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Rheuma, rheumatische Beschwerden Pflanzliche Wirkstoffe

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Geschrieben von Morgana Hack , Ärztin und Ayurvedaärztin
Zuletzt aktualisiert am 29.11.2013
Rheuma, rheumatische Beschwerden Pflanzliche Wirkstoffe

Unterstützende Behandlung bei Rheumaschmerzen

Pflanzliche Wirkstoffe zur Behandlung von Rheuma und rheumatischen Beschwerden werden begleitend zu chemischen Medikamenten und Bewegungstherapie eingesetzt. Sie können innerlich eingenommen langfristig den Entzündungsprozess in den Gelenken positiv beeinflussen, wirken jedoch nicht so stark schmerzlindernd wie die chemischen Wirkstoffe. Äußerlich als Salben aufgetragen helfen sie bei Gelenkschmerzen zusammen mit Wärme-Kälte-Anwendungen. Bei akuter Entzündung hilft kühlende Salbe, bei chronischer Gelenkdegeneration können Überwärmungsbäder wohltuend sein.

Hilfe auf einen Blick:
  • Teufelskrallenwurzelextrakt ist als Fertigpräparat das am gründlichsten erforschte pflanzliche Rheumamittel bei Arthrose und chronischer Polyarthritis.
  • Weidenrinde und Brennnesselkraut sind zwei alte Heilmittel aus dem europäischen Raum und helfen wegen ihrer entzündungshemmenden Wirkung bei rheumatischen Gelenkentzündungen. Weidenrinde wirkt schmerzlindernd, Brennnesselkraut entwässert und regt den Stoffwechsel in dem Gewebe um die Gelenke an.
  • Cayennepfefferfrüchte- und Arnikablüten-Extrakte lindern Schmerzen als Pflaster, Salbe oder Gel lokal über den Gelenken.
  • Indisches Weihrauchharz hemmt Botenstoffe des Immunsystems, die chronische Entzündungen unterhalten und kann zur Langzeittherapie bei vielen rheumatischen Beschwerden hilfreich sein.

Teufelskralle

Teufelskralle

Die südafrikanische Teufelskralle verdankt ihren Namen der Form ihrer verholzten Früchte. Ihr Wirkstoff, Teufelskrallenwurzel-Extrakt, wird bevorzugt für die Behandlung von Rheuma und Arthrose eingesetzt. Ihre Bitterstoffe hemmen entzündungsauslösende Prostaglandine. Teufelskrallenwurzel ist als Fertigpräparat in der Apotheke erhältlich und wirkt langfristig bei chronischer Polyarthritis oder bei Degeneration in den Gelenken, schwächer bei akuten Gelenkschmerzen.

Weide

Weide

Weidenbäume wachsen an Seeufern und wurden schon früh als Schmerzmittel und zum Fiebersenken in der europäischen Volksheilkunde eingesetzt. In der Rinde der Weide kommt das „Salicin“ vor, ein Wirkstoff, aus dem erstmalig 1874 die „Acetylsalicylsäure“ hergestellt wurde. Ein Stoff, der uns heute vor allem als Aspirin geläufig ist.

Salicin hemmt Botenstoffe der Entzündungsreaktion und kann begleitend in der Langzeittherapie der chronischen Polyarthritis und bei rheumatischen Beschwerden und Schmerzen als Fertigpräparat eingenommen werden. Es wirkt zwar nicht so stark wie chemische Schmerzmittel, dafür sind außer gelegentlichen allergischen Reaktionen keine Nebenwirkungen bekannt.

Brennnesselkraut

Brennnessel

Die Brennnessel ist ein altbekanntes Rheumamittel, dessen Wirksamkeit gut untersucht wurde. Neben der entwässernden Wirkung von Brennnesselkraut- und blätter-Extrakt geht seine entzündungshemmende Wirkung auf ungesättigte Fettsäuren und Kaffeesäurederivate zurück.

Der Frischpflanzenpresssaft aus der Apotheke oder eine Zubereitung aus eigener Ernte ist empfehlenswert (2-3 g Brennnesselkraut mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 20 Minuten ziehen lassen, mehrmals täglich 1 Tasse trinken). Brennnesselkraut-Extrakt ist auch in Form von Tabletten oder Kapseln erhältlich.

