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Pflanzliche Mittel bei Zahnfleischentzündung

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Geschrieben von Morgana Hack , Ärztin und Ayurvedaärztin
Zuletzt aktualisiert am 17.10.2013
Pflanzliche Mittel bei Zahnfleischentzündung

Gerbstoffe, ätherische Öle und Vitamin C

Bei Zahnfleischentzündung können pflanzliche Wirkstoffe zusätzlich oder auch zur alleinigen Behandlung hilfreich sein. Dabei sollte man das zweimal tägliche Zähneputzen nie vernachlässigen. Nur so kann der Plaque erfolgreich von den Zähnen entfernt werden! Pflanzliche Gerbstoffe ziehen die Schleimhaut zusammen und verdichten die Oberfläche, wodurch Entzündungen abheilen können, das typische Zahnfleischbluten lässt nach. Eine akute Zahnfleischentzündung kann so in 1-2 Wochen abheilen. Auch ätherische Öle und Vitamin-C reiche Pflanzen helfen, das gesunde Zahnfleisch zu regenerieren und effektiv vor Parodontitis zu schützen.

Hilfe auf einen Blick:
  • Ratanhiawurzel und Tormentillwurzel, beide von rötlicher Farbe, helfen durch ihre Catechingerbstoffe als Tinktur zur Mundspülung und Einpinselung des Zahnfleischs.
  • Myrrhe-Tinktur enthält ätherische Öle und wirkt desinfizierend, entzündungshemmend und wundheilungsfördernd auf Zahnfleisch und Mundschleimhaut.
Ratanhia

Diese Heilpflanze stammt aus Peru, wo sie schon seit langem von einheimischen Frauen zur Zahnpflege verwendet wurde. Ende des 18. Jahrhunderts wurde sie nach Europa importiert, seitdem war sie lange Zeit eines der beliebtesten „Adstringentien“ – das sind Mittel, die auf der Schleimhaut eine spürbar zusammenziehende, leicht betäubende Wirkung entstehen lassen.

Der Ratanhiawurzel-Extrakt hat eine braunrote Farbe und einen hohen Gehalt an Catechingerbstoffen, die adstringierend wirken, diesen Effekt macht man sich in der Heilkunde zunutze. Ratanhiawurzel-Extrakt verdichtet und heilt die Schleimhäute, stoppt Zahnfleischbluten und wirkt zusätzlich keimhemmend und antioxidativ, regenerierend für die Schleimhautzellen von Mundschleimhaut und Zahnfleisch.

Ratanhiawurzeltinktur kann als Mundspülung angewandt werden. Dafür 5-10 Tropfen auf 1 Glas warmes Wasser geben. Eine intensivere Wirkung bei akuter Zahnfleischentzündung erzielt man durch das Einpinseln oder Einmassieren von Rathaniawurzel-Zahnbalsam.

Auch der Tormentillwurzelstock, die unterirdischen Teile der heimischen Blutwurz enthält viele Gerbstoffe, vor allem Catechingerbstoffe. Sie hinterlässt dadurch ebenfalls eine zusammenziehende Wirkung auf der Mundschleimhaut. Tormentillwurzel-Extrakt heilt und regeneriert die entzündeten Schleimhäute vom Mund bis zum Darm, wirkt keimhemmend und virushemmend. Bei Zahnfleischentzündung, Mundschleimhautentzündung, aber auch bei akuten oder chronischen Durchfallerkrankungen entfaltet die Blutwurz eine spürbare Wirkung. Tormentillwurzeltinktur eignet sich für Mundspülungen, zum Gurgeln und zum Einpinseln bei Gingivitis und Zahnfleischbluten. Bei Parodontitis kann man sie mit Arnikatinktur kombinieren und wiederholt zweimal täglich nach dem Zähneputzen anwenden.

