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Ursachen von Sodbrennen

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Geschrieben von Dr. med. Tim Hollstein , Arzt
Zuletzt aktualisiert am 10.10.2013
Ursachen von Sodbrennen

Magensäure fließt zurück

Unser Verdauungssystem zählt zu den wichtigsten Stoffwechselorganen des menschlichen Körpers. Täglich muss es aufgenommene Nährstoffe zerkleinern, aussortieren und aufnehmen bzw. wieder ausscheiden. Der allererste Teil der Verdauung findet dabei im Mund statt, wo die Nahrung durch Kaubewegungen und Speichel mechanisch zerkleinert wird.

Anschließend wird sie geschluckt und gelangt über die Speiseröhre, einen elastischen ca. 25 cm langen Muskelschlauch, in den Magen. Dieser Schlauch, medizinisch Ösophagus genannt, transportiert die Nahrung mit peristaltischen Wellenbewegungen. Das bedeutet, dass sich die Muskulatur hinter der Nahrung zusammenzieht und sie nach vorne presst. Daher kann man theoretisch auch auf dem Kopf stehend essen.

Der Speisebrei muss jedoch auf dem Weg zum Magen drei Engstellen passieren: Das engste Hindernis ist der Kehlkopf, danach folgt die Bauchschlagader und kurz vor dem Mageneingang das Zwerchfell. Erreicht die Nahrung schließlich den Mageneingang, öffnet sich der sogenannte untere Speiseröhren- oder Magenschließmuskel, ein dicker ringförmiger Muskel am oberen Ende des Magens, und lässt die Nahrung in den Magen eintreten. Dieser produziert Magensäure, um die Nahrung weiter zu verdauen. Damit der Magen sich nicht selbst verdaut, besteht seine Wand aus einer Schutzschicht. Die Speiseröhre kann jedoch von der Magensäure angegriffen werden. Daher ist es wichtig, dass der Magenschließmuskel den Magen gut verschließt und den Mageninhalt vor dem Rückfluss in die Speiseröhre bewahrt. In einigen Fällen ist dieser Prozess jedoch gestört. Das kann charakteristische brennende Schmerzen im Oberbauch zur Folge haben, die im Volksmund als Sodbrennen bezeichnet werden.

Refluxkrankheit ist häufigste Ursache

Die am weiten verbreitetste Ursache dafür ist die gastroösophageale Refluxkrankheit. Hierbei verschließt sich der Magenschließmuskel nicht mehr vollständig, so dass Magensäure und Nahrungsbrei in die Speiseröhre zurückfließen können, was in der Fachsprache als Reflux bezeichnet wird. Im Folgenden sind die wichtigsten Ursachen dieser Erkrankung aufgezählt:

  • Schwäche des Magenschließmuskels: In diesem Fall öffnet sich der untere Schließmuskel der Speiseröhre aus unerfindlichen Gründen und lässt Magensäure in die Speiseröhre austreten. Der Grund für diese Muskelschwäche ist noch nicht vollständig aufgeklärt.
  • Übergewicht: Überflüssige Pfunde beim Übergewicht drücken auf den Magen und damit auch auf den Schließmuskel. Kann dieser dem Druck nicht mehr standhalten, öffnet er sich und es kommt zum Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre.
  • Zwerchfellbruch: Im gesunden Zustand trennt das Zwerchfell den Brust- vom Bauchraum und wird nur von der Speiseröhre durchstoßen. In sehr seltenen Fällen tritt der Magen durch diese Schwachstelle hindurch und durchstößt das Zwerchfell ebenfalls, was als Zwerchfellbruch (medizinisch Hiatushernie) bezeichnet wird. Da das Zwerchfell einen wesentlichen Anteil an der Arbeit des Magenschließmuskels hat und bei dieser Krankheit verletzt ist, kann die Magensäure leichter zurückfließen.
  • Medikamente: Einige Arzneimittel können den Rückfluss von Mageninhalt begünstigen, indem sie den Magenschließmuskel direkt schwächen. Dazu zählen Blutdrucksenker bzw. Herzmedikamente (Nitrate und Kalziumantagonisten), Asthmamittel (Theophyllin) und Anticholinergika.
  • Schwangerschaft: Oft kann Sodbrennen auch in der Schwangerschaft entstehen, da der erhöhte Druck der Gebärmutter und die hormonellen Umstellungen eine Schwächung des Magenschließmuskels bewirken.

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Weitere Ursachen für Sodbrennen

Neben der häufigsten Ursache für Sodbrennen, der gastroösophagealen Refluxkrankheit, können auch weitere Erkrankungen den typischen Oberbauchschmerz verursachen. Dazu zählen folgende Krankheiten:

  • Funktionelles Sodbrennen: Wenn man an Oberbauchschmerzen und Sodbrennen leidet, führt der Arzt im Regelfall eine eingehende Untersuchung zur Klärung der Ursache durch. Erhebt er dabei einen unauffälligen Befund, so wird die Diagnose „Funktionelles Sodbrennen“ gestellt. Das bedeutet, dass die Symptome keine organische Ursache haben und höchstwahrscheinlich durch eine Überempfindlichkeit der Speiseröhre auf normale Mengen an Magensäure entstehen.
  • Reizmagen: Wenn man an Magenschmerzen leidet, ohne dass eine organische Ursache gefunden werden konnte, dann wird in vielen Fällen die Diagnose „Reizmagen“ gestellt. Die Beschwerden setzen sich dabei aus charakteristischen Schmerzen wie Völlegefühl, Magendrücken und auch Sodbrennen zusammen. Grund für diese funktionelle Störung ist oft eine Überempfindlichkeit des Magens oder eine beschleunigte Magenentleerung, jedoch scheinen auch psychische Faktoren eine Rolle zu spielen.
  • Herzinfarkt: Auch ein Infarkt des Herzmuskels kann zu plötzlichem Sodbrennen führen, da die Speiseröhre und das Herz von den gleichen Nerven versorgt werden.
  • Achalasie: Bei dieser Krankheit kann sich der Magenschließmuskel nicht ausreichend öffnen. Daher kann der Nahrungsbrei nur durch starke Kontraktionen der Speiseröhre in den Magen gelangen, was sie mit der Zeit erschlaffen lässt. Neben starken Schluckbeschwerden kann auch Sodbrennen auftreten.
  • Bewegungsstörungen der Speiseröhre: In sehr seltenen Fällen kann Sodbrennen aufgrund einer gesteigerten und krampfartigen Aktivität der Speiseröhrenmuskulatur entstehen. Die Ursachen für diese Bewegungsstörungen sind unbekannt, jedoch kann der Arzt eine stark verdickte Muskulatur des Ösophagus feststellen.
  • Genetische Ursachen: Studien an eineiigen Zwillingen haben ergeben, dass Sodbrennen auch genetisch bedingt sein kann. Die Forscher vermuten, dass die Speiseröhre dabei aufgrund einer genetischen Muskelschwäche beeinträchtigt ist.
 

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