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Bedrohte Pflanzenmedizin: Wie uns uraltes Wissen verloren geht

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Geschrieben von Redaktion
Zuletzt aktualisiert am 22.05.2017

Pflanzliche Medizin bekommen wir heute nicht mehr von der Kräuterhexe, die durch die Wälder streift und mal hier, mal dort ein verborgenes Kräuterlein pflückt, in dem mystische Heilkräfte schlummern. Nein, heute kaufen wir in der Apotheke hochpotente Pflanzenarznei, die erst nach diversen Qualitätskontrollen ihren Weg in den modernen Arzneimittelverkauf finden darf.

 

Entzauberte Heilkräuterprodukte sind das, nach wissenschaftlichen Standards gepflanzt und geerntet, in Reih und Glied auf Feldern herangereift und auf den Gehalt an Inhaltsstoffen kontrolliert, der in den Arzneigesetzbüchern beschrieben steht. Ja, sogar die Brennnessel wird heute - als beliebtes Diuretikum - auf dem Acker kultiviert. 

 

Auf YouTube haben wir gerade einen kleinen Film entdeckt, der einen schönen Einblick gibt, wie Heilpflanzen heute industriell produziert werden und welche Probleme dies mit sich bringt. Nischengewächse wie die Brennnessel sind mit ihrem Feldanbau nämlich gar nicht einverstanden. Das Video spürt der Geschichte der mitteleuropäischen Pflanzenmedizin nach und besucht unter anderem das Benediktinerkloster, an welchem die berühmte Hildegard von Bingen vor nunmehr neun Jahrhunderten ihre Kräutergärten pflegte. 

 

Außerdem, und das ist der interessanteste Aspekt des Films, erfahren wir, wie die Erforschung traditionell verwendeter Heilpflanzen systematisch erschwert wird. Pflanzliche Medizin (Phytopharmaka) durchläuft einen aufwändigen Herstellungsprozess und hat es jenseits der Bestseller Johanniskraut, Ginkgo oder auch dem Sonnenhut schwer, sich am Arzneimittelmarkt zu halten. Uraltes Wissen über die Wirkungen hiesiger Heilpflanzen wie der Malve oder dem Eisenhut droht verlorenzugehen.

 


Mehr zu lesen über die im Film vorgestellten Pflanzen gibt's hier: