Anzeige
Anzeige

Sie kennen uns vielleicht auch aus:

Anzeige

Leberzirrhose und Leberschäden

Anzeige
Geschrieben von Morgana Hack , Ärztin und Ayurvedaärztin
Zuletzt aktualisiert am 25.09.2013
Leberzirrhose und Leberschäden

Eine Leberzirrhose ist Ausdruck fortschreitender Zerstörung der Leber. Hauptsächlich Alkohol, aber auch Viren, Medikamente und Gifte führen zum Absterben von Leberzellen. Verlorenes Lebergewebe wird durch knotiges Gewebe ersetzt und eine Zirrhose entwickelt sich. Diese Leberschrumpfung ist gefährlich, denn sie führt langfristig zum lebensbedrohlichen Verlust der Leberfunktion und kann nicht rückgängig gemacht werden. Die Leber ist ein wichtiges Stoffwechsel- und Entgiftungsorgan, daher gilt es, rechtzeitig zu handeln. Alkohol oder andere Ursachen wie Medikamente müssen abgesetzt werden. Doch nicht immer führt ein leberschädigender Fremdstoff gleich zur Zirrhose. 

Als Leberzirrhose bezeichnet man einen chronischen Prozess mit knotiger Vernarbung der Leber. Die Leberzirrhose wird auch Schrumpfleber genannt und ist das Endstadium verschiedenster schwerer Leberkrankheiten.

Leberschäden durch Medikamente und Gifte können unterschiedlichste Leberkrankheiten auslösen – wird der schädigende Fremdstoff jedoch nicht entfernt kommt es entweder zum akuten Leberversagen oder zur chronischen Leberzirrhose.

Leberzirrhose im Überblick:

  • Leberzirrhose ist das Endstadium vieler Leberkrankheiten mit Knotenbildung und fortschreitendem Verlust der Leberfunktion.
  • Die häufigste Ursache ist Alkoholmissbrauch. Eine chronische Virushepatitis, Medikamenteneinnahme oder seltene Stoffwechselkrankheiten können zur Leberzirrhose führen.
  • Zu Beschwerden wie Leistungsminderung, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Abmagerung kommt es oft erst bei fortgeschrittener Leberzirrhose mit Komplikationen wie Bauchwassersucht oder Krampfadern der Speiseröhre.
  • Eine Beurteilung der Ursache und der Leber gelingt oft nur mit der Bauchspiegelung. Medikamenteneinnahme und Alkoholkonsum müssen erforscht werden.
  • Die Therapie dient der Behandlung der Ursache (z.B. völliger Verzicht auf Alkohol) und der Komplikationen, um die Leberfunktion und das Leben zu retten.

Ursachen für Leberzirrhose und Leberschäden

Die Leberzirrhose ist wesentlich seltener als zur Fettleber. Trotzdem entwickeln jährlich etwa 250 von 100.000 Europäern eine Leberzirrhose. Männer sind doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Die meisten Fälle in Deutschland (60%) sind durch Alkohol verursacht, circa 20% der Leberzirrhosen entstehen durch eine chronische Virushepatitis. Andere Ursachen sind Medikamente, Gifte und seltene Stoffwechselkrankheiten.

Jede chronische Noxe (Gift, schädigender Fremdstoff) kann bei langanhaltendem Kontakt in eine Leberzirrhose münden. Grundsätzlich unterscheidet man drei Reaktionsformen der Leber: die Fettleber, die Hepatitis (Leberentzündung) und die Leberzirrhose. Manche Gifte, wie Alkohol, können alle drei Formen auslösen. Die Alkoholfettleber kann in eine Fettleberentzündung übergehen, die letztendlich in die Leberzirrhose mündet mit allen ihren lebensbedrohlichen Folgen.

