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Pflanzliche Hilfe bei Verstopfung

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Geschrieben von Dr. med. Tim Hollstein , Arzt
Zuletzt aktualisiert am 15.10.2013
Pflanzliche Hilfe bei Verstopfung

Die Natur bietet viele Möglichkeiten zur effektiven und schonenden Behandlung einer Verstopfung. Dabei existieren prinzipiell zwei Gruppen von Wirkstoffen. Sennesfrüchte, Aloe Vera, Rhabarber und der Faulbaum reichern den Stuhl mit Flüssigkeit an, wohingegen Floh- und Leinsamen durch Aufquellen das Stuhlvolumen erhöhen und so die Entleerung provozieren.

Hilfe auf einen Blick:
  • Sennesfrüchte: abführende Wirkung auf den Dickdarm durch Hemmung der Wasseraufnahme und Anregung der Wasserausscheidung über den Darm.
  • Aloe Vera: Anregung der Darmbewegungen und Verflüssigung des Stuhls.
  • Rhabarber (Teemischung): hemmt die Wasseraufnahme und fördert die Verflüssigung des Darminhalts. 2 bis 3 Gramm der Wurzel mit heißem Wasser übergießen und nach einigen Minuten trinken.

Die besten Naturheilmittel bei Verstopfung

Die Blätter und Früchte der Sennespflanze enthalten Anthranoide, Flavonoide, Bitterstoffe, Gerbstoffe und Harze, die im Zusammenspiel eine abführende Wirkung auf den Dickdarm entfalten. Zudem hemmen sie die Aufnahme von Flüssigkeit und fördern gleichzeitig die Wassersekretion in den Darm, was den Stuhl flüssiger macht. Durch die Anregung der Darmbewegungen (Peristaltik) wird der Stuhl schneller abtransportiert, was ebenfalls die Verstopfung bekämpft.

Der Wirkeintritt der Sennesfrüchte beginnt frühestens nach acht Stunden, daher sollte die Zubereitung als Tee oder die Einnahme eines Fertigpräparates rechtzeitig erfolgen. Generell ist die Anwendung der Sennesfrüchte für akute Verstopfungen geeignet. In Einzelfällen kann es zu krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden sowie bei längerfristiger Einnahme zu einem gestörten Salzhaushalt kommen. Sennesfrüchte dürfen nicht angewendet werden bei akuten entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa, bei einem Darmverschluss, bei Kindern unter 12 Jahren, in der Schwangerschaft oder auch in der Stillzeit.

 

Aloe Vera ist eine der bekanntesten Heilpflanzen und verdankt ihre Berühmtheit hauptsächlich der Anwendung auf der Haut. Doch auch im Magen-Darm-Trakt können Aloe-Extrakte helfen, da Aloe-Extrakte oder der Saft der Pflanzenblätter abführend wirken. Diese Wirkung kommt zustande, da Aloe-Pflanzen die Wasseraufnahme in den Darm unterdrücken und die stattdessen die Wasserabgabe fördert. Weiterhin regt sie die Darmbewegungen und den Fluss von Gallensaft an und bekämpft Magengeschwüre.

In der Schwangerschaft sollte auf Aloe verzichtet werden, da die Pflanze eine Fehlgeburt auslösen kann. Ebenso sollte während der Regelblutung, bei Unterleibsentzündungen, bei akutem Darmverschluss und bei Kindern unter 12 Jahren auf die Anwendung verzichtet werden. Die Zubereitung erfolgt als Fertigpräparat (Dragees im Handel erhältlich). Nach zwei Wochen sollte die Behandlung pausiert werden, da bei längerfristiger Einnahme die Gefahr von Komplikationen droht.

 

Die etwas faulig riechende Rinde des Faulbaums oder des Amerikanischen Faulbaums des in weiten Teilen Europas heimischen Strauchs ist reich an Frangulinen wie Glucofrangulin A und B sowie an zahlreichen Gerb- und Bitterstoffen. Diese Bestandteile wirken abführend auf den Dickdarm, indem sie die dessen Wasserresorptionsfähigkeit hemmen und dagegen die Sekretion an freiem Wasser in den Darm steigern. Die Wirkung tritt im Allgemeinen nach ungefähr acht Stunden ein. In Einzelfällen kann es bei der Anwendung zu krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden kommen. Wird frische Rinde benutzt, droht starkes Erbrechen mit Krämpfen. Daher sollte die Teezubereitung nur mit getrockneter Rinde erfolgen, die in jeder Apotheke erhältlich ist.

