Anzeige
Anzeige
Sie kennen uns vielleicht auch aus:
Anzeige

Pflanzliche Hilfe und Hausmittel bei Rückenschmerzen

Anzeige
Geschrieben von 2011-02-08
Zuletzt aktualisiert am 2018-10-0606.10.2018
Pflanzliche Hilfe und Hausmittel bei Rückenschmerzen

Eine rasche Schmerzlinderung ist bei Rückenschmerzen besonders wichtig, denn kommt man schnell wieder in Bewegung, beschleunigt sich in der Regel der Heilungsprozess. Chemische Schmerzmittel haben Nebenwirkungen, sanfter und oft genau so effektiv wirken pflanzliche Alternativen. Dabei muss man heute natürlich nicht selbst in den Wald auf Sammeltour gehen oder der örtlichen Kräuterhexe einen Besuch abstatten: Schmerztabletten, praktische Schmerzpflaster, Salben und Balsam bekommt man ganz einfach in der Apotheke. Wer auf Hausmittel schwört, findet in scharfstoffreichen Wirkstoffen wie Meerrettich oder Ingwer wirksame Zutaten für Auflagen oder Kompressen. Auch ätherische können die Schmerzen eindämmen. Je nachdem, welche Ursache den Rückenschmerzen zugrunde liegt, können Heilpflanzen eine effektive Behandlungsoption sein. Bei äußerer Anwendung gillt hierbei stets: Bringen Sie hautreizende pflanzliche Wirkstoffe nicht mit verletzter Haut oder Schleimhaut in Berührung!

Auf einen Blick:
  • Schmerzpflaster mit Cayennepfefferfrüchten sind eine Erste-Hilfe-Maßnahme bei Rückenschmerzen wie dem „Hexenschuss“. Durch Hautreizung und Überwärmung kommt es zu einer gezielten lokalen Schmerzlinderung.
  • Eine pflanzliche Tinktur aus Pappelrinde und Pappelblättern, Goldrutenkraut und Eschenrinde lindert Schmerzen und wirkt entzündungshemmend, denn sie enthält Salicylate -
  • genau wie Weidenrinden-Extrakt, den es als Tabletten in der Apotheke gibt: Eine sanfte aber durchaus wirkungsvolle Alternative zu den üblichen chemischen Schmerztabletten.

Chilis brennen höllisch, wer schon mal zu viel davon im Essen erwischt hat, weiß das. Cayennepfeffer enthält Scharfstoffe wie Capsaicin. Sie wirken schmerzlindernd, denn sie fördern der Durchblutung. Dadurch werden Botenstoffe in den Nerven entleert, die das Schmerzempfinden dämpfen.

Als Erste-Hilfe Maßnahme bei akuten Schmerzen kann man ein Cayennepfeffer-Schmerzpflaster auf die betroffenen Stelle aufkleben, sollte es jedoch nicht länger als zwei Tage hintereinander anwenden. Ist der Schmerz danach noch nicht abgeklungen, empfiehlt sich in jedem Fall der Arztbesuch.

 

Auch Senfsaat und Meerrettichwurzel enthalten Scharfstoffe, die sogenannten Senfölglykoside. Wiederum über eine Hautreizung erreicht man mit zerstoßenen Senfsamen und geriebener Meerrettichwurzel eine Schmerzlinderung und Entzündungshemmung. Für eine Senfsaat-Kompresse 3-4 Esslöffel der zerstoßenen Senfsaat (Senfmehl) mit warmem Wasser zu einem Brei verrühren und auf die schmerzende Stelle auftragen oder auftragen lassen. 10-15 Minuten auf der Haut lassen und maximal 3-4x täglich wiederholen.

