Anzeige
Anzeige
Sie kennen uns vielleicht auch aus:
Anzeige

Schluss mit Antibiotika: Pflanzliche Alternativen bei Blasenentzündung

Anzeige
Geschrieben von Katharina Haller , Medizinstudentin an der Universität Rostock
Zuletzt aktualisiert am 21.10.2017

Blasenentzündung – bitte nicht! Bei diesem Thema horchen viele Frauen auf, denn die Zystitis, wie die Krankheit in der medizinischen Fachsprache genannt wird, ist ein typisch weibliches Problem. Etwa 60% aller Frauen erwischt es mindestens einmal in ihrem Leben. Die Ursache ist ihre vergleichsweise kurze Harnröhre, über die Erreger leicht aufsteigen können. Es handelt sich dabei meistens um die Bakterien Escherichia Coli, die als gewöhnliche Darmbewohner normalerweise keine Beschwerden verursachen. Gelangen sie aber in die Harnblase, aktivieren sie das Immunsystem, reizen die Schleimhaut und es kommt zu den typischen Symptomen wie Schmerzen sowie Brennen beim Wasserlassen, ständigem Harndrang und möglicherweise sogar Blut im Urin.

Neue Leitlinien mahnen zur Vorsicht mit Antibiotika

Bisher wurde die Blasenentzündung beim Arzt stets mit Antibiotika über 3 bis 7 Tage behandelt. Doch eine zunehmende Resistenzenbildung der Bakterien gegenüber Antibiotika mahnt zum Umdenken. Den neuen Leitlinien zufolge muss nun nicht immer direkt mit einer Antibiotikatherapie begonnen werden (Ausnahme: während der Schwangerschaft), es werden primär rein symptomatische Therapien empfohlen – da lohnt sich auch ein Blick in die Pflanzenapotheke.

Pflanzliche Wirkstoffe können helfen

Prinzipiell gibt es zwei unterschiedliche Herangehensweisen, wie die Pflanzenheilkunde bei einer Blasenentzündung helfen kann. Der erste Weg sieht vor, die lästigen Keime einfach wegzuspülen: Pflanzen-Extrakte aus der Gruppe der sogenannten Aquaretika führen über eine gesteigerte Nierendurchblutung zu vermehrter Harnbildung. Zu ihnen gehören unter anderem Birkenblätter, Brennnesselkraut, Liebstöckelwurz und viele mehr. Einige Aquaretika haben sogar noch zusätzliche Wirkungen. So wirken Goldruten- und Schachtelhalmkraut auch noch krampflösend und schmerzlindernd. Bei einer Durchspültherapie ist natürlich stets auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (ca. 2 - 3 l /Tag) zu achten.

Eine andere Herangehensweise besteht darin, sich die direkte bakterienabtötende (antibakterielle) Wirkung von Heilpflanzen wie Bärentraubenblättern, Kapuzinerkressenkraut oder Meerettichwurzel. Bärentraubenblätter zunutze zu machen. Meist empfiehlt sich die Anwendung von fertig zubereiteten Teemischungen, die es in Apotheken und Drogerien zu kaufen gibt.

Anzeige

Vorsicht besser als Nachsicht

Damit eine Blasenentzündung gar nicht erst auftritt, lohnt es sich, einige Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten. So sollte man stets Unterkühlung vermeiden sowie  vor und nach dem Geschlechtsverkehr möglicherweise in die Harnröhre verschleppte Bakterien durch Wasserlassen ausspülen. Da häufige Harnwegsinfekte zum Beispiel an eine geschwächte Immunabwehr denken lassen, könnte es sich lohnen, vorbeugend mit Echinacea-purpurea-Präparaten zu therapieren. Eine weitere Ursache – ein zu saurer Urin – kann man sehr einfach mit der Umstellung auf eine Ernährung mit hohem Anteil an basenbildenden Nahrungsmitteln wie Obst und Gemüse beheben. Ebenso kann man in den Wintermonaten gezielt täglich 1 bis 2 Gläser Cranberrysaft trinken, der das Anheften der Keime hemmt.

Lieber doch zum Arzt?

Obwohl die Blasenentzündung prinzipiell harmlos ist, kann sie theoretisch bis zur Niere aufsteigen und diese ebenfalls infizieren. Bei einer Infektion der Nieren (Pyelonephritis) würden zu den Symptomen der normalen Blasenentzündung zusätzlich Alarmsymptome wie Fieber und Schüttelfrost, beeinträchtigtes Allgemeinbefinden und Flankenschmerz hinzukommen.