Die Leber unterteilt sich in viele kleine Leberläppchen (Azini). Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte gruppieren sich unter Einfluss von Schadstoffen reaktiv Bindegewebszellen um die Leberläppchen herum. Diesen Prozess nennt man Leberfibrose. Die Fibrose zerstört die Leberläppchen noch nicht. Sie kann aber Vorstadium der Leberzirrhose sein. Die Leberzirrhose ist der misslungene Versuch der Leber, sich trotz fortgesetzter Vergiftung zu regenerieren: Sterben die Leberzellen ab (Nekrose), so versucht die Leber, sich zu regenerieren, und ersetzt die toten Zellen innerhalb der Leberläppchen durch knotiges Gewebe. Diese Knoten sind kennzeichnend für die Leberzirrhose. Man unterscheidet die

  • grobknotige Leberzirrhose von der
  • kleinknotigen Leberzirrhose und
  • gemischten Leberzirrhose

Je mehr Knoten in der Leber entstehen, desto weniger ist sie in der Lage zu entgiften und wichtige Aufgaben im Kohlehydrat- Fett- und Eiweißstoffwechsel wahrzunehmen. Die Leberzirrhose ist also Endstadium chronischer Leberkrankheiten. 

Alkoholmissbrauch – die häufigste Ursache

Langjähriger Alkoholmissbrauch, meist im Rahmen einer Alkoholabhängigkeit, mündet bei einem Drittel aller Alkoholiker nach mindestens fünf Jahren in die Leberzirrhose. Die Grenzwerte, unterhalb derer die Leber in der Regel keinen Schaden davonträgt sind:

  • 20-30g Alkohol pro Tag für Frauen (entspricht etwa ½ Liter Bier oder 1 Glas (200ml) Wein)
  • 60g Alkohol pro Tag für Männer (entspricht etwa 1 ½ Liter Bier oder 3 Gläser Wein).
  • Jugendliche unter 16 Jahren sollten gar keinen Alkohol trinken, da sie sich noch in der Wachstumsphase befinden.

Chronische Virushepatitis – ein Virus als Gift

Auch ein Krankheitserreger kann eine „Noxe“ sein – in dem Fall die Hepatitis-Viren im Rahmen einer chronischen Hepatitis B, C oder D.

Autoimmunkrankheiten – der Körper gegen sich selbst

Bei einigen Autoimmunkrankheiten greifen körpereigene Eiweiße (Autoantikörper) des Immunsystems das Lebergewebe an. Dazu gehören die Autoimmun-Hepatitis, die primär billiäre Zirrhose und die primär sklerosierende Cholangitis (Gallenwegserkrankung).

Angeborene Stoffwechselstörungen

Hier sind fehlproduzierte Stoffwechselprodukte das Gift. Menschen mit Hämochromatose haben zu viel Eisen im Blut. Morbus Wilson führt durch Kupfereinlagerung zur Leberzirrhose. Genau wie Autoimmunkrankheiten kommen sie sehr selten vor.

Kryptogene Zirrhosen

Ist keine Ursache für eine Leberzirrhose feststellbar, spricht man von einer kryptogenen Zirrhose.

Leberschäden durch Medikamente und Gifte

Eine Vielzahl an Medikamenten, Umweltgiften und einige Pflanzen haben ein leberschädigendes Potential. Man unterscheidet

  • obligat leberschädigende Fremdstoffe: Sie führen vorhersehbar abhängig von der Dosis zu Leberschäden (Paracetamol, Knollenblätterpilz)
  • fakultativ leberschädigende Fremdstoffe: Sie führen manchmal und unabhängig von der Höhe der Dosis zu Leberschäden (die meisten Medikamente, Anti-Baby-Pille)

Die Leberschäden, die diese Fremdstoffe anrichten, können die unterschiedlichsten Leberkrankheiten initiieren. Sie können zum akuten Leberversagen führen oder in eine chronische Leberkrankheit münden. Auch Leberkrebs ist möglich. Wird der auslösende Fremdstoff nicht entfernt (zum Beispiel das Medikament abgesetzt) kommt es zur Entwicklung einer Leberzirrhose.

