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Ab in die Pilze: Fünf wichtige Tipps fürs Selbersammeln

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Geschrieben von Joscha Kollascheck , Redakteur/Social Media Manager
Zuletzt aktualisiert am 07.09.2017

Wenn es Sie dieser Tage auf einen Spaziergang in den Wald lockt, sollten Sie Ihren Blick häufiger einmal gen Boden richten – dort ist derzeit nämlich einiges los. Der milde Winter und das feuchte Frühjahr haben klimatische Bedingungen geschaffen, die den knolligen Gesellen in unseren Wäldern gutgetan haben. Ob Steinpilz, Pfifferling, Marone oder klassischer Champignon – das Pilzfieber greift um sich, man macht sich auf in die Wälder und arbeitet sich mit Korb und Pilzführer bewaffnet durchs Unterholz. Gefährlich ist diese „Krankheit“ natürlich nicht, solange Sie achtsam bleiben. Mit einer Pilzvergiftung ist nämlich nicht zu spaßen.

Fünf Tipps für die Pilzwanderung, die Sie unbedingt beherzigen sollten.

  • 1

    Lust aufs Selbersammeln? Diese Dinge müssen mit in den Wald

Rund 6000 Pilzarten bevölkern die Wälder in Deutschland, etwa 150 von ihnen sind giftig. Genießbar und für die Zubereitung leckerer Pilzgerichte eignen sich ungefähr 100 Arten. Bevor Sie sich aber „in die Pilze“ begeben, sollten Sie sich mit der Grundausrüstung des Pilzsammlers ausstatten: Dazu zählen der Sammelkorb – niemals eine Plastiktüte – ein Messer, nach Bedarf ein Pilzputzpinsel und natürlich ein aktuelles und zuverlässiges Bestimmungsbuch oder eine Pilzführer-App für das Smartphone. Sofern Sie allerdings Ihr erstes Pilzesammeln planen: Verlassen Sie sich nicht auf die Literatur, sondern...

  • 2

    Schließen Sie sich einem Pilzexperten an

Ganz ungefährlich ist eine solche Pilzsafari nicht: Manche giftigen Arten sehen den begehrten Speisepilzen zum Verwechseln ähnlich. So kann es schon mal vorkommen, dass statt des leckeren Champignons ein hochtoxischer Knollenblätterpilz im Körbchen landet. Am besten, Sie schließen sich als Laie einem ausgewiesenen Pilzexperten an, der Ihre Ausbeute noch einmal unter die Lupe nimmt, bevor sie im Kochtopf landet. Einen Pilzsachverständigen aus Ihrer Region, der Sie für kleines Geld gerne berät, finden Sie auf den Seiten der DGfM.

  • 3

    Fündig geworden? So ernten Sie einen Speisepilz

Den Pilz vorsichtig herausdrehen oder doch abschneiden? Das spielt eigentlich keine große Rolle, solange sie die Pilze über dem Boden beschneiden und sie nicht einfach herausrupfen. Dadurch beschädigen Sie das Pilzgeflecht und beeinträchtigen ihre Vermehrung. Auch sollten Sie immer ein paar Exemplare stehen lassen. Machen Sie außerdem den Geruchstest: Säuerlich riechende Exemplare sollten Sie der Gesundheit zuliebe nicht mitnehmen. Transportieren Sie Ihre Ernte luftig – in einer Plastiktüte werden Ihre Pilze schnell verderben. Lagern Sie Ihre Pilze kühl und an luftigem Orte, nicht aber im Kühlschrank.

  • 4

    Was tun bei einer Pilzvergiftung?

    Die beste Strategie einer Pilzvergiftung vorzubeugen lautet: Sind Sie sich unsicher, lassen Sie den Pilz stehen. Auch beim geringsten Zweifel. Sollten Sie aber doch einmal einen Fehlgriff getan haben und innerhalb von Minuten bis Tagen nach Verzehr Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, Schwindelgefühle bis hin zu Hautausschlag, Koordinationsprobleme oder gar Halluzinationen auftreten: Zögern Sie nicht, den Notarzt zu rufen! Die meisten Erkrankungsfälle stellen sich zwar schließlich als Lebensmittelvergiftungen heraus: Als sogenannte „unechte Pilzvergiftung“ – die nicht durch Verzehr eines Giftpilzes verursacht wird, sondern durch die Zubereitung verdorbener Speisepilze. Wird aber zum Beispiel eine Vergiftung durch den grünen Knollenblätterpilz nicht oder zu spät behandelt, kann das tödliche Folgen haben. Rund 90 Prozent der Fälle von Pilzvergiftung gehen in Deutschland auf den Verzehr eines Knollenblätterpilzes zurück.

  • 5

    Hier dürfen Sie überall Pilze sammeln

    Grundsätzlich dürfen Sie sich in Deutschland für den privaten Gebrauch überall auf Pilzjagd begeben – mit Einschränkungen. Nach dem Naturschutzgesetz machen Sie sich strafbar, wenn Sie in Naturschutzgebieten Pfifferlinge, Champignons & Co. sammeln. Außerdem sollten Sie aufgrund der Belastung mit Abgasen und Schadstoffen Waldgebiete in der Nähe vielbefahrener Landstraßen meiden. Auch bei der Menge sollten Sie bescheiden bleiben: als haushaltsübliche, also legale Sammelmengen gelten rund 1 bis 2 Kilogramm pro Person. Schleppt man kiloweise Pilze mit nach hause, kann dies schnell als Pilzdiebstahl ausgelegt werden. Ein solcher zieht empfindliche Geldbußen nach sich.

 

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Quellen: