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Phyto für die Seele – Wie Pflanzenmedizin bei Depressionen helfen kann

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Geschrieben von Katharina Haller , Medizinstudentin an der Universität Rostock
Zuletzt aktualisiert am 11.08.2014

Drei lange Monate bis zum Erstgespräch und nochmals drei weitere bis zum Therapiebeginn – das ist die durchschnittliche Wartezeit auf eine psychotherapeutische Behandlung, wie eine Umfrage der Bundespsychotherapeutenkammer ergab. Eine lange Zeit für Menschen mit seelischen Qualen. Ein Grund dafür scheint die vor 15 Jahren deutlich zu niedrig festgelegte Höchstgrenze für Psychotherapeuten zu sein. Die Bundesregierung hat sich nun zum Ziel gesetzt, die maximale Wartedauer bis zum ersten Kontakt mit einem Therapeuten auf einen Monat zu verkürzen.

 

Zur Überbrückung der Wartezeit oder schließlich als Ergänzung der Therapie können einige traditionell gebrauchte Heilpflanzen einen wichtigen Beitrag leisten. Nicht zuletzt, da pflanzliche Wirkstoffe gewisse Vorteile gegenüber synthetischen Präparate bieten: Weder machen sie abhängig, noch ist mit bemerkenswerten Nebenwirkungen zu rechnen.

Johanniskraut als mildes Antidepressivum

Das Gefühl der Gefühllosigkeit, gedrückte Stimmung, Appetitlosigkeit, schlechter Schlaf – das sind typische Symptome einer Depression (lat. deprimere = herunterdrücken). Etwa 80% der Patienten sind von einer leichten bis mittelschweren Form betroffen – und damit der Therapie mithilfe von pflanzlichen Wirkstoffen zugänglich.

 

Das bisher einzig bekannte wirksame pflanzliche Mittel gegen leichte Formen der Depression ist das Johanniskraut, das in Deutschland mittlerweile als Extrakt in etwa 50 Präparaten im Handel ist. Der Mechanismus des Wirkstoffs Hyperforin ist noch nicht genau bekannt, im Tierversuch verminderte die Behandlung den Spiegel bestimmter Transmitter – ähnlich wie bei Behandlung durch synthetische Antidepressiva. Dabei kommt es allerdings zu wesentlich geringeren Nebenwirkungen, so zum Beispiel Benommenheit oder Mundtrockenheit.

 

Bis das Johanniskraut wirkt, dauert es – ebenso wie bei synthetischen Präparaten – ungefähr drei bis fünf Wochen. Auf ausgiebige Sonnenbäder sollte während der Einnahme des Wirkstoffs möglichst verzichtet werden, da es dabei zu einer gesteigerten Lichtempfindlichkeit kommen kann. Außerdem sollte man auf dem Schirm haben, dass Johanniskraut die Wirkung vieler Medikamente (z.B. gegen HIV) beeinflussen kann oder sogar unwirksam macht. Fragen Sie hier am besten Ihren Arzt oder Apotheker.

Baldrian, Hopfenzapfen und Co. versprechen Beruhigung

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Menschen, die unter nervösen Unruhezuständen leiden, klagen oft über allgemeine Unruhe, Überempfindlichkeit und häufig auch körperlichen Anzeichen wie Schwitzen, Schlafstörungen, Durchfall, Verstopfung oder Herzrasen. Bei leichten Symptomen können pflanzliche Beruhigungsmittel helfen.

 

Zur Beruhigung am Tag wird an erster Stelle Baldrian empfohlen, der als Fertigarzneimittel problemlos in der Apotheke erhältlich ist. Weiterhin stehen Hopfenzapfen, Lavendelblüten und Passionsblumenkraut zur Verfügung: Wirkstoffe, die tagsüber wie nachts bei Einschlafstörungen angewendet werden können. Welches Mittel für Sie persönlich dabei infrage kommt, klären Sie am besten mit Ihrem Arzt. Dank seines angenehmen Geschmacks eignet sich beispielsweise Passionsblumenkraut besonders gut für Kinder.

 

Auch bei Angststörungen kann eine Phytotherapie sinnvoll sein. Herzrasen, Atemnot und plötzliche Schweißausbrüche sind nur einige Symptome, unter denen Betroffene zu leiden haben. Etwa 10 bis 15% der Bevölkerung leiden an einer Form von Angststörung, bei manchen Menschen tritt sie attackenartig und ohne akuten Auslöser auf (Panikstörung), bei anderen steht sie in Bezug zu bestimmten Dingen (Phobie), wieder andere haben mit ständigen Angstgefühlen zu kämpfen. In diesem Fall spricht man von einer generalisierten Angststörung.

 

Bei leichter bis mittelschwerer Ausprägung der Symptome kann es eine gute Strategie sein – am besten zusätzlich zu Entspannungsverfahren – auf die Kraft der Natur zu vertrauen. An erster Stelle stehen hierbei Präparate aus Kava-Kava, die jedoch aufgrund möglicher leberschädigender Wirkung seit 2002 nicht mehr im Handel erhältlich sind. Derzeit werden sie allerdings einer erneuten Prüfung unterzogen und könnten bald wieder ihren Weg in die Apotheken finden. An zweiter Stelle steht auch hier das Johanniskraut.

Quelle: