Anzeige
Anzeige

Sie kennen uns vielleicht auch aus:

Die Hagebutte steckt voller Vitamine und kann Gelenkschmerzen lindern

Anzeige
Geschrieben von Joscha Kollascheck , Redakteur/Social Media Manager
Zuletzt aktualisiert am 11.10.2016

Sie ist schon eine echte Herbstfrucht, diese Hagebutte. Vom Spätsommer bis tief in den November hinein ist sie überall dort zu finden, wo die Hundsrose wächst, nämlich an Wald- und Wegesrändern, Hecken oder trockenen Hängen. Das ist der Pflanze ganz egal, hauptsache sie hat es dort sonnig und ein bisschen luftig. Manchmal trägt sie zu Ehren ihres Lieblingsplatzes auch den Namen Heckenrose, botanisch heißt sie Rosa canina

 

Aber ist das, was ihr da in den letzten Sommertagen entsprießt und alsbald in unseren Teetassen und Marmeladengläsern landet eigentlich wirklich eine Frucht? Nein, die Hagebutte ist eigentlich eine sogenannte Scheinfrucht, eine Sammelnussfrucht, die kleine Nüsschen enthält. Das hat sie mit der Erdbeere gemein. Sie entwickelt sich aus den hellrosa bis weiß gefärbten Blüten verschiedener Wildrosenarten wie der Hundsrose, genauer gesagt aus dem nun fleischigen Blütenboden. Aber das macht nichts, denn schön ist sie trotzdem, ein rassig-roter Herbstschmuck für drinnen und draußen. Und am Ende sind es ja doch wieder die inneren Werte, die zählen. Und davon besitzt sie viele, die Hagebutte.

Vitamine gefällig? 

Die Hagebutte ist das einheimische Wildobst mit dem höchsten Gehalt an Vitamin C. Auf diesem Gebiet lässt sie sogar die Zitrone weit hinter sich. Bis zu zwanzigmal so viel Ascorbinsäure wie in der gelben Sauerfrucht steckt in den Rosenfrüchten, nämlich bis zu 1250 Milligramm pro 100 Gramm Fruchtmark. Außerdem finden sich in der Hagebutte jede Menge andere Vitamine wie Provitamin A und Vitamin B, Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen und Natrium und Gerbstoffe. Ihre rote Farbe erhält die Hagebutte dabei vom Farbstoff Lycopin, einem Antioxidans, das Arterienverkalkung und Krebs vorbeugen können soll.

 

Am besten erntet man die roten Vitaminbomben, wenn sie reif sind, aber noch hart. Die Früchte lassen sich dann beim Herbstspaziergang ganz einfach abzupfen und müssen, wenn man sie nicht trocknen möchte, rasch weiterverarbeitet werden. Aus der Hagebutte lässt sich nämlich allerhand leckeres zaubern: Suppen, Marmeladen und Geleese, Fruchtweine oder Liköre. Hier sind der Fantasie wahrlich keine Grenzen gesetzt!

 

Das Schöne ist ja, dass die gesunde Herbstfrucht genau dann Saison hat, wenn wir sie wirklich gut gebrauchen können, um unsere körpereigene Abwehrkraft auf Vordermann zu bringen und Erkältungen und Infektionen vorzubeugen. Aber wie verputzt man sie am besten? Einfach vom Strauch in den Mund? Keine gute Idee!

So kommen Sie in den Genuss der gesunden Hagebuttenstoffe

Anzeige

Aus gutem Grunde nennt man die Hagebutte auch die „Zitrone des Nordens“. Diesen Rufnamen trägt sie wegen ihres hohen Vitamin-C-Gehalts, klar. Aber auch, weil sie eine derart intensive Säure besitzt, dass es einen schüttelt. Außerdem reizen die Samen (Nüsschen) im Inneren der Frucht mit ihren feinen Härchen die Schleimhäute und führen zu Halskratzen. Bei den Samen handelt es sich dabei übrigens um nichts anderes als das herrliche Juckpulver, das wir aus Kindertagen kennen. Jedenfalls lässt sich dieser fiesen Eigenschaft der Hagebutte ganz einfach mit etwas Hitze begegnen. Zum Beispiel mit einem selbstgebrauten Hagebuttentee:

 

Für den Tee kann man die ganzen Früchte nehmen, die man also mitsamt der Samen trocknet. Dazu breitet man die Früchte an warmem und natürlich trockenem Orte auf einer atmungsfähigen Oberfläche aus. Hier eignet sich zum Beispiel Bast. Nicht im Ofen trocknen, sonst gehen die wertvollen Vitamine verloren! Wenn man Sie für den Hagebuttentee nur kurz aufkocht, bleiben sie aber weitgehend erhalten.

Hagebuttentee-Rezept
Hagebutten sind nicht nur kleine Vitaminwunder, sondern machen auch einen superleckeren Früchtetee! Wer den im Winter regelmäßig trinkt, stärkt seine Immunabwehr und kurbelt seinen Stoffwechsel an.
Rezept
 

So geht's

Über Nacht werden 2-3 Teelöffel getrocknete Hagebutten in einer großen Tasse mit kaltem Wasser eingeweicht. Am nächsten Tag wird der Kaltaufguss mitsamt der Früchte kurz aufgekocht, mit Honig gesüßt und warm getrunken.

Dosierung

Hagebuttentee kann über mehrere Wochen mehrmals täglich eingenommen werden. Am besten legt man sich im Herbst einen ganzen Vorrat der getrockneten Hagebutten an.

Auch die medizinische Forschung interessiert sich für die Hagebutte

Fassen wir kurz zusammen, was wir jetzt über die Hagebutte wissen: Sie ist keine echte Frucht, dafür aber sehr hübsch anzusehen. Sie sorgt für Juckreiz. Außerdem ist sie eine dankbare Zutat für fruchtig-saure Kreationen aus der Obstküche und ein tolles Hausmittel zur Unterstützung der Immunabwehr. Tatsächlich steckt aber noch mehr in ihr. Die moderne Pflanzenheilkunde hat die Hagebutte nämlich mittlerweile für sich entdeckt und vermutet in ihr einen hochinteressanten Wirkstoff zur Behandlung von Gelenkerkrankungen.

 

Die Heilwirkungen der Hagebutte der Hunds-Rose wurden in mehreren klinischen Studien erforscht. Dabei wurde festgestellt, dass ein standardisiertes Pulver aus Samen (Nüsschen) der Hagebutte und ihrer Schale Morgensteifigkeit und Gelenkschmerzen bei Arthrose lindern kann. Sogar die Beweglichkeit der Gelenke soll sich infolge der Einnahme des Hagebuttenpulvers verbessert haben. 

 

Der Wirkmechanismus funktioniert dabei wie folgt: Das Pulver hemmt körpereigene Botenstoffe, die bei schmerzhafter Gelenkarthrose den Entzündungsprozess in Gang setzen. Die Hoffnung der Forscher besteht nun darin, dass die Hagebutte dabei helfen kann, die dauerhafte Einnahme von klassischen Schmerzmitteln zu reduzieren. Eine zugelassene Hagebuttenarznei gibt es bislang nicht, standardisiertes Hagebuttenpulver ist aber als Nahrungsergänzungsmittel erhätlich.

Quellen:
  • http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=2581

  • Bühring, Ursel: Alles über Heilpflanzen. 2. Auflage