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Echter Kümmel zur Arzneipflanze des Jahres 2016 gekürt

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Geschrieben von Joscha Kollascheck , Redakteur/Social Media Manager
Zuletzt aktualisiert am 08.10.2017

Seine Wirkungen sind seit Jahrtausenden bekannt, zählt er doch zu den ältesten bekannten europäischen Gewürz- und Heilpflanzen. Jetzt hat der Studienkreis Entwicklungsgeschichte Arzneipflanzenkunde an der Universität Duisburg den „Echten Kümmel“ oder „Wiesenkümmel“ (Carum carvi) zur Arzneipflanze des Jahres 2016 gewählt. Mit der alljährlichen Wahl soll die Bedeutung von Pflanzen in der Medizin betont werden.

Aus dem Gewürzregal in die Hausapotheke

Als aromatisches Gewürz hilft er bei der Verdauung schwerer Speisen, das vermutete bereits die heilige Äbtissin Hildegard von Bingen – und lag damit vollkommen richtig. Der gemeine Wiesenkümmel, der hierzulande seit jeher auf Wiesen, Weiden und an Wegesrändern wächst, sollte allerdings gerade in der Küche besser nicht mit dem verwandten Doldenblütler Kreuzkümmel verwechselt werden, dessen viel intensiveres Aroma in der orientalischen Küche seinen Platz hat. In ihren medizinischen Wirkungen sind sie sich aber gar nicht so unähnlich, denn beide wirken sie regulierend auf den Magen-Darmtrakt. Der Echte Kümmel ist dabei wahrscheinlich das effektivste natürliche Mittel gegen Blähungen. 

 

Medizinisch verwendeter Pflanzenteil der Pflanze sind ihre Früchte. In Kümmelfrüchten schlummern ätherische Öle, darunter vor allem das seltene Carvon, dem die Wirkungen der Arzneipflanze zu verdanken sind. Es vereint eine ganze Reihe von Eigenschaften, die bei Bauchschmerzen und Blähungen helfen können. So wirkt es antimikrobiell, appetitanregend, krampflösend, regt die Magensaftproduktion an und fördert die Durchblutung der Magen- und Darmschleimhäute. Kümmel wirkt weiterhin regulierend auf die Darmflora und hilft auch bei den typischen Reizdarm-Symptomen wie Blähungen, Magenkrämpfe und Völlegefühl.

 

Die ESCOP, das ist die europäische Kooperative für Pflanzenheilkunde, hat zwei weitere Anwendungsgebiete offiziell bestätigt: blähende Koliken bei Kindern und das Roemhild-Syndrom. Tatsächlich kann das wertvolle Kümmelöl, das per Wasserdampfdestillation aus den getrockneten Früchten gewonnen wird, eine sanfte, aber wirksame Behandlungsoption bei Kleinkindern und Säuglingen sein.

Hausmittel oder Fertigpräparat?

Um in den Genuss seiner Wirkungen zu kommen, muss man nicht unbedingt auf fertige Arzneimittel aus der Apotheke zurückgreifen. Wer den speziellen Geschmack zu schätzen weiß, würzt schwere und blähende Speisen zur besseren Verträglichkeit mit dem aromatischen Gewächs. Dennoch, und das betont Medizin- und Heilpflanzenhistoriker Dr. Johannes Mayer von der Uni Würzburg, eignet sich der Echte Kümmel auch zur gezielten Therapie ernsthafter Magen-Darmerkrankungen: „Kümmel ist ein sehr gutes Mittel gegen Reizdarmbeschwerden, wenn man es über magensaftresistente Kapseln nimmt.“ Kümmelöl ist übrigens auch in Kombinationspräparaten erhältlich, zum Beispiel zusammen mit Pfefferminzöl

 

Rezept für Kümmeltee
Ein klassisches Hausmittel bei Blähungen und Krämpfen im Magen-Darmbereich.
Rezept
 
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So geht's

Übergießen Sie hierzu 1 Teelöffel (3,5 g) frisch zerstoßene Kümmelfrüchte mit 1 Tasse (150 ml) siedend heißem Wasser. Decken Sie den Tee ab und lassen ihn 10 bis 15 Minuten ziehen und sieben die Früchte anschließend ab.

Dosierung

Trinken Sie je nach Bedarf 2 bis 4 Tassen Kümmeltee täglich zwischen den Mahlzeiten. Zerdrücken Sie die Früchte immer unmittelbar vor der Zubereitung.

Rezept für Kümmelmilch
Mit Kümmelmilch lassen sich schmerzhafte Blähungen bei Kindern lindern.
Rezept
 
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So geht's

Geben Sie hierzu 1 Teelöffel (3,5 g) auf 1 Tasse (150 ml) heißer Milch und lassen Sie die Früchte 10 Minuten zugedeckt ziehen. Seihen Sie die Früchte anschließend ab.

Dosierung

Für Kinder ab dem 4. Lebensjahr ist täglich eine Tasse Kümmelmilch geeignet. Wenn Sie die Kümmelmilch bei Kleinkindern zwischen dem 1. und 4. Lebensjahr anwenden möchten, reduzieren Sie die Kümmelfrüchte bitte auf einen halben Teelöffel (1 bis 2 g = Tagesdosis).

Alles Weitere zur Arzneipflanze des Jahres 2016 können Sie hier nachlesen