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Lavendelöl bei Angstzuständen – macht das Sinn?

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Geschrieben von 2013-07-08
Zuletzt aktualisiert am 2017-07-0909.07.2017

Lavendelöl hilft erwiesenermaßen gegen Angststörungen und ist seit drei Jahren im Handel zugelassen. Der klare Vorteil gegenüber konventionellen Mitteln liegt im nahezu ausgeschlossenen Suchtrisiko. Experten kritisieren jedoch, dass Lavendelöl nur bei leichten Ängsten helfe, die gar nicht behandlungsbedürftig seien.

Wer so mutig war und aus über 4000 m Höhe mit dem Fallschirm aus einem Flugzeug gesprungen ist, der weiß recht genau, was es bedeutet, Angst zu haben. Angst ist ein überlebenswichtiger Schutzmechanismus, der unseren Körper vor Gefahren warnt und ihn in Alarmbereitschaft versetzt. Ist die Gefahr vorüber, wie nach einem Fallschirmsprung, dann entwickelt sich oft ein Gefühl der Euphorie. Doch manchmal bleibt die Angst dauerhaft bestehen und wird zur Krankheit. Man spricht in diesem Fall von einer Angststörung. Betroffene leiden unter typischen Stress-Symptomen wie Herzklopfen, Zittern und Schweißausbruch. Angst haben kann man vor fast allem, häufig sind enge Räume (Platzangst) und Spinnen. Manche Menschen fürchten sich auch vor sozialen Kontakten oder leiden an dauerhafter, grundloser Angst (generalisierte Angststörung). Fakt ist, dass bis zu einem Viertel aller Deutschen, immerhin 20 Millionen Menschen, irgendwann im Laufe des Lebens eine Angststörung durchstehen.

Lavendelöl-Präparat ohne Suchtrisiko

Die Behandlung sollte grundsätzlich so früh wie möglich erfolgen, um ein Festsetzen der Angst zu verhindern. Eine Kombination von Verhaltenstherapie und Medikamenten ist die Therapie der Wahl. Patienten erhalten dabei meist Antidepressiva oder Benzodiazepine. Diese Arzneimittel sind zwar sehr wirksam, jedoch besteht die Gefahr von Abhängigkeit und schweren Nebenwirkungen. Forscher suchen daher nach Alternativen und entdeckten jüngst das im Lavendelöl enthaltene Silexan als Wirkstoff gegen Angststörungen. Dabei ist der Gedanke gar nicht so neu, schon die Römer haben die beruhigende Wirkung von Lavendel zu schätzen gewusst. Der entscheidende Vorteil: Es hilft gegen Angstzustände ohne Suchtgefahr.

Wirkung nur bei leichten Angststörungen

Erste Studien aus dem Jahr 2010 konnten einen signifikanten Effekt des pflanzlichen Arzneimittels gegenüber einer Placebo-Gruppe feststellen. In einer weiteren Studie konnte das Lavendelöl-Präparat sogar die gleiche Wirkung wie ein herkömmliches Benzodiazepin erzielen. Basierend auf diesen Untersuchungen brachte eine deutsche Firma vor gut drei Jahren das erste Lavendelöl-Medikament gegen Angststörungen auf den Markt. Es ist rezeptfrei in jeder Apotheke erhältlich. Vorwiegend wird es zur Behandlung von leichten, unterschwelligen Angststörungen eingesetzt.

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Nicht sofort zu Medikamenten greifen

Dennoch wurde mit der Zulassung des Medikaments auch Kritik laut. Experten bemängeln, dass leichte Angstzustände durchaus normal sein können und nicht einer sofortigen Behandlung bedürfen. So kritisiert auch das arznei-telegramm®, dass mit der Zulassung des Lavendelöl-Präparats einfache Befindlichkeitsstörungen zu behandlungsbedürftigen Krankheiten degradiert werden. Unter dem Stricht spricht nichts gegen die Einnahme des Lavendelöl-Präparats. Man sollte sich jedoch immer fragen, ob man seiner Angst nicht mit anderen Mitteln Herr werden kann.

Quellen:
  • Pressemitteilung Komitee Forschung Naturmedizin e.V. Lavendelöl-Präparat mildert Angst und Unruhe ohne Suchtrisiko. KFN 3/2013 – 14.05.2013
  • Payk. Checkliste Psychiatrie und Psychotherapie. Thieme Verlag (2007)
  • Brüning E. Lavendelöl (Lasea) gegen Angst? arznei-telegramm®, 2011, 42(3), 31-32
 
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