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Halsschmerzen natürlich behandeln

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Geschrieben von Dr. med. Tim Hollstein , Arzt
Zuletzt aktualisiert am 04.02.2017

Na, tut der Hals mal wieder weh? Im Winter hat fast jeder einmal mit Halsschmerzen zu kämpfen. Neben dem guten alten Schal empfiehlt sich die schonende Behandlung mit natürlichen Heilmitteln wie Kamille, Myrrhe und Kapuzinerkresse.

Es beginnt mit leichten Kratzen, kurze Zeit später sind sie da: Halsschmerzen. Sie betreffen meist eine Seite und können mitunter starke Schluckbeschwerden verursachen, so dass selbst das Essen keinen Spaß mehr macht. Auch das Sprechen kann zur Qual werden. Bis zu dreimal im Jahren werden wir Deutschen im Durchschnitt damit belästigt. Doch woher kommen Halsschmerzen? „Sie entstehen aufgrund einer Infektion der Schleimhäute durch Mikroorganismen, vor allen Dingen durch Viren. Und zusätzlich auch durch physikalisch-chemische Schädigungen wie der trockenen Heizungsluft im Winter“, erklärt Dr. med. Rainer Stange, Leitender Arzt der Abteilung Naturheilkunde des Immanuel-Krankenhauses in Berlin. In Apotheken findet man eine Reihe von Arzneimitteln, die gegen Halsschmerzen helfen sollen. Die einen haben eine keimtötende Wirkung, die anderen betäuben schlicht und einfach den Hals.

Natürliche Präparate wirken vielfältig

Daneben existieren eine Reihe natürlicher Heilpräparate. Der Vorteil gegenüber konventionellen Arzneimitteln ist, dass Heilpflanzen sehr viele unterschiedliche Wirkprinzipien in sich vereinen. „Wenn man sie zudem als Lösung oder Tee einnimmt, befeuchtet man gleichzeitig auch die Schleimhäute. Man schlägt mehrere Fliegen mit einer Klappe“, erklärt Stange.

Eine bekannte Heilpflanze gegen Halsschmerzen ist die Kamille. Sie hemmt die Entzündung im Hals und hat gleichzeitig antibakterielle und krampflösende Eigenschaften. Ebenso empfehlenswert sind Johanniskrautlösungen, die eine keimtötende Wirkung besitzen. „Daneben gibt es eine Reihe von Heilpflanzen, die antibakterielle Senföle enthalten. Dazu zählen insbesondere Kapuzinerkresse und Meerrettich“, so Stange. Auch Myrrhe hat sich in der Behandlung von Halsschmerzen bewährt. Sie schützt die Schleimhäute vor den schädlichen Abbauprodukten der Mikroorganismen. Man spricht medizinisch auch von einer adstringenten Wirkung. „Adstringentien und keimtötende Pflanzen ergänzen sich sehr gut in der Behandlung von Halsschmerzen“, erklärt Stange. Die kombinierte Anwendung von Kamille und Myrrhe, zum Beispiel als Tee, kann daher sehr effektiv sein.

Tee und Fertigpräparate

„Neben der Teezubereitung gibt es auch Fertigpräparate, die insbesondere bei einer Entzündung der Bronchien oder der Luftröhre hilfreich sind. Sie müssen in der Regel als Lösung, Dragee oder Pille eingenommen werden. Die genannten Senföle wirken eher systemisch als lokal, das heißt man nimmt sie in den Körper auf wie ein Antibiotikum. Da gibt es mehrere Präparate, die geschluckt werden können“, bemerkt Stange.

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Vorbeugen mit Sonnenhut?

Doch wäre es nicht besser, wenn man der Entstehung von Halsschmerzen vorbeugen könnte? Leider existieren bis jetzt weder natürliche noch chemische Arzneimittel, die dieses Wunder vollbringen. Doch die Forschung hat einen potentiellen Kandidaten gefunden: Den Sonnenhut (Echinacea). „Eine kürzlich veröffentlichte Studie von Schweizer Forschern konnte zeigen, dass Echinacea bei Personen mit hoher Anfälligkeit für Halsschmerzen einen prophylaktischen Effekt erzielen konnte“, erklärt Stange. Er weist aber gleichzeitig auf Studien mit konträren Ergebnissen hin und betont, dass die Wirkung sehr stark vom verwendeten Pflanzentyp und von der Gewinnung der Wirkstoffe aus Blüten, Blättern und Wurzeln abhängt.

Quellen:
  • Interview mit Dr. med. Rainer Stange, Leitender Arzt der Abteilung Naturheilkunde im Immanuel-Krankenhaus Berlin, Berlin, den 10.01.2013.