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Aronia – Die neue Wunderbeere?

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Geschrieben von Redaktion
Zuletzt aktualisiert am 27.01.2017

Die Beere mit dem schönen Namen Aronia soll ein ziemlicher Alleskönner sein: Ihr wird nicht nur eine Wirkung gegen hohen Blutdruck zugetraut, sie soll auch das Herzinfarkt- und Krebsrisiko senken, die Leber schützen und Infektionen bekämpfen können.

Es gibt sie in drei Farben und sie entstammt ursprünglich nordamerikanischen Sümpfen und Wäldern. Die Rede ist von der Aroniabeere. Schon die Indianer nutzten die Frucht zur Behandlung von Erkältungen. Im frühen 20. Jahrhundert wurde die Beere auch in Russland bekannt und in der dortigen Pflanzenheilkunde zur Senkung von Bluthochdruck eingesetzt. Mittlerweile hält die Pflanze auch in Mitteleuropa Einzug. Besonders die schwarzen Beeren sind für Pflanzenheilkundler von Interesse, denn sie besitzen einen einzigartigen Wirkstoffcocktail, der sich als vielseitiges Heilmittel herausstellen könnte.

Antioxidantien im Überfluss

Die Aroniabeere ist reich an Polyphenolen, vor allem an Anthocyanen und oligomeren Procyanidinen (OPC). Sie geben der Beere die schwarze Farbe und machen sie so gesund für den Menschen. Die Stoffe wirken als Antioxidantien, sie schützen unsere Körperzellen vor schädlichen freien Radikalen. Diese Abfallprodukte entstehen in den Zellfabriken und können das Erbgut schädigen. Nun gibt es auch andere Nahrungsmittel mit den gleichen gesunden Inhaltsstoffen. In der Aronia sind sie aber extrem konzentriert: Sie enthält fast 1500 Milligramm Anthocyane und 644 Milligramm OPCs auf 100 Gramm und damit zehn- bis 20-fach mehr als andere Beeren. Zum Vergleich: Rote Weintrauben kommen nur auf 180 Gramm Anthocyane und Holunderbeeren enthalten nicht mehr als 27 Milligramm OPCs.

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Herzinfarkt, Krebs und Magengeschwüre: Kein Problem für Aronia

Die Aroniabeere wurde wissenschaftlich intensiv untersucht. Forscher fanden viele positive Wirkungen auf unterschiedlichsten Wegen. So soll die Frucht das Krebsrisiko senken. In Laborexperimenten konnten Wissenschaftler zeigen, dass Aroniaextrakt das Wachstum von Krebszellen hemmt. Zudem zeigten Tierversuche, dass die Einnahme von schwarzem Aroniasaft das Risiko senkt, an Darmkrebs zu erkranken. Darüber hinaus besitzt die Aroniabeere eine schützende Wirkung auf das Herzkreislauf-System, in dem sie schlechte Blutfette senkt und gute Blutfette wie das HDL-Cholesterin erhöht. Zudem scheint sie das Zusammenklumpen von Blutplättchen verhindern zu können und die Gefäße weitzustellen, sodass der Blutdruck sinkt. All diese Effekte tragen dazu bei, dass die Gefäße langsamer verkalken und das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt sinkt. Aronia hat ebenfalls positive Wirkungen auf unser Verdauungssystem. Sie verkleinert Magengeschwüre, die durch die Einnahme bestimmter Schmerzmitteln verursacht werden. Die Leber profitiert ebenfalls: Zellschäden werden repariert und Giftstoffe besser eliminiert. Eine besondere Rolle könnte die Aroniabeere auch in der Diabetes-Behandlung spielen. So wurde in Studien gezeigt, dass sie den Blutzuckerspiegel bei kranken Patienten senken kann, wahrscheinlich vermittelt über eine bessere zelluläre Zuckeraufnahme. Zu guter Letzt besitzt das Aroniaextrakt auch eine positive Wirkung auf das Immunsystem. Entzündungen werden gehemmt und die Immunabwehr wird gestärkt. Bakterien und Viren können so besser bekämpft werden.

Trotz dieser Vielzahl an positiven Eigenschaften sollte man die Wirkung der Beere nicht überschätzen. Denn die meisten Studien wurden lediglich im Labor oder an Versuchstieren durchgeführt. Dennoch spricht einiges dafür, dass man die Aroniabeere im Auge behalten sollte. Im Handel gibt es bereits zahlreiche Präparate zu erwerben, sei es als Kapseln oder in Form von Saft.

Quellen:
  • Kokotkiewicz A et al. Aronia Plants: A Review of Traditional Use, Biological Activities, and Perspectives for Modern Medicine. J Med Food 13 (2) 2010, 255–269
  • Campenhausen J. Die Aronia-Beere erobert die Schweiz. Tagesanzeiger, 18.09.2013