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Therapie bei nervösen Herzbeschwerden (funktionelle Herzbeschwerden, Herzangstneurose)

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Geschrieben von 2011-02-08
Zuletzt aktualisiert am 2017-05-1818.05.2017
Therapie bei nervösen Herzbeschwerden (funktionelle Herzbeschwerden, Herzangstneurose)

Konflikte bewältigen, Selbstvertrauen gewinnen

Der erste Therapieschritt bei nervösen Herzebschwerden ist die Krankheitseinsicht: Für Menschen mit nervösen Herzbeschwerden ist es wichtig zu erkennen, dass sie an einer Angststörung leiden und nicht an einer Herzerkrankung. Die Therapie besteht in der Beleuchtung und Behandlung dieser unbewussten Ängste. Deshalb ist es nützlich, wenn die Betroffenen bei ihrem Hausarzt oder behandelnden Arzt in Betreuung bleiben, der sie auf die Möglichkeit einer Psychotherapie vorbereitet und ihnen geduldig erklärt, dass es sich nicht um eine körperliche Krankheit handelt.

Psychotherapie

Der psychotherapeutische Psychologe oder Facharzt für Psychotherapie und Psychosomatische Medizin kann diese Gesprächstherapie durchführen. Dafür sind regelmäßige Sitzungen nötig, anfangs meist ein- bis zweimal pro Woche. Je nach Schwere der Erkrankung läuft eine Psychotherapie über 25 bis 125 Sitzungen oder länger. Besonders wichtig ist es für den Betroffenen, ein Vertrauensverhältnis zum Therapeuten aufzubauen.

Verhaltenstherapie

  • Der Therapieansatz ist kognitiv, läuft also über die Umschulung des Geistes. Der Betroffene lernt, mit seinen Ängsten und Herzattacken umzugehen und diese zu überwinden. Dabei können Elemente aus der Bewegungstherapie nützlich sein: Man erfährt, dass man auf sein Herz und seinen Körper vertrauen kann. Wichtig ist auch die Aufklärung über funktionelle Störungen (Psychoedukation).

Psychodynamische Verfahren

  • Hierzu zählt die klassische Psychoanalyse, die daraus entstandene tiefenpsychologische Gesprächstherapie und andere Therapieformen. Kern ist die Analyse der seelischen Entwicklung des Menschen, beginnend in der Kindheit und die behutsame Aufdeckung der Neurosen. Die Heilung basiert auf der Verarbeitung der unbewussten Konflikte und dem Aufbau von seelischer Stabilität und Selbstvertrauen.

Entspannungsverfahren

Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, Yoga und Atemübungen sind in der Behandlung von funktionellen Syndromen sehr wichtig und effektiv, denn sie wirken angstlösend, regulierend und beruhigend auf Atmung, Puls und Herzschlag bringen die Seele in den Körper zurück.

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Medikamente

Herzmedikamente wie z.B. Blutdruckmittel sollten bei Menschen mit Herzangstneurose nicht eingesetzt werden, es sei denn sie sind bei Bluthochdruck oder nach einem Herzinfarkt nötig. Das ist wichtig, um den Betroffenen nicht weiter auf die Annahme einer organischen Herzerkrankung zu fixieren, zudem haben die Medikamente Nebenwirkungen. Bei schweren Erkrankungen können Antidepressiva (zur Behandlung von Depressionen) und Anxiolytika (angstlösende Mittel) als Bedarfsmedikation bei „Herzattacken“ eingesetzt werden.

Psychosomatische Kur

Helfen diese „ambulanten“ (von zuhause durchführbaren) Maßnahmen nichts oder befindet sich der Betroffene in einer akuten Lebenskrise, so ist es gut, eine stationäre Behandlung in einer Psychosomatischen Rehabilitationsklinik zu beantragen. Diese beinhaltet Einzel- und Gruppenpsychotherapie, Erlernen von Entspannungsverfahren, Bewegungstherapie, kreative Therapieangebote und den Austausch mit anderen Betroffenen intensiv über einen Zeitraum von mindestens 6 Wochen.

Vorbeugen

Positive Ressourcen entwickeln

Die Salutogenese (= Gesundheitsentstehung) untersucht im Gegensatz zur Pathogenese (Krankheitsentstehung) die Faktoren, die dem Menschen beim Prozess der Gesundheit und des Gesundbleibens helfen. Zentral ist darin der „sense of coherence“ (engl.: Gefühl des größeren Zusammenhangs): das Gefühl, dass es sinnvoll ist, auf der Welt zu sein. Ist dieses Kohärenzgefühl gut entwickelt, so können Menschen schlimmsten Bedrohungen ausgesetzt sein, ohne eine Angsterkrankung wie Herzangstneurose zu entwickeln. Das Kohärenzgefühl gliedert sich in drei Grundfragen:

  • Verstehe ich, was in mir vorgeht?
  • Wo erlebe ich mein Handeln als sinnvoll?
  • Kann ich meine Krankheit bewältigen?

Um das Kohärenzgefühl zu stärken, ist es wichtig, im Laufe des Lebens positive Ressourcen zu entwickeln. Das sind unsere individuellen Kraftquellen.

  • Wo bin ich stark:
  • Welche Fähigkeiten habe ich:
  • Was macht mir Freude:
  • Wo erhalte ich Anerkennung:
  • Wo bin ich nützlich in der Gemeinschaft:

Menschen mit vielen positiven Ressourcen und einem starken Kohärenzgefühl erkranken nachweislich seltener an Herzangstneurose nach einem Herzinfarkt. Das Konzept der Salutogenese eignet sich zum Vorbeugen und Behandeln von nervösen Herzbeschwerden, funktionellen Syndromen oder dem Burn-out-Syndrom.

Buchtipps:
  • „Wenn der Arzt nichts findet. Kranksein ohne Befund“ von W. Girstenbrey (Humboldt/Schlütersche Verlag, März 2008)
  • „Der kranke Gesunde: Psychosomatische Beschwerden verstehen. Was mir die Signale meines Körpers sagen. Wie ich mich wieder gesünder fühle“ von H. Lieb und A. von Pein (Trias Verlag, 4. Auflage Mai 2009)
  • „Praxisbuch Salutogenese: Warum Gesundheit ansteckend ist“ von T.D. Petzold (Südwest Verlag, September 2010)

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

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