Goldrute

Birke, Goldrute, Pappel und Esche

Eine Kombination aus entwässernden und entzündungshemmenden pflanzlichen Wirkstoffen ist bei der Rheumabehandlung sinnvoll, da durch die zusätzliche Entwässerung Stoffe aus dem entzündeten Gewebe ausgeschwemmt werden können. Birkenblätter und Goldrutenkraut können entwässern, Goldrutenkraut, Pappelrinde und Eschenrinde eine entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung. Es sind Kombinationspräparate erhältlich.

Cayennepfeffer

Cayennepfeffer

Cayennepfefferfrüchte-Extrakt gehört zu den äußerlich angewandten Wirkstoffen bei Rheuma, Gelenkschmerzen und Muskelschmerzen. Capsaicinoide sind scharfe Substanzen, die zu einer lokalen Durchblutungssteigerung und Überwärmung führen und Entzündungsreaktionen unterdrücken. Cayennepfefferfrüchte sind als Salben oder Wärmetherapiepflaster erhältlich, die man nicht länger als zwei Tage hintereinander anwenden sollte, da es sonst zu Hautreizungen und Nervenschädigungen kommen kann.

Arnika

Arnika

Arnikablüten-Extrakt wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend durch Blockade von Botenstoffen und Beeinflussung von Immunzellen, die an Entzündungsvorgängen beteiligt sind. Bei akuten Entzündungen der Gelenke, Muskeln, bei Blutergüssen durch Unfälle ist Arnika ein beliebtes Hausmittel. Als Tinktur, Salbe oder kühlendes Gel wird Arnikablüten-Extrakt in die schmerzenden Gelenke eingerieben.

Campher

Campher

Zusätzlich können Campher und andere ätherische Öle (Pfefferminzöl, Rosmarinöl, Eukalyptusöl, Kiefernadelöl) als Salben oder Schmerzbalsam auf die entzündeten Gelenke aufgetragen schmerzlindernd wirken.

Indischer Weihrauch

Indischer Weihrauch

Das Harz des Weihrauchbaumes (Boswellia serrate) wird in Indien „Salaiguggulu“ genannt und seit vielen Jahrhunderten im Ayurveda und bei religiösen Zeremonien verwendet. In unserem Kulturraum wurde der Weihrauch in letzter Zeit zunehmend bekannter und zum Gegenstand von Studien über die Behandlung chronischer Entzündungszustände auserkoren.
Indisches Weihrauchharz enthält bis zu 50 Prozent Triterpensäuren, vorrangig Boswelliasäure, welche die Phospholipase A-Aktivität hemmt. Damit können Botenstoffe des Immunsystems wie Prostaglandine und Leukotriene ausgebremst werden, die für die Aufrechterhaltung der Entzündungsreaktion verantwortlich sind.
Weihrauchharz, Salaiguggulu, ist stärker entzündungshemmend als schmerzlindernd und kann begleitend zu Rheumamedikamenten eingesetzt werden zur Behandlung von chronischer Polyarthritis (rheumatoider Arthritis), Morbus Crohn und Colitis ulcerosa (chronische-entzündliche Darmerkrankungen) sowie anderen entzündlichen Gelenkserkrankungen und rheumatischen Beschwerden.

Es ist als Fertigpräparat in der Apotheke erhältlich und sollte zur Langzeittherapie über viele Wochen und Monate angewandt werden, da die Wirkung erst nach und nach einsetzt.

Quellen:
  • Chronische Erkrankungen integrativ (G. Dobus, U. Deuse, A. Michalsen; Urban & Fischer Verlag, 2006)
  • Innere Medizin (Classen, Diehl, Kochsiek; Urban & Fischer Verlag, 6. Auflage 2009)
  • Leitfaden Phytotherapie (H. Schilcher, S. Kammerer, T. Wegnener; Urban & Fischer Verlag)
  • Pharmakognosie, Phytopharmazie (Hänsel, Sticher; Springer Verlag)
  • Heilpflanzenpraxis heute (S. Bäumler; Urban & Fischer Verlag)
 

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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