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Der Siegeszug der Fußreflexzonentherapie

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Geschrieben von Dr. med. Tim Hollstein , Arzt
Zuletzt aktualisiert am 29.07.2017

Anfangs belächelt, hat sich die Fußreflexzonenmassage in deutschen Naturheilpraxen fest etabliert. Die uralte Therapieform beruht analog zur Akupressur auf der Kartographierung des Fußes nach Druckpunkten, die Organen zugeordnet sind. Die Erfolge sprechen für sich. Nur unter Schulmedizinern ist die Therapie umstritten, da man sich die Wirkung bisher nicht erklären kann.

Wer hätte gedacht, dass sich in unseren Füßen ein Abbild des gesamten menschlichen Körpers versteckt? Genau das ist das Konzept der Fußreflexzonentherapie, einer alternativen Heilmethode, die sich hierzulande immer größerer Beliebtheit erfreut. Nach ihr ist die Fußoberfläche eine Landkarte von Organen. Die Zehen symbolisieren den Kopfbereich, der Mittelfuß steht für das Verdauungssystem usw. Alle Organe sind mit den Füßen derart verbunden, dass sich Krankheiten durch Veränderungen der entsprechenden Fußzone bemerkbar machen. Beispielsweise kann eine Verhärtung im unteren inneren Mittelfuß auf Magenprobleme hindeuten. Diese Erkenntnis machen sich Heilpraktiker zu nutze und wollen Krankheiten durch gezielte Massage der gespiegelten Fußzonen behandeln. Dadurch soll unter anderem die Regenerationsfähigkeit und die Durchblutung des kranken Organs gesteigert werden.

Seit Jahrtausenden bekannt

Die Technik der Druckpunkttherapie war schon bei den Urvölkern der Indianer, Inkas und Chinesen weit verbreitet. Im 20. Jahrhundert systematisierte der amerikanische Arzt Dr. William Fitzgerald dieses uralte Wissen und machte die Therapie in Amerika und später auch in Europa publik. Die Fußreflexzonenbehandlung wurde schließlich von der Physiotherapeutin Eunice Ingham in die moderne Form weiterentwickelt. Die Behandlung hatte in Deutschland anfangs einen schweren Start, ist aber heutzutage in vielen Massage- und Heilpraktiker-Praxen nicht mehr wegzudenken.

Viele Ärzte sind skeptisch

Unter Schulmedizinern ist die Fußreflexzonentherapie jedoch umstritten. Viele sprechen ihr die Wirksamkeit ab, da bisher kein Nachweis über irgendeine Form der Verbindung von Organen und Füßen erbracht wurde. Aus Sicht der Naturheilkundler ist das nicht notwendig, da ihrer Meinung nach nur zählt, dass Menschen mit der Behandlung geholfen werden kann. In der Tat konnten Wissenschaftler beweisen, dass die Fußreflexzonentherapie wirklich hilft. Bisher existieren rund 33 Studien zu diesem Gebiet.

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Studien sprechen für sich

Eine österreichische Studie, die bereits im Jahr 1999 durchgeführt wurde konnte erstmals zeigen, dass die Reflexzonenpunkte der Füße mit Organen verbunden sind. Damals untersuchten Forscher an 32 Teilnehmern die Nierendurchblutung nach Reflexzonentherapie. Die erste Gruppe erhielt die Massage an den Nieren-Punkten, die zweite Gruppe wurde an Punkten massiert, die nicht mit der Niere assoziiert waren. Die Probanden der ersten Gruppe wiesen nach der Behandlung eine erhöhte Nierendurchblutung auf. Die Wissenschaftler spekulieren auf eine Veränderung des sogenannten vegetativen Nervensystems, können die Gründe jedoch nicht vollständig erklären.

In einer weiteren deutschen Studie wurde die Wirkung der Fußreflexzonentherapie auf Kniebeschwerden erforscht. 30 Patienten, die an mittelschwerer Kniegelenksarthrose litten, erhielten über 6 Wochen lang regelmäßig eine therapeutische Fußreflexzonenmassage. Auch hier zeigten sich deutliche Verbesserungen. Laut Studienleiterin Prof. Dr. Christine Uhlemann aus dem Universitätsklinikums Jena ging die Schmerzintensität um mehr als zwei Drittel zurück und die Beweglichkeit des Kniegelenks konnte entscheidend verbessert werden. Die Behandlung war jedoch nur bei leichten Formen der Kniegelenksarthrose erfolgreich.

Quellen:
  • Sudmeier et al. Änderung der Nierendurchblutung durch organassoziierte Reflexzonentherapie am Fuss gemessen mit farbkodierter Doppler-Sonographie. Forsch Komplementärmed 1999;6:129±134
  • Uhlemann. Fußreflexzonentherapie bei Gonarthrose. Pressemitteilung Informationsdienst Wissenschaft, Friedrich-Schiller-Universität Jena. 2006