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Wundliegen (Dekubitus)

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Geschrieben von Morgana Hack , Ärztin und Ayurvedaärztin
Zuletzt aktualisiert am 22.02.2013
Wundliegen (Dekubitus)

Ein großes Problem in der Altenpflege

Alte Menschen trifft es besonders häufig, doch auch durch schwere Krankheit oder Lähmungen kommt es zustande: das Wundliegen. Dekubitus ist ein ernst zu nehmendes Problem in der Pflege und Altenpflege. Die Zahlen sprechen unschön für sich: circa 10% aller Krankenhauspatienten und bis zu 30% aller Bewohner von Alten- und Pflegeheimen liegen sich wund. Dieses Wundliegen kann die Haut bis auf die Knochen schädigen und übel riechen. Ein Dekubitus heilt schwer und langwierig. Wundliegen stellt eine hohe körperliche und seelische Belastung für die Betroffenen dar. Dadurch entstehen im Gesundheitssystem Kosten von 1-2 Milliarden Euro jährlich! Die besten Hilfsmittel und Lagerungssysteme können eins nicht: die menschliche Zuwendung und Pflege ersetzen. Die beste Therapie gegen das Wundliegen besteht deshalb in der Dekubitusprophylaxe – dem Vorbeugen.

Dekubitus kommt vom neulateinischen Wort „decubitum“ was so viel wie „niederlegen“ bedeutet. Dieses Wort für Wundliegen wurde erst im 19. Jahrhundert geprägt. Gemeint sind chronische Wunden, eine anhaltende Gewebeschädigung von Haut und tiefen Gewebsschichten, die durch zu hohen Druck entstanden ist.

Weitere Begriffe für Wundliegen sind Druckgeschwür, Druckulkus, Dekubitalgeschwür oder Dekubitalulkus (Ulkus ist ein Geschwür).

Ursachen von Wundliegen (Dekubitus)

Wundliegen entsteht durch zu hohen Druck und Scherkräfte auf die Haut. Dadurch kommt es zur Mangeldurchblutung und Gewebeschädigung. Betroffen sind häufig alte Menschen mit Demenz. Immobilität durch Lähmungen, Mangelernährung, Über- und Untergewicht, Diabetes (Zuckerkrankheit) und Durchblutungsstörungen führen zur Entwicklung des Dekubitus. Entscheidend sind Lagerung und Körperhygiene bei vermehrtem Schwitzen oder Stuhl-und Harnabgang (Inkontinenz). Häufig betroffen sind Steißbein, Rollhügel der Oberschenkel und Fersen.

Mehr zu den Ursachen von Wundliegen (Dekubitus)

Symptome & Diagnose von Wundliegen (Dekubitus)

Wundligen teilt man in vier Schweregrade ein:

  • Dekubitus Grad I: Hautrötung, die bei Fingerdruck nicht nachlässt
  • Dekubitus Grad II: Blasenbildung und Abschürfungen
  • Dekubitus Grad III: Wunde bis ins Unterhaut-Fettgewebe
  • Dekubitus Grad IV: tiefe Wunde bis auf den Knochen, abgestorbenes blau-schwarzes Gewebe (Nekrose)

Mehr zu den Symptome & Diagnose von Wundliegen (Dekubitus)

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Prophylaxe von Wundliegen (Dekubitus)

Entscheiden ist die Dekubitusprophylaxe. Durch richtiges Umlagern nach spätestens 2 Stunden, Bewegungsförderung, Hilfsmittel wie weiche Matratzen und modernste Lagerungssysteme sowie eine Körperhygiene die intakte Haut erhält und dich richtige Ernährung verhindern Wundliegen bei Risikopatienten. Pflegende sollten sich ausreichend in Dekubitusprophylaxe schulen lassen.

Mehr zu der Prophylaxe von Wundliegen (Dekubitus)

Therapie bei Wundliegen (Dekubitus)

Die Behandlung eines Dekubitus kann langwierig und schwierig sein. Ursachentherapie und Wundbehandlung, Arzt, Pfleger, Angehörige und Betroffener sollten Hand in Hand arbeiten. Ohne Druckentlastung heilt kein Wundliegen! Zur Wundbehandlung stehen je nach Stadium chirurgisches Abtragen von Nekrosen und spezielle Wundverbände zur feuchten Wundheilung zur Verfügung.

Mehr zu der Therapie bei Wundliegen (Dekubitus)

Wundliegen (Dekubitus) im Überblick:
  • Dekubitus ist ein chronisches Geschwür (Wunde), das durch zu hohen Druck auf das Gewebe beim Liegen entstanden ist.
  • Wundliegen entsteht häufig bei alten, schwer kranken und bettlägerigen Menschen. Nervenlähmungen, Durchblutungsstörungen, Demenz und Austrocknung fördern die Immobilität und den Gewebeschaden der Haut.
  • Ein Dekubitus reicht von der Hautrötung über Blasenbildung und Abschürfungen bis zur tiefen Wunde die vom Fettgewebe bis auf den Knochen reichen kann. Häufig sind Fersen oder Steißbein betroffen.
  • Dekubitusprophylaxe bedeutet: Bewegungsförderung, Umlagern, Einsatz von Hilfsmitteln, richtige Körperhygiene und Ernährung. Geschulte Pfleger sind das A und O!
  • Verbesserung von Allgemein- und Ernährungszustand, Druckentlastung und spezielle, feuchte Wundversorgung sind Schritte in der oft langwierigen Behandlung des Dekubitus.
Wann zum Arzt:

Wenn Sie bei sich oder einem ihrer Angehörigen die folgenden Symptome bemerken, ist eine ärztliche Untersuchung ratsam:

  • Wenn sich eine Hautrötung zeigt, die durch Druck mit dem Finger nicht verschwindet.
  • Wenn sich an Hautpartien die hohem Druck und Scherkräften ausgesetzt waren Blasen und Abschürfungen bilden.
  • Allerspätestens (und hoffentlich nicht erst) wenn sich tiefe Wunden mit blau-schwarzer Verfärbung von Gewebe und üblem Geruch zeigen.
  • Wenn sich der Pflegende nicht sicher ist, was richtige Lagerungstechniken und Hilfsmittel betrifft, sollte er sich in Dekubitusprophylaxe schulen lassen.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.