Der Faulbaumtee sollte nicht angewendet werden bei Darmverschluss, akuten entzündlichen Darmerkrankungen, in der Schwangerschaft und bei Kindern unter 12 Jahren. Im Übrigen sollte der Gebrauch auf zwei Wochen begrenzt werden, da sonst die Wirksamkeit des Faulbaums verloren geht (der Körper gewöhnt sich an die Inhaltsstoffe).

 

Die aus dem Obst- und Gemüsegarten bekannte Pflanze eignet sich zur effektiven Behandlung von Verstopfungen, da die Wurzel des Rhabarber eine Kombination aus Magen-Darm wirksamen Inhaltsstoffen besitzt. Dazu zählen Anthranoide, Gerbstoffe, Flavonoide und Pektine. Sie bewirken in hoher Dosierung (ab 1 Gramm) eine gesteigerte Ausschüttung von Wasser in den Darm (hydragoge Wirkung) bei gleichzeitiger Hemmung der Wasseraufnahme (antiabsorptive Wirkung). In niedriger Dosierung (0,1 bis 0,3 Gramm) helfen sie dagegen eher bei Durchfallbeschwerden.

Die abführende Wirkung tritt 6 bis 10 Stunden nach Einnahme ein. Wie bei den übrigen natürlichen Abführmitteln können auch bei der Einnahme von Rhabarber in Einzelfällen krampfartige Bauchschmerzen auftreten. Nicht angewendet werden sollte die Pflanze bei Darmverschluss, Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa, in der Schwangerschaft oder bei Kindern unter 12 Jahren. Weiterhin ist Rhabarber nur zur kurzfristigen Therapie von Verstopfungen geeignet. Die Zubereitung erfolgt in Teemischungen, die in der Apotheke erhältlich sind.

 

Der Flohsamen ist eine traditionelle Heilpflanze, deren Schale einen besonders hohen Anteil an Schleimstoffen enthält. Flohsamenschalen quellen bei Kontakt mit Wasser auf und verleihen ihm eine gelartige Konsistenz. Im Magen-Darm-Trakt entfalten sie so eine abführende Wirkung, da sie das Stuhlvolumen erhöhen, die Darmbewegungen stärken und somit den Stuhlgang auslösen können. Ferner besitzen sie eine schützende Wirkung auf den entzündeten Darm, da sich das gelartige Wasser um die empfindliche Schleimhaut legt. Angewendet wird der Flohsamen hauptsächlich zur Behandlung von Verstopfungen und des Reizdarmsyndroms. Nebenwirkungen sind nicht bekannt, jedoch können selten allergische Reaktionen auftreten.

Flohsamen darf nicht angewendet werden bei schwerem Diabetes, einem Darmverschluss oder wenn Engstellen im Magen-Darm-Bereich bestehen, da sonst die Gefahr eines Darmrisses droht. Kinder unter 12 Jahren sollten die Heilpflanze ebenfalls nicht einnehmen. Während der Einnahme ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. In der Apotheke existieren Fertigpräparate, von denen ein Teelöffel der Flohsamen zuerst in Flüssigkeit vorgequellt werden sollte. Nach einer halben Stunde sollte die Flüssigkeit mit zwei Gläsern Wasser eingenommen werden. Keine Milch dazu trinken!

 

Die Samen des Lein (bzw. des Flachs) wirken wie die Flohsamen innerlich angewendet abführend, schleimhautschützend sowie anregend auf die Bewegungen des Magen-Darm-Trakts (Peristaltik). Grund ist die aufquellende Wirkung der Samen bei Kontakt mit Wasser. Auch hier ist auf eine gründliche Dosierung zu achten (1 Teil Leinsamen auf 10 Teile Wasser).

Am besten zwei bis dreimal täglich einen Esslöffel Leinsamen mit einem Glas Wasser einnehmen. Bei akutem Darmverschluss dürfen die Samen nicht angewendet werden. Fertigarzneimittel sind in der Apotheke erhältlich.

 
Quellen:
  • Herold. "Innere Medizin". Herold Verlag (2011)
  • Arastéh et al. "Duale Reihe - Innere Medizin". Thieme Verlag (2009)
  • Koop. "Gastroenterologie compact; Alles für Klinik und Praxis". Thieme Verlag (2010)
  • Riemann u.a. "Gastroenterologie, Bd.1 Intestinum". Thieme Verlag (2008)
  • Caspary et al. "Therapie gastroenterologischer Krankheiten". Springer Verlag (2005)
  • Block. "POL-Leitsymptome, Gastrointestinaltrakt; Leber, Pankreas und biliäres System". Thieme Verlag (2006)
  • Hänsel et al. "Pharmakognosie - Phytopharmazie". Springer Verlag (2010)
  • Wiesenauer et al. " PhytoPraxis". Springer Verlag (2008)

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.