Einige Beispiele für leberschädigende Fremdstoffe:

Medikamente Umweltgifte Pflanzen
Amiodaron (bei Herzrhythmusstörungen) Arsen Beinwell (innere Anwendung vermeiden oder zeitlich begrenzen; zur äußeren Anwendung stehen Produkte mit niedrigem Gehalt an Pyrrolizidinalkaloiden zur Verfügung)
Anti-Baby-Pille Kadmium Huflattich (außer aus kontrolliertem Anbau mit niedrigem Gehalt an Pyrrolizidinalkaloiden)
Isoniazid (zur Behandlung der Tuberkulose) Phosphor Hundszunge
Methotrexat (Basistherapeutikum bei rheumatoider Polyarthritis) Tetrachlorkohlenstoff (in Terpentinersatz, Petroleum, Klebern, Lacken, Farben sowie Kunststoffmaterialien (PVC) enthalten Knollenblätterpilz
Paracetamol (Fiebersenker und Schmerzmittel) Vinylchlorid (Ausgangsprodukt für PVC-Herstellung) Pestwurz (es gibt jedoch Pyrrolizindinalkaloid-freien Pestwurzblätter-Extrakt)
Penicillin (Antibiotikum) Dioxine Rainfarn
Vitamin A Hexachlorbenzol (Saatbeizmehl) Raute

Symptome Leberzirrhose und Leberschäden

Eine Leberzirrhose verursacht lange keine Beschwerden. Zu Leistungsminderung, Druckgefühl im Oberbauch und Übelkeit und Leberhautzeichen mit Ikterus (Gelbsucht) kommt es oft erst bei fortgeschrittener Leberzirrhose. Oft dominieren dann die Komplikationen wie Bauchwassersucht (Aszites) oder Krampfadern der Speiseröhre.

Je weiter die Zirrhose fortschreitet, desto wahrscheinlicher wird das Auftreten von unspezifischen Symptomen wie:

  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Verlust der Leistungsfähigkeit
  • Druck- oder Völlegefühl im Oberbauch
  • Übelkeit, Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Unregelmäßige Regelblutung bei der Frau

Bei Leberzirrhose treten sogenannte Leberhautzeichen auf (einzelne dieser Hautveränderungen können jedoch auch völlig harmlos bei Gesunden vorkommen):

  • Spider naevi (Gefäßspinnen am Oberkörper – rötliche winzige spinnenförmige Punkte)
  • Palmarerythem (rötliche Fingerballen)
  • Lacklippen und Lackzunge
  • Weißnägel und Uhrglasnägel
  • Juckreiz
  • Geldscheinhaut – die Haut ist knittrig und wirkt transparent, die Gefäße scheinen durch
  • Ikterus – Gelbfärbung von Haut, Schleimhäuten und Augenweiß
  • Gynäkomastie beim Mann (vergrößerte Brustdrüsen)

Am deutlichsten wird die Leberzirrhose durch ihre Komplikationen. Aufgrund des Verlusts der Leberfunktion kommt es zur Dekompensation und Entwicklung folgender schwerer Zustände oder Krankheiten:

Pfortaderhochdruck

Durch die Widerstandserhöhung in der knotig veränderten Leber kommt es zum Bluthochdruck der Pfortader. Das Blut muss sich einen anderen Weg suchen, es kommt zur Entstehung von Umgehungskreisläufen im Körper und durch die Druckänderung zur Milzvergrößerung.

Krampfadern der Speiseröhre

Krampfadern in der Speiseröhre (Ösophagusvarizen) sind Zeichen einer fortgeschrittenen Leberzirrhose. Kann das Blut nicht mehr richtig innerhalb der Leber fließen, sucht es sich einen Weg durch die Speiseröhrengefäße, die sich dadurch erweitern und ausleiern. Eine gefährliche Komplikation ist die Blutung aus den Speiseröhrenkrampfadern.

Bauchwassersucht (Aszites)

Durch den Pfortaderhochdruck kann es zur Ansammlung von Wasser im Bauchgewebe kommen. Man nennt dies Bauchwassersucht oder Aszites. Entzündet sich das Bauchwasser, kann es zur Bauchfellentzündung kommen (bakterielle Peritonitis).

Hepatische Enzephalopathie - Gehirnschädigung

Kann die Leber ihrer Funktion als Entgiftungsorgan nicht mehr nachkommen, gelangen giftige Stoffe über die Blutbahn bis ins Gehirn. Hier schädigen sie Nervenbahnen und es kommt zunehmend zu geistiger Verwirrtheit. Dies ist ein Zeichen für eine stark fortgeschrittene Leberzirrhose.

Hepatorenales Syndrom – Nierenschädigung

Im Endstadium der Leberzirrhose kommt es zur Minderdurchblutung der Niere und der Gefahr des Nierenversagens.

