen Sie unbedingt meiden sollten.

Typisch schwanger - was hilft bei...

  • Übelkeit und Erbrechen

  • Rund 75% aller Schwangeren sind vor allem bis zur zwölften Woche betroffen. Hier bietet sich die Heilkraft der Pfefferminze an: Ihre Stoffe wirken über bestimmte Rezeptoren direkt auf die Muskulatur des Magen-Darm-Trakts und beruhigen diese. Teezubereitungen aus Pfefferminzblättern sind eine gute Möglichkeit, die Schwangerschaftsübelkeit auf sanfte Art zu lindern. Alternativ beträufeln Sie Zuckerwürfel mit Pfefferminzöl und lassen diese auf der Zunge zergehen.

     

  • Blähungen und Verstopfung

  • Wenn Sie unter starker Darmgasbildung leiden, können Sie sich Tees aus Kümmel, Fenchel und Anis kochen. Verstopfung können Sie am besten durch eine Ernährungsumstellung auf ballaststoffreiche Kost (viel Vollkornprodukte, Obst und Gemüse) und reichliches Trinken ausgleichen. Flohsamen oder Leinsamen im Müsli quellen im Darm und lockern den Stuhl auf. Meiden Sie jedoch andere Abführmittel – auch wenn es sich um natürliche Mittel aus der Pflanzenheilkunde (siehe unten) handelt!

     

  • Schlafstörungen und Unruhe

  • Das Einschlafen erleichtern kann am besten ein Fertigpräparat in Tablettenform mit Kombination der Extrakte aus Baldrian, Hopfen und Melisse. Und auch bei nervöser Unruhe hilft Ihnen die Pflanzenheilkunde: Teemischungen mit Johanniskraut, Hopfen, Lavendel und Melisse wirken beruhigend auf die Nerven.

     

  • Zahnfleischentzündung

    Bei fast allen Schwangeren treten leichte Formen der sogenannten Schwangerschaftsgingivitis auf. Die Ursache ist noch nicht bekannt, ein Zusammenhang zum erhöhten Östrogenspiegel erscheint aber möglich. Hier empfehlen sich besonders Mundspülungen aus Tinkturen von Kamillenblüten, Myrrhe oder Salbei.

Besser nicht – diese Heilkräuter müssen Sie meiden

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Die Pflanzenheilkunde genießt aus gutem Grund einen Ruf als sanfter, fast nebenswirkungsfreier Zweig der Medizin. Bestimmte Heilkräuter haben jedoch Wirkungen, die dem schwangeren Körper unzuträglich sind – und die Schwangerschaft sogar gefährden können.

Phytotherapie – auch nach der Schwangerschaft ein Thema

Auch nach der Schwangerschaft können Sie von der Pflanzenheilkunde profitieren. Durch das Stillen sind die Brustwarzen oft gereizt oder entzündet. Beruhigend und entzündungshemmend wirken hier zum Beispiel die Ringelblume (als Wundsalbe erhältlich), Arnika (als Umschläge aus 1 : 10 verdünnter Tinktur) oder Johanniskrautöl (als Rotöl in der Apotheke). Auch für Ihr Neugeborenes können Sie schon früh die Pflanzenkraft angedeihen lassen: Studien haben gezeigt, dass Fertigpräparate aus Fenchel, Melisse und Kamille – wenn sie von der Mutter eingenommen werden – Bauchkrämpfe beim gestillten Kind verringern können.

Noch mehr Wissen über die Rolle der Naturheilkunde in der Schwangerschaft finden Sie in unserem großen Ratgeber-Special.

 

Quellen:
  • Huber, Roman: Mind-Maps Phytotherapie 
  • Schilcher, Heinz et al.: Leitfaden Phytotherapie