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Verstopfung Ursachen

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Geschrieben von Dr. med. Tim Hollstein , Arzt
Zuletzt aktualisiert am 15.10.2013
Verstopfung Ursachen

Verlangsamte Darmpassage

Durchschnittlich haben wir etwa einmal am Tag Stuhlgang, um die unverdaulichen Bestandteile der Nahrung, die wir aufgenommen haben, auszuscheiden. Die Passagedauer des Stuhls schwankt jedoch von Mensch zu Mensch erheblich. Nach der Nahrungsaufnahme verleibt der Speisebrei ca. 3 bis 6 Stunden im Magen und wird dann in den Dünndarm transportiert, wo der Hauptteil der Verdauung stattfindet. Der Dünndarm entzieht dem Nahrungsbrei die wichtige Nährstoffe und auch das meiste Wasser, so dass daraus weicher Stuhl wird. Die Muskulatur des Dünndarms treibt den Nahrungsbrei zeitgleich über sogenannte peristaltische Bewegungen (Wellenbewegungen) voran.

Nach durchschnittlich 6 Stunden gelangt der entstandene Stuhl in den Dickdarm, wo er gespeichert wird. Weiterhin wird ihm hier das restliche Wasser entzogen. Je länger der Stuhl dabei im Dickdarm bleibt, desto fester und trockener wird er. Daher spielt die sogenannte Dickdarmpassage eine wichtige Rolle bei Verstopfungen. Erst nach 12 bis 48 Stunden erreicht er das Ende des Dickdarms und gelangt in den Enddarm, wo er noch einmal bis zu zwei Tage verweilen kann. Dort löst er ab einer bestimmten Menge den sogenannten Defäkationsdrang aus, an den sich die kontrollierte Entleerung über den Anus anschließt.

Somit ist leicht ersichtlich, dass der Stuhl eine durchaus lange Zeit (bis zu fünf Tage) im Darm verbleiben kann. Die Dauer hängt dabei in aller erster Linie von der Nahrungszusammensetzung, den Lebensgewohnheiten, der Stärke der Darmmuskulatur, dem Nervensystem des Bauches und hormonellen Einflüssen ab. Der Stuhltransport kann gestört werden, wenn sich einer dieser Parameter verändert. Dadurch kann eine Verstopfung (medizinisch Obstipation) entstehen. In Deutschland betrifft dieses klassische Symptom im Durchschnitt jeden fünften Erwachsenen, wobei Frauen häufiger daran leiden als Männer. Ältere Menschen leiden besonders an Verstopfungen.

Akute Verstopfung

In der Regel unterscheiden Ärzte die akute von der chronischen Verstopfung. Eine akute Verstopfung tritt meist über mehrere Tage bei zuvor normalem Stuhlgang auf. Ursache kann unter anderem eine veränderte Ernährung (z.B. auf Reisen) oder längere Bettlägerigkeit sein, was als vorübergehende Verstopfung bezeichnet wird und keiner besonderen Behandlung bedarf.

Stopfende Lebensmittel sind Weißbrot, Bananen, Schokolade, Rotwein und schwarzer Tee. Hindernisse im Darm wie Tumoren, Darmausstülpungen (Divertikel) oder Verengungen können ebenfalls eine akute Obstipation auslösen und müssen in vielen Fällen therapiert werden. Eine gefürchtete Komplikation ist der akute Darmverschluss (Ileus), der sich jedoch neben der Verstopfung auch mit vernichtenden Bauchschmerzen und Koterbrechen bemerkbar macht.

Chronische Verstopfung

Eine chronische Verstopfung besteht dagegen über mehr als sechs Monate und ist durch eine generell verlangsamte Darmpassage begründet, was auf verschiedene Ursachen zurückgeführt werden kann:

  • Habituelle Verstopfung

Bei der häufigsten Form der chronischen Verstopfung ist die Dickdarmpassage ohne erkennbare Ursache verlangsamt oder die Empfindlichkeit des Mastdarms gestört. Die zugrundeliegenden Mechanismen sind dabei im Einzelnen noch unklar. Eine Rolle spielen unter Umständen die wiederholte Unterdrückung des Stuhlgangs, eine Ernährung mit ballaststoffarmer Kost sowie Bewegungsmangel und unzureichendes Trinken.

  • Reizdarmsyndrom

Das Reizdarmsyndrom äußert sich über Bauchschmerzen und Übelkeit bei gleichzeitiger Veränderung der Stuhlgewohnheiten. Dabei kann neben Durchfall auch eine chronische Verstopfung auftreten.

  • Medikamente

Bestimmte Arzneimittel können Verstopfungen fördern. Dazu zählen insbesondere Schmerzmedikamente (Opiate), Antidepressiva, Schleimlöser (Codein), aluminiumhaltige Mittel zur Neutralisierung der Magensäure (Hydrotalcit), Medikamente gegen Parkinson, Wassertabletten, Blutdrucksenker (Kalziumantagonisten wie Nifedipin), Anticholinergika (bei überaktiver Blase) und Eisentabletten.

  • Nervenkrankheiten

Der Bauch besitzt zur Regulierung der Darmtätigkeit ein eigenes Nervensystem, welches mit dem Gehirn in Kontakt steht. Erkrankungen wie Parkinson, Multiple Sklerose oder ein Schlaganfall können die Nervenbahnen schädigen, so dass eine dauerhafte Verstopfung entsteht.

  • Hormonelle Störungen

Eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen verlangsamt die Darmaktivität und führt so zu einer Verstopfung. Auch eine Schwangerschaft kann durch die nachhaltige Hormonumstellung Verstopfungen fördern.

  • Störungen des Stoffwechsels

Ein Überschuss an Kalzium oder Harnstoff im Blut kann wie ein Kaliummangel (durch zu häufigen Gebrauch von Abführmitteln) zu einer Obstipation führen.

  • Psychogene Ursachen

Krankhafte Essstörungen (Bulimie und Magersucht) als auch Depressionen können sich auf körperlicher Ebene durch eine Verstopfung bemerkbar machen.

  • Muskel- und Bindegewebskrankheiten

Hierunter fallen seltene Erkrankungen wie Sklerodermie oder Amyloidose, die die Beweglichkeit des Magen-Darm-Trakts einschränken.

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.