Risiko für Leberkrebs

Mit fortschreitender Leberzirrhose besteht ein Risiko für die Entwicklung von Leberzellkrebs.

Anzeige

Diagnose bei Leberzirrhose und Leberschäden

Besteht Verdacht auf eine Leberzirrhose, so muss diese nicht nur erkannt, sondern dringend die Ursache geklärt werden. Nur so kann man das Fortschreiten des Leberschadens möglicherweise aufhalten. Doch das Aufdecken der chronischen Leberkrankheit kann schwierig sein. In der Anamnese muss nach Medikamenteneinnahme und möglichem Alkoholmissbrauch geforscht werden. Bei Alkoholsucht können manchmal Bekannte oder Freude des Betroffenen den Verdacht bestätigen, da sich der Betroffene für seine Sucht schämt oder sie verleugnet.

Körperliche Untersuchung

Die körperliche Untersuchung liefert Hinweise auf Bestehen einer Leberzirrhose. In der Tastuntersuchung der Leber findet der Arzt eine vergrößerte Leber mit dem Rand weit unterhalb des rechten Rippenbogens. Der Leberrand ist härter als normal. Gleichzeitig besteht meist eine vergrößerte Milz auf der linken Körperseite. Der erfahrene Diagnostiker achtet auf die Leberhautzeichen wie Gefäßspinnen oder Uhrglasnägel. Bei fortgeschrittener Leberzirrhose fallen eine starke Abmagerung, ein Ikterus (Gelbsucht) oder Ödeme (Wassereinlagerungen) an den Beinen auf.

Laboruntersuchung

Die Blutuntersuchung auf erhöhte Leberwerte liefert weitere Hinweise. Die Lebertransaminasen und die Gamma-GT können erhöht sein. Bei „ausgebrannter“ Zirrhose können die Leberwerte jedoch auch normal sein. Bestimmung von Fibrosemarkern oder Gallesäuren geben weitere Hinweise. Bei Verdacht auf chronische Virushepatitis, seltene Autoimmunkrankheiten oder Stoffwechselstörungen gibt es spezielle Labordiagnostik.

Bildgebende Verfahren

Im Ultraschall kann man die Knoten der Leberzirrhose erkennen. Auch eine Wasseransammlung im freien Bauchraum bei Aszites (Bauchwassersucht) kann so dargestellt werden. Ist im Ultraschall nichts zu erkennen, ist es ratsam, weitere bildgebende Verfahren oder eine Gewebeentnahme durchzuführen.

Gewebeentnahmen

Eine Leberbiopsie dient der Entnahme einer Gewebeprobe aus der Leber. Dafür punktiert der Arzt unter Sicht mittels Ultraschall die Leber durch die Haut mit einer speziellen, langen Nadel. Anschließend wird die Probe unter dem Mikroskop begutachtet. Für die Diagnose der Autoimmunhepatitis, billiären Zirrhose und sklerosierenden Cholangitis ist die Biopsie sehr wichtig.

Oft lässt sich die Leberzirrhose mittels Laparoskopie (Bauchspiegelung) besser erkennen. Dafür wird mit einem etwas größeren Instrument die Bauchdecke durchstochen um die Gewebeprobe zu entnehmen, zudem kann die Leber makroskopisch (als großes Ganzes und nicht nur ein mikroskopischer Ausschnitt) beurteilt werden.

Hat die Leberzirrhose bereits zu Komplikationen wie blutenden Krampfadern der Speiseröhre geführt, erübrigt sich oft die Gewebeentnahme. Wichtig ist es, die Prognose (Vorhersage über Verlauf und Heilbarkeit) für den Betroffenen zu ermitteln. Dafür gibt es den Child-Pugh-Score. Es werden fünf verschiedene Grenzwerte ermittelt und ergeben eine Einteilung in drei Schweregrade: Child A, Child B und Child C. Diese Prognose dient auch der richtigen Therapieplanung.

Noch schwerer kann es sein, einen Leberschaden aufgrund eines Medikaments oder Giftes zu erkennen, da toxische Leberschäden alle Arten von Leberkrankrankheiten imitieren.