Das Gummiharz des Myrrhebaums enthält ätherische Öle und Comiphorasäuren. Die indische Myrrhe wird ebenso wie der indische Weihrauch in der traditionellen Ayurveda-Medizin zur Behandlung von chronischen Entzündungen im Körper eingesetzt. Hierzulande nimmt man das Myrrheharz mehr für die äußerliche Anwendung im Mund- und Rachenraum. Myrrheharz wirkt auf die Schleimhaut desinfizierend, leicht entzündungshemmend, wundheilungsfördernd und keimhemmend. Das entzündete Zahnfleisch mit Myrrhe-Tinktur bestreichen, leicht einmassieren oder die Tinktur als Mundspülung anwenden. Gut ist auch die Kombination mit Ratanhiawurzel- oder Tormentillwurzeltinktur.

Die Nelke steht bei vielen Hobby-Köchen im Gewürzregal, denn sie enthält aromatische ätherische Öle. Kaut man sie direkt, so spürt man eine leicht betäubende Wirkung im Mund, die bei akuten Zahnschmerzen bis zum nächsten Zahnarztbesuch nützlich sein kann. Sie wirkt zudem desinfizierend, schwach antibakteriell und entzündungshemmend bei akuter Zahnfleischentzündung. Hat man keine Gewürznelken vorrätig, so kann man sich Nelkenöl aus der Apotheke besorgen und die entzündeten Stellen mehrmals täglich mit dem verdünnten Öl betupfen.

Propolis, das Kittharz der Honigbiene, wirkt stimulierend auf das Immunsystem, bekämpft Viren, Bakterien und Pilze und hilft bei der Wundbehandlung. Imker kauen das Propolis-Harz zur Stärkung der Abwehrkräfte. Propolis-Tinktur kann bei Zahnfleischentzündung direkt zwei- bis dreimal täglich nach dem Zähneputzen auf das Zahnfleisch eingepinselt werden. Propolis wird bereits seit der Antike als Heilmittel geschätzt und gilt heute als natürliches Antibiotikum, auch wenn Propolis natürlich kein Phytotherapeutikum im klassischen Sinne ist.

Amla

Diese Frucht aus Indien, auch Amlika oder indische Stachelbeere genannt, wird dort traditionell verwendet. Indische Frauen lieben Amla, weil sie Haut, Haare, Augen und Zähne strahlen lässt.

Die Amla, klein und hellgrün, zusammenziehend und sauer im Geschmack mit einem Durchmesser von einem Zentimeter enthält ein Vielfaches an Vitamin C wie die Zitrone und Gerbstoffe. Vitamin C kräftigt das Zahnfleisch. In vielen Ayurveda-Produkten findet man auch hier die erfahrungsheilkundlich nützliche Heilpflanze bei Zahnfleischbluten und Zahnfleischentzündung.

Hagebutte, Quitte, Schlehdorn

Man braucht jedoch nicht weit zu reisen um gesund zu werden. Die Natur bietet uns viele nützliche Wirkstoffe direkt vor unserer Haustür. Hagebuttenschalen enthalten viel Vitamin C. Quitte und Schlehdorn (Schlehe), zwei alte europäische Fruchtsorten enthalten außerdem für das Zahnfleisch nützliche Gerbstoffe. Hagebuttentee, Quittengelee, Schlehdorn-Sirup – die richtige Ernährung und Nahrungsergänzung kann heilend wirken.

Quellen:
  • Zahn-Mund-Kiefer-Heilkunde. Einführung in die Zahnmedizin (B. Reitemeier, N. Schwenzer, M. Ehrenfeld, Thieme Verlag)
  • Leitfaden Phytotherapie (H. Schilcher, S. Kammerer, T. Wegnener; Urban & Fischer Verlag)
  • Pharmakognosie, Phytopharmazie (Hänsel, Sticher; Springer Verlag)
  • Heilpflanzenpraxis heute (S. Bäumler; Urban & Fischer Verlag)
  • Urania Pflanzenreich – Blütenpflanzen 1+2 (Urania Verlag)

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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