Anzeige
Anzeige
Sie kennen uns vielleicht auch aus:
Anzeige

Ginseng als Waffe gegen Grippe?

Anzeige
Geschrieben von 2014-11-17
Zuletzt aktualisiert am 2017-11-1717.11.2017

Die kalte, nasse Jahreszeit steht wieder vor der Türe – Hochkonjunktur für Viren. So auch für das Virus mit dem Namen Influenza A, dem Erreger der "echten" Grippe. Es führt zu einem Infekt der oberen Atemwege mit Fieber bis 40 °C, zu Schnupfen, trockenem Husten und Kopf- sowie Gliederschmerzen. In den allermeisten Fällen besiegt das Abwehrsystem des Körpers den Virus binnen einer Woche selbstständig. Da sich das Virus aber ständig verändert, kann unser Körper keine Immunität entwickeln – und ist im nächsten Jahr nicht davor gefeit, sich erneut zu infizieren. Mitunter kommt es auch zu starken Mutationen des Virus – die Folge sind Ausbrüche wie jener im Jahr 2009 als sich die „Schweinegrippe“ weltweit ausbreitete. 

Schwerwiegende Folgen möglich

Normalerweise verläuft die Grippe ohne besondere Komplikationen und heilt vollständig ab. Bei bestimmten Virusstämmen kann die Krankheit aber auch schwerere Verläufe nehmen, die durch eine Überreaktion der Immunantwort ausgelöst werden. Dabei kommt es zum sogenannten "Zytokinsturm" und einer massiven Entzündungsreaktion, die zu Lungen-, Herzmuskel- oder Hirnentzündung führen kann. Gegen die saisonale Grippe gibt es Impfungen, die die Ansteckungsgefahr um ca. 90% reduzieren. Ein amerikanisches Forscherteam von der George State University ist nun einem neuen Influenza-Impfstoff auf der Spur.

Anzeige

Ginseng hilft bei oxidativem Stress

Im Fokus ihres Interesses steht die Wurzel des Ginseng, die schon seit Jahrtausenden fester Bestandteil der chinesischen und koreanischen Medizin ist. Ihre Wirkung wurde schon in vielen Studien untersucht und beruht wahrscheinlich auf zwei Mechanismen: Zum einen stimuliert sie bestimmte Zellen des Immunsystems, zum anderen hilft sie bei der Abwehr von sogenanntem oxidativem Stress, bei dem der Stoffwechsel in ein Ungleichgewicht gerät.

Die Annahme, dass die Entzündungsreaktion bei Grippe vermutlich ebenso in Zusammenhang mit oxidativem Stress steht, lässt auf einen positiven Effekt von Ginseng hoffen. Um dies nun zu untersuchen, behandelten die Wissenschaftler grippekranke Mäuse mit dem Extrakt der Heilpflanze – und erhielten ein erstaunlichen Ergebnis: Von den behandelten Mäusen waren nach 15 Tagen 80% noch am Leben, während es in der Gruppe ohne Behandlung nur 20% waren. 

In einem zweiten Versuch untersuchten sie die Wirkung des Extrakts an Lungenepithelzellen, um die molekularen Mechanismen aufzuklären. Und tatsächlich wiesen die behandelten Epithelzellen weniger Entzündungszeichen auf. Weitere Studien stehen noch aus, aber möglicherweise eröffnet sich in naher Zukunft ein neuer Behandlungsansatz bei Grippe – die Therapie mit der Ginsengwurzel.

Quellen:
  • Kim, Jin Young, Hyoungd Jin Kim, and Hong-Jin Kim. "Effect of oral administration of Korean red ginseng on influenza A (H1N1) virus infection." J Ginseng Res 35.1 (2011): 104-110.

  • Lee, Jong Seok, et al. "Immunomodulatory Activity of Red Ginseng against Influenza A Virus Infection." Nutrients 6.2 (2014): 517-529.

   Passend zum Thema:
   Passend zum Thema: