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Pflanzliche Wirkstoffe bei Sodbrennen

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Geschrieben von 2011-02-08
Zuletzt aktualisiert am 2013-10-1010.10.2013
Pflanzliche Wirkstoffe bei Sodbrennen

Zur Behandlung von Sodbrennen hält Mutter Natur einige Heilpflanzen bereit. Die Wirkung besteht dabei in der Beruhigung des Magens und in der Reduktion der Säureproduktion. Dazu eignet sich am besten Kamillentee, allerdings wirken auch Leinsamen oder die Angelikawurzel effektiv gegen Sodbrennen.

Schnelle Hilfe bei Sodbrennen:
  • Kamillenblüten
    • beruhigen den Magen und reduzieren die Säureproduktion.
    • Kamillentee ist in der Apotheke erhältlich.
  • Leinsamen
    • bildet Schutzschicht um die empfindliche Schleimhaut der Speiseröhre.
    • dreimal täglich 1 Esslöffel Leinsamen mit einem Glas Wasser einnehmen.
  • Kartoffelsaft
    • neutralisiert die Magensäure.
    • Fertig-Säfte in der Apotheke erhältlich. Zur Einnahme 3 bis 5x täglich ca. 5 ml Saft und vor dem Schlafengehen noch einmal 10 ml Saft trinken.

Kamillenblüten

Die Blüten der Kamille sind ein traditionelles Heilmittel bei Sodbrennen, da sie zugleich eine entzündungshemmende, krampflösende und antibakterielle Wirkung besitzen. Daher werden bei Hauterkrankungen als auch bei Verdauungsstörungen wie Übelkeit, Erbrechen oder Reizmagen eingesetzt. Allerdings entfalten sie die effektivste Wirkung gegen Sodbrennen und saures Aufstoßen, da sie den Magen beruhigen und die Säureproduktion reduzieren. Dies ist auf die außergewöhnliche Kombination von Wirkstoffen zurückzuführen, darunter Apigenin, α-Bisabolol und ätherische Öle (Matricin und Matricarin). Die Zubereitung der Kamillenblüten erfolgt am besten als Tee oder verdünntes Extrakt. Beide Präparate sind fertig in der Apotheke erhältlich.

Leinsamen

Leinsamen

Der Leinsamen enthält einen sehr hohen Anteil an Schleimstoffen, die bei Kontakt mit Wasser aufquellen und im so eine gelartige Konsistenz verleihen. Dieses Gel legt sich wie eine Schutzschicht um die Schleimhaut des Verdauungstrakts und schützt sie so vor der Magensäure. So kann sich die Wand der Speiseröhre wieder regenerieren und das Sodbrennen lässt nach.

Weiterhin wirkt Leinsamen durch das Aufquellen abführend und anregend auf die Bewegungen des Magen-Darm-Trakts. Bei der Zubereitung der Leinsamen ist auf eine sorgfältige Dosierung zu achten (1 Teil Leinsamen auf 10 Teile Wasser). Am besten sollte mehrmals am Tag ein Esslöffel Leinsamen mit einem Glas Wasser eingenommen werden. Leinsamen darf nicht angewendet werden, wenn ein akuter Darmverschluss besteht. Fertigpräparate sind in der Apotheke erhältlich.

Kartoffelsaft

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Kartoffelsaft

Der Saft frischer und roher Kartoffeln wirkt sehr effektiv gegen akutes Sodbrennen, da es die Magensäure direkt neutralisieren kann. Die Speiseröhre wird somit nicht mehr durch die Säure geschädigt. Der Kartoffelsaft, der schon sehr viel früher zur Behandlung von Übersäuerungen eingesetzt wurde, geriet im Laufe des letzten Jahrzehnts zunehmend in Vergessenheit. Eine kürzlich durchgeführte Studie an Patienten mit Sodbrennen bestätigte jedoch die sehr gute Wirkung des Saftes.

Im Handel sind verschiedene Fertig-Säfte erhältlich. Zudem kann man Kartoffelsaft auch bei an Sodbrennen leidenden Schwangeren einsetzen, da keine Nebenwirkungen bekannt sind. Wenn man den Saft selbst pressen möchte, sollte man darauf achten, dass die rohen Kartoffeln nicht mehr grün und vollständig entkeimt sind. Anschließend empfiehlt es sich, 3 bis 5 Mal täglich ca. 5 ml Saft und vor dem Schlafengehen noch einmal 10 ml Saft zu trinken.

Heilerde

Heilerde

Die Nutzung von Heilerde zur Bekämpfung von Übersäurerungen war schon zur Zeit vor Christus bekannt. Heilerde wird aus natürlichen Lößablagerungen (feinem Gesteinspulver aus der Eiszeit) gewonnen und besteht größtenteils aus Silikaten.