Auch eine Meerrettichauflage ist ein tolles Hausmittel bei Rückenschmerzen. Diese stellt man aus 2 Esslöffeln frisch geriebener Meerrettichwurzel her. Die frische Zubereitung ist nötig, damit die Wirkstoffe freigesetzt werden. Den Meerrettich ungefähr fingerdick auf eine Kompresse (in der Apotheke erhältlich) verteilen, die Ränder einschlagen und auf die von Rückenschmerzen betroffene Stelle legen. Mit einem Baumwolltuch abdecken und ebenfalls nicht länger oder öfter wie die Senfsaat anwenden. Ähnlich wird mit der Ingwerwurzel verfahren. Hier nimmt man das schmerzlindernde Ingwerpulver und rührt 1 Esslöffel davon mit warmem Wasser an. Wie Senfsaat auftragen. Nach den Kompressen die gerötete Haut mit Olivenöl sanft einreiben und pflegen. Senf, Meerrettich und Ingwer nicht länger als 2 Wochen auf der Haut anwenden!

 

Um Rückenschmerzen zu lindern, empfehlen sich auch Einreibungen mit ätherischen Ölen. Kampferöl, Eukalyptusöl, Minzöl, Kiefernadelöl, Thymianöl und Rosmarinöl werden dafür zu Salben, Schmerzbalsamen und Lösungen verarbeitet. Die Inhaltsstoffe der verschiedenen ätherischen Öle wie Camphen, Cineol, Pinen oder Rosmarinsäure wirken schmerzlindernd, durchblutungsfördernd und lösen Muskelverspannungen und Verhärtungen im Rücken.

 

Das pflanzliche „Aspirin“, so könnte man die Weidenrinde nennen. 1874 wurde erstmalig Acetylsalicylsäure aus einem aus Weidenrinde isolierten Inhaltsstoff hergestellt. Und auch Weidenrinde in natürlicher Form wirkt schmerzlindernd: Sie hat den höchsten Gehalt an Salicylaten unter den Heilpflanzen. Diese Stoffe werden in der Leber umgewandelt und können Entzündungsprozesse hemmen.

Weidenrinden lindert Kopfschmerzen und Gliederschmerzen und senkt Fieber. Dass der Weidenrinden-Extrakt auch bei Rückenschmerzen helfen kann, haben wissenschaftliche Studien nachgewiesen.

Weidenrinde gibt es als Fertigpräparat in Form von Tabletten und Dragees in der Apotheke. Im Vergleich zu Acetylsalicylsäure oder anderen chemischen Schmerzmedikamenten mit sanfterer schmerzlindernder Wirkung aber dafür auch nebenwirkungsärmer.

 

Die südafrikanische Teufelskralle sollte nicht mit der europäischen Teufelskralle verwechselt werden. Denn nur die Heilpflanze aus Südafrika enthält Harpagoside, Bitterstoffe, die Prostaglandine hemmen und dadurch ebenfalls in den Entzündungsprozess eingreifen. Teufelskrallenwurzel-Extrakt wird bevorzugt bei Rheuma, Arthrose und Appetitverlust eingesetzt. Bei chronischen Rückenschmerzen und Degeneration im Rücken wie zum Beispiel Kreuzschmerzen durch Abnutzungserscheinungen der Wirbelgelenke kann Teufelskrallenwurzel hilfreich sein. Die Pflanze ist als Fertigpräparat in der Apotheke erhältlich.

 

Wer es ganz traditionell mag, der kann es mit der Klostermedizin des Mittelalters versuchen. Damals vertraute man bei Gelenk- und Rückenschmerzen auf frische Brennnesselblätter, die man zu einem Bündel zusammenband und vorsichtig über den Rücken strich. Brechen die Brennhaare der Pflanze, wird aggressive Kieselsäure freigesetzt. Dieser werden entzündungshemmende und abschwellende Wirkungen nachgesagt.

 
Quellen:
  • Schilcher, Kammerer, Wegnener. Leitfaden Phytotherapie. Urban & Fischer Verlag; 2010
  • Hänsel, Sticher. Pharmakognosie, Phytopharmazie. Springer Verlag; 2010
  • Bäumler. Heilpflanzenpraxis heute. Urban & Fischer Verlag; 2007
  • Schrott, Ammon. Heilpflanzen der ayurvedischen und der westlichen Medizin. Springer Verlag; 2012

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.