Behandlung Leberzirrhose und Leberschäden

Behandlungsziel bei Leberzirrhose ist es, den Schaden einzudämmen und den Prozess aufzuhalten. Da der Leber 15% ihres Gewebes ausreichen um zu funktionieren, gilt es, neben den allgemeinen Maßnahmen und Lindern der Komplikationen die Grundkrankheit zu behandeln.

Behandlung bei Alkohol als Ursache

Liegt eine Alkoholabhängigkeit vor, muss der patient einen gezielten Entzug mit anschließender mehrwöchiger Entwöhnungskur absolvieren, am besten in einer spezialisierten Suchtklinik. Etwa 50% aller Alkoholiker bleiben nach dieser Behandlung trocken. Der vollständige Verzicht auf Alkohol ist nötig, um die Leberzirrhose zu stoppen.

Behandlung bei Virushepatitis als Ursache

Bei Leberzirrhose aufgrund chronischer Hepatitis B und C kann man die Viren ausschalten oder die Menge (Viruslast) verringern. Hierfür gibt man virenhemmende Medikamente wie Interferon. Diese Medikamente haben jedoch teils starke Nebenwirkungen.

Medikamente und Umweltgifte – rasches Handeln ist erforderlich

Der Kontakt mit dem Fremdstoff, der zu einem Leberschaden führt, muss sofort und langfristig vermieden werden. Das verursachende Medikament muss abgesetzt werden. Bei einigen wenigen Vergiftungen gibt es Gegengifte (z.B. N-Acetylcystein zur Behandlung bei Paracetamol-Vergiftung).

Behandlung bei Stoffwechsel- und Autoimmunkrankheiten

  • Bei Hämochromatose hilft ein regelmäßiger Aderlass, um das überschüssige Eisen aus dem Körper zu entfernen.
  • Bei Autoimmunhepatitis gibt man Kortison um die Immunreaktion zu unterdrücken.
  • Bei Morbus Wilson gibt man Wirkstoffe, die Kupfer binden und ausscheiden.

Ernährungsmedizinische Maßnahmen

Eine Mangelernährung bei Leberzirrhose muss behoben werden, eine geregelte Ernährung fördert den Genesungsprozess. Die tägliche Energiezufuhr sollte 35-40kcal pro Kilogramm Körpergewicht betragen, die Eiweißzufuhr 1,2-1,5g pro Kilogramm Körpergewicht. Ist der Ernährungszustand sehr schlecht, kann Flüssignahrung über einen Schlauch (Sondenkost) gegeben oder über die Vene (parenteral) ernährt werden. Vitamin K und Vitamin B1 sollten substituiert werden.

Besteht Hepatische Enzephalopathie so muss nach neuen Kenntnissen besonders eiweißreiche Kost zugeführt werden.

Behandlung der Komplikationen

Ein Pfortaderhochdruck muss medikamentös gesenkt werden. Kommt es zur Blutung aus den Krampfadern der Speiseröhre, kann diese im Rahmen einer Speiseröhren-Magen-Spiegelung gestoppt werden. Patienten mit Bauchwassersucht bekommen Medikamente zur Entwässerung, bei Bauchfellentzündung muss mit einem Antibiotikum behandelt werden.

Lebertransplantation als letzte Maßnahme

Der Zustand von Menschen, die an Komplikationen der Leberzirrhose leiden, ist manchmal sehr schlecht. Besteht schon ein Child C (Einteilung der Prognose nach dem Child-Pugh Score) so wird zu einer Lebertransplantation geraten. Dafür gibt es spezielle Transplantationszentren.

Vorbeugen

  • Als Frau sollten Sie nicht mehr als 12g Alkohol pro Tag trinken (entspricht ¼ Liter Bier oder 1/8 Liter Wein) mit mindestens 2 alkoholfreien Tagen pro Woche.
  • Als Mann sollten Sie nicht mehr als 25g Alkohol pro Tag trinken (entspricht ½ Liter Bier oder ¼ Liter Wein) mit mindestens 2 alkoholfreien Tagen pro Woche.
  • Um Hepatitis B vorzubeugen, gibt es eine Impfung. Diese wird heute von der ständigen Impfkommission des Robert-Koch Instituts (STIKO) für alle Kinder empfohlen. Reisende in Risikogebiete und Krankenhauspersonal sollten sich ebenfalls impfen lassen.
  • Gegen Hepatitis C kann man sich nicht impfen – grundsätzlich empfehlenswert sind Schutzmaßnahmen wie Kondome beim Geschlechtsverkehr und Handschuhe beim Blutabnehmen.
  • Kontakt mit leberschädigenden Lösungsmitteln sollten Sie vermeiden. Beachten Sie und Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Chemikalien am Arbeitsplatz!

