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Bei Husten und Bronchitis: Wohltuende Inhalationen mit ätherischen Ölen

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Geschrieben von Katharina Haller , Medizinstudentin an der Universität Rostock
Zuletzt aktualisiert am 10.11.2017

Bei Atemwegsinfekten ganz einfach zuhause anzuwenden und relativ risikoarm ist die Inhalation mit ätherischen Ölen. Diese ist eine wirkungsvolle Alternative zur Schulmedizin. Durch Inhalation können die Arzneistoffe direkt an Ort und Stelle wirken, ohne vorher den Umweg über den Körper zu machen. Doch wie ist das mit der Inhalation nun in der Praxis?
Hier finden Sie Antwort auf die wichtigsten Fragen.
 

Mit ganzen 100 m² bildet der Atemtrakt die größte Oberfläche unseres Körpers. Ohne dass es uns bewusst ist, stehen wir über ihn in ständigem Austausch mit der Umwelt: Unsere Atemwege durchströmen pro Tag durchschnittlich 12.000 Liter Luft. Dass wir dabei auch in Berührung mit weniger wünschenswerten Dingen wie Keimen oder Staubpartikeln kommen, lässt sich leider nicht vermeiden. Zum Glück verfügt unser Körper über ausgeklügelte Abwehrmechanismen. Zum Beispiel Zellen mit feinen Härchen, die durch peitschenartige Bewegungen für den Abtransport in Richtung Rachen sorgen oder spezielle Fresszellen, die Fremdstoffe in sich aufnehmen.

Allem Schutz zum Trotz sind Infektionen der Atemwege keine Seltenheit. Am meisten gefährdet sind Menschen, deren Atemwege schon krank sind – zum Beispiel bei chronisch obstruktiver Bronchitis ("Raucherhusten") oder Mukoviszidose (einer erblichen Stoffwechselerkrankung mit Lungenbeteiligung).

Was sind ätherische Öle?

Ätherische Öle sind sekundäre Pflanzenstoffe und für den charakteristischen Geruch von Thymian, Lavendel & Co. verantwortlich. Für die Pflanze erfüllen sie viele Funktionen, zum Beispiel können sie Insekten zur Bestäubung anlocken, Fressfeinde auf Distanz halten und Keimen entgegenwirken. Auch für den Menschen haben diese durch Wasserdampfdestillation der Pflanze entnommenen Öle positive Wirkungen. 

Entkrampfend bei Husten: Die Wirkungen ätherischer Öle

Scheimlösend und entkrampfend wirken Anis, Atlaszeder, Eukalyptus, Fenchel und viele andere. Gegen Hustenreiz hilft auch Lavendel, Myrrhe oder Thymian. Melisse, Thymian und Zimt wirken beispielsweise gegen Keime, die typischerweise bei Atemwegsinfektionen vorkommen.

So funktioniert die Inhalation

Prinzipiell gibt es bei der Inhalation für das Wie zwei Möglichkeiten: Die eine ist klassisch mittels Wasserdampf. Dazu verrührt man 3 bis 6 Tropfen ätherische Öle in 1 bis 2 Liter heißem Salzwasser in einer Schüssel und inhaliert den Dampf 5 bis 15 Minuten mit einem Handtuch über dem Kopf, danach ruht man für einige Zeit. Die zweite Option sind Inhalatoren, die die ätherischen Öle mit Kochsalzlösung automatisch vernebeln. Verträgt man den Vorgang gut, spricht nichts dagegen, auch mehrmals täglich zu inhalieren.

Was ist bei Kindern und älteren Menschen zu beachten?

Campher- oder mentholhaltige Öle sind bei Säuglingen und Kleinkindern auf jeden Fall zu vermeiden: Diese können zu einer reaktiven Verkrampfung der Atemwegsmuskulatur auslösen, die bis zum Atemstillstand führen kann. Für Menschen zwischen 10 und 16 Jahren sowie über 70 Jahren wird die Dosis halbiert, zwischen  5 und 10 Jahren geviertelt.

Welche Risiken oder Gefahren kann es geben?

In niedrigen Konzentrationen zeigen ätherische Öle quasi keine Nebenwirkungen. Bei Überdosierung jedoch können Kopfschmerzen, Benommenheit sowie Schwindel die Folge sein. Pinusöl scheint in hoher Dosis die Niere zu reizen und Thymol leberschädigend zu sein – daher sollte man sich am besten an vorgegebene Dosierschemen halten und besser nach der Regel "weniger ist mehr" therapieren. Bei Asthma oder einer schweren Überempfindlichkeit der Atemwege sollte man lieber ganz auf die Inhalation verzichten.

Quellen:
  • Springer - Phytopraxis (2003)
  • Steflitsch, Wolfgang "Inhalationen mit ätherischen Ölen bei chronischen Atemwegsinfektionen" Zeitschrift für Phytotherapie 04/2014