Neben der äußeren Anwendung auf entzündliche Hautveränderungen ist Heilerde genauso wirksam bei innerer Anwendung, da sie die Magensäure neutralisiert. Dies lindert die Beschwerden bei Sodbrennen und schützt die Speiseröhre. Zudem bindet sie Wasser und regt somit die Magen-Darm-Tätigkeit an. Fertige Heilerde-Präparate (Pulver, Kapseln) können im Handel gekauft werden. Zur Zubereitung des Pulvers sollten ein bis zwei Teelöffel Heilerde in einem zum Viertel gefüllten Glas aufgerührt und getrunken werden.

Süßholzwurzel

Das Süßholz wird auch Lakritze genannt und gehört zu den am gründlichsten untersuchten Heilpflanzen. Aktuell sind über 400 potentielle Wirkstoffe der Süßholzwurzel bekannt, wobei gegen Magen-Darm-Beschwerden und Sodbrennen in erster Linie Glycyrrhizinsäure, Glycyrrhetinsäure, Flavonoide, Polysaccharide und Sterole wirken. Sie hemmen bestimmte Enzyme im Magen und reduzieren dadurch die Säurebildung bei gleichzeitiger Anregung der Magenschleimsekretion.

Weiterhin wird der Magen beruhigt und entkrampft. Zusammengenommen schützen diese Prozesse die Speiseröhre vor der aggressiven Magensäure und Sodbrennen. Zudem wird die Süßholzwurzel aufgrund ihrer starken entzündungshemmenden Wirkung auch gern bei Geschwüren des Magens und des Zwölffingerdarms verabreicht.

Da der Wirkmechanismus der Süßholzwurzel dem des Medikamentes Kortison ähnelt, können auch die gleichen Nebenwirkungen bei zu häufiger Einnahme der Heilpflanze entstehen. Daher sollte die Anwendung maximal 4 bis 6 Wochen dauern. In der Apotheke können entsprechende Fertigtees erworben werden. Die Süßholzwurzel darf nicht eingenommen werden bei Leber- und Nierenerkrankungen, einem Kaliummangel sowie bei Bluthochdruck oder während der Schwangerschaft.

Angelikawurzel

Angelikawurzel

Diese aus Island stammende Pflanze Angelika besitzt eine beruhigende und krampflösende Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt. Dies beruhigt den Magen, was sich wiederrum positiv auf das Sodbrennen auswirkt. Die Hauptwirkstoffe der Angelikawurzel-Extrakte sind ätherische Öle wie Pinen oder Phellandren. Zu beachten ist, dass auf längere Sonnenbäder oder intensive UV-Bestrahlung (z.B. im Solarium) während der Einnahme verzichtet werden sollte, da die Angelikawurzel den Lichtschutz der Haut verringert. Zubereitet werden kann die Heilpflanze am besten als Tee, der fertig im Handel zu kaufen ist.

Kümmelfrüchte

Das aus den Früchten der Pflanze gewonnene Kümmelöl wirkt krampflösend und beruhigend auf den Magen. Dadurch kann Sodbrennen gelindert werden. Außerdem wirken Kümmelfrüchte antimikrobiell und stärken die Durchblutung.

Die Hauptinhaltsstoffe sind ätherische Öle, vorwiegend Carcon, sowie Flavonoide, Phenolcarbonsäuren und Cumarinderivate. Diese Kombination wirkt zudem appetitanregend. Im Handel ist Kümmelöl erhältlich, vom dem am besten einige Tropfen mit einem Zuckerstück eingenommen werden. Weiterhin kann Kümmeltee zubereitet werden, in dem ein halber Teelöffel der getrockneten und gequetschten Früchte mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen wird.

Quellen:
  • Herold. "Innere Medizin". Herold Verlag (2011)
  • Arastéh et al. "Duale Reihe - Innere Medizin". Thieme Verlag (2009)
  • Koop. "Gastroenterologie compact; Alles für Klinik und Praxis". Thieme Verlag (2010)
  • Riemann u.a. "Gastroenterologie, Bd.1 Intestinum". Thieme Verlag (2008)
  • Caspary et al. "Therapie gastroenterologischer Krankheiten". Springer Verlag (2005)
  • Block. "POL-Leitsymptome, Gastrointestinaltrakt; Leber, Pankreas und biliäres System". Thieme Verlag (2006)
  • Hänsel et al. "Pharmakognosie - Phytopharmazie". Springer Verlag (2010)
  • Wiesenauer et al. " PhytoPraxis". Springer Verlag (2008)

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.