Leberschutz aus der Natur

Heilpflanzen können die Leber schützen und das Organ sogar aktiv bei der Regeneration unterstützen. Sie wirken lindernd bei Völlegefühl, Übelkeit, Appetitlosigkeit oder verminderter Leistungsfähigkeit, die durch eine Leberkrankheit verursacht wurden. Sie können und sollten sogar unterstützend zur Behandlung der Leberzirrhose eingesetzt werden, da die schulmedizinische Behandlung oft schwierig ist. Pflanzliche Wirkstoffe können die Lebensqualität für die Betroffenen verbessern.

Hilfe auf einen Blick:
  • Mariendistelfrüchte-Extrakt enthält den Wirkstoffkomplex Silymarin. Dieser kann aktiv die Leberzellen regenerieren. Als Fertigpräparat wirkt es bei Leberzirrhose und Leberschäden durch Medikamente und Gifte.
  • Artischockenblätter-Extrakt schützt vorbeugend die Leber, verbessert die Fettverdauung und lindert Beschwerden bei Leber- und Gallekrankheiten wie Appetitlosigkeit, Völlegefühl und Übelkeit.

Mariendistelfrüchte

Die Mariendistel ist ursprünglich in Kleinasien, Nordafrika und Südeuropa beheimatet. Im Altertum nutzte sie schon der griechische kräuterkundige Arzt Dioskurides. Mittlerweile hat sie sich auch in Europa verbreitet, wo sie gern auf trockenem Ödland wächst. Ihre Namensgeberin ist die Jungfrau Maria, denn die weiß-marmorierten Blätter der Distel stellten in einer Legende ihre Brustmilch dar, die auf die Blätter tropfte. Als Lebermittel wurde sie erst im 18. Jahrhundert entdeckt.

Die Früchte der Mariendistel sind der wirksame Bestandteil der pflanzlichen Arznei. Mariendistelfrüchte-Extrakt enthält ein Gemisch aus Flavonoiden mit dem Hauptbestandteil Silybinin. Dieser Wirkstoffkomplex wird Silymarin genannt und hat die Fähigkeit, Leberzellen zu regenerieren. Silymarin stabilisiert Leberzellwände, wirkt als Sauerstoffradikalfänger und hemmt Entzündungsprozesse.

Zum Vorbeugen als Leberschutzmittel und bei Leberkrankheiten wie der Fettleber, Leberentzündung und Leberzirrhose kann es unterstützend eingesetzt werden. Da es kein chemisches Medikament bei Leberzirrhose gibt, ist neben der Behandlung der Grundkrankheit die Gabe von Silymarin bzw. Mariendistelfrüchte-Extrakt eine wichtige Möglichkeit, die Regeneration der Leber aktiv zu fördern.

Auch bei medikamentösen oder durch Vergiftungen verursachten Leberschäden kann Mariendistelfrüchte-Extrakt sinnvoll eingesetzt werden. Dabei sollte man sicherstellen, dass der schädigende Fremdstoff nicht mehr eingenommen wird!

Eine Ausnahme bildet die Behandlung der Tuberkulose: Isoniazid, eines der vier klassischen Tuberkulosemittel muss trotz erhöhter Leberwerte und potentieller Leberschädigung weiter eingenommen werden. Sehr hilfreich kann hier die begleitende Gabe von Silymarin sein.

Ein weiteres Beispiel bildet die Knollenblätterpilzvergiftung: der Betroffene muss in die Klinik und rasches Handeln ist erforderlich. Silybinin ist das wirksame Gegengift und wird über die Vene (intravenös) verabreicht. Schulmedizin und Naturheilkunde können sich also bei der Behandlung der Leberzirrhose und Leberschäden die Hand reichen.

Da der Wirkstoffkomplex Silymarin aus den Mariendistelfrüchten schlecht wasserlöslich ist, sollte man das Fertigpräparat anwenden, das in Form von Tabletten oder Dragees erhältlich ist. Der Gehalt an Silymarin in Mariendistelfrüchte-Extrakt sollte pro Tag mindestens 150-200mg betragen.

Artischockenblätter

Die Artischocke ist mehr als ein edles Gemüse der mediterranen Küche. Artischockenblätter enthalten Bitterstoffe. Artischockenblätter-Extrakt steigert den Gallefluss, regt die Verdauungstätigkeit an, normalisiert die Fettverdauung und reduziert erhöhte Blutfette (Cholesterin). Deshalb wirken Artischockenblätter-Extrakte lindernd bei Übelkeit, Appetitlosigkeit, Völlegefühl und Aufstoßen – nach einer fettreichen Mahlzeit und wenn diese Beschwerden durch Leber- und Gallekrankheiten verursacht sind.

Über seine antioxidative Wirkung als Sauerstoffradikalfänger bietet Artischockenblätter-Extrakt einen Leberschutz und kann bei Leberschäden durch Medikamente und Gifte die Leber unterstützend regenerieren.

Dafür sollte ein Fertigpräparat oder der Frischpflanzenpresssaft aus der Apotheke eingenommen werden – Artischockenblätter als Gemüse zubereitet sind schmackhafter, enthalten jedoch zu wenig wirksame Inhaltsstoffe.

Sojaphospholipide

Sojaphospholipide werden aus der Sojabohne gewonnen und gelten als Nahrungsergänzungsmittel. Sie enthalten viele ungesättigte Fettsäuren wie Linolensäure, können erhöhte Blutfette senken und die Leber vorbeugend schützen. Bei Leberschäden, die durch Medikamente oder Gifte verursacht wurden, können sie Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Druckgefühl im Bauch und Übelkeit lindern.

Wann zum Arzt?

Wenn Sie bei sich oder einem ihrer Angehörigen die folgenden Symptome bemerken, ist eine ärztliche Untersuchung ratsam:

  • Wenn Sie sich zunehmend abgeschlagen und müde fühlen, unter Appetitlosigkeit, Übelkeit und Druckgefühl im Bauch leiden, um neben einer Leberkrankheit eine Vielzahl möglicher Krankheiten abklären zu lassen.
  • Wenn Ihre Haut und das Augenweiß gelblich erscheinen.
  • Wenn Sie auf ihren Alkoholkonsum angesprochen werden oder selbst bemerken, dass sie zu viel trinken.
  • Bei bestimmten Medikamenten, die Sie einnehmen müssen regelmäßig zur Kontrolle der Leberwerte.
Quellen:
  • Hepatologie für die Praxis (G. Pape und B. Göke; Urban & Fischer Verlag)
  • Indikationen zur Leberbiopsie (A. Tannapfel, H.-P. Dienes, A. W. Lohse; Deutsches Ärzteblatt | Jg. 109 | Heft 27 | 9. Juli 2012)
  • Innere Medizin (Classen, Diehl, Kochsiek; Urban & Schwarzenberg Verlag)
  • Ernährungsmedizin (H. Biesalski, S. Bischoff, Ch. Puchstein; Thieme Verlag)
  • Leitfaden Phytotherapie (H. Schilcher, S. Kammerer, T. Wegnener; Urban & Fischer Verlag)
  • Pharmakognosie, Phytopharmazie (Hänsel, Sticher; Springer Verlag)
  • Heilpflanzenpraxis heute (S. Bäumler; Urban & Fischer Verlag)
  • Urania Pflanzenreich – Blütenpflanzen 1+2 (Urania Verlag)

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.

Anzeige
   Diese Heilpflanzen können helfen:
   Pflanzliche Medikamente bei Leberzirrhose und Leberschäden:
* Hinweis
Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

News zu Leberzirrhose und Leberschäden

Das Mariendistelextrakt Silibinin ist eine Wunderwaffe gegen einige Lebererkrankungen. Kürzlich veröffentlichte Studien zeigen, dass es auch bei chronischer Hepatitis C eingesetzt werden kann. Der Vorteil: Silibinin wirkt ähnlich gut w...