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Herzinsuffizienz Therapie

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Geschrieben von 2011-02-08
Zuletzt aktualisiert am 2013-09-2222.09.2013
Herzinsuffizienz Therapie

Es bestehen vielfältige Möglichkeiten

Wie so oft in der Medizin ist die Prophylaxe die beste Therapie. Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und ausreichend Bewegung beugt Bluthochdruck, Arteriosklerose und Herzinfarkt vor, welche unter den zahlreichen Ursachen für eine Herzinsuffizienz die vorderen Ränge belegen. Eine Therapie der zu Grunde liegenden Erkrankung, wie z.B. eine Behandlung des Blutdruckes, eine Operation der geschädigten Herzklappen oder von angeborenen Gefäßengen sollte in jedem Fall Teil der Therapie einer Herzinsuffizienz sein, um das weitere Voranschreiten der Erkrankung zu verhindern. Wird Die Diagnose gestellt, liegt eine Reduktion der meist vorhandenen Risikofaktoren nahe um in Zusammenschau mit den medikamentösen Therapieoptionen ein optimales Ergebnis zu erzielen. Namentlich handelt es sich hierbei um Gewichtsreduktion, Alkohol- und Nikotinkarenz, Beschränkung der Trinkmenge und der Salzaufnahme sowie moderates körperliches Training in Abhängigkeit vom Grad der Herzinsuffizienz.

Die Therapie der eigentlichen Herzinsuffizienz erfolgt meist medikamentös und orientiert sich am Stadium und der zu Grunde liegenden Krankheit.

Diuretika (z.B. Furosemid, Hydrochlorothiazid):

Hierbei handelt es sich um Medikamente welche an der Niere eine vermehrte Ausscheidung von Wasser und Salzen bewirken. Mediziner verwenden häufig den Ausdruck des „Ausschwemmens“ der Ödeme (Wasseransammlungen in Beinen und Lunge). Damit wird der erste Teil der Kompensationsmechanismen des Körpers ausgehebelt, welche das geschädigte Herz zusätzlich belasten (siehe Abschnitt Ursachen/Kompensationsmechanismen). Diese Medikamentengruppe ist seit Langem als Standardtherapie der Herzinsuffizienz etabliert und sehr gut verträglich. Da sie in nicht unerheblichem Maße in Salz- und Wasserhaushalt des Körpers eingreifen, sollte zu Beginn der Therapie eine Kontrolle dieser Werte erfolgen.

Digitalisglykoside (z.B. Digoxin, Digitoxin)

Medikamente dieser Klasse erhöhen direkt die Kontraktionskraft des Herzens. Eine weitere Wirkung besteht in der verzögerten Reizleitung der Herzerregung, weshalb diese Medikamente bevorzugt bei Herzinsuffizienzen, die durch schnelle Rhythmusstörungen hervorgerufen werden („Tachykardien“) eingesetzt werden. Dieser Effekt kann jedoch unter Umständen auch zur Gefahr werden. Die „therapeutische Breite“ (Dosisbereich zwischen noch-nicht-wirksam und giftig) dieser Medikamente ist sehr gering. Bei Überdosierung treten Übelkeit, Störung des Farbensehens und gefährliche Herzrhythmusstörungen auf.

Viele Pflanzen enthalten natürliche Digitalisglykoside, am bekanntesten ist wahrscheinlich der in Mitteleuropa häufig vorkommende rote Fingerhut (der jedoch auf Grunde der hohen Konzentration des Wirkstoffes giftig ist – gefährliche Herzrhythmusstörungen)

ACE-Hemmer (z.B Captopril, Enalapril, Ramipril)

Die Abkürzung ACE steht für den englischen Begriff „Angiotensin-Converting-Enzym“ und dieses Medikament verhindert (wie der Name schon sagt) die Bildung dieses Enzyms. Damit greifen Medikamente dieser Gruppe direkt in einen weiteren „schädlichen“ Kompensationsmechanismus des Körpers (siehe Abschnitt Ursachen/Kompensationsmechanismen) ein. Sie senken den Blutdruck (und vermindern dadurch die Herzarbeit) und wirken dem Umbau des Herzmuskels entgegen, machen ihn teilweise sogar rückgängig. Nebenwirkungen sind trockener Husten, (zu) niedriger Blutdruck, allergische Hautreaktionen und eine Störung des Salzhaushaltes. Extrem selten kann es bei Patienten mit einer angeborenen, beidseitigen Verengung der Nierenarterien zu einem akuten Nierenversagen unter der Therapie mit ACE-Hemmern kommen. In der Schwangerschaft sollten ACE-Hemmer auf keinen Fall eingenommen werden.

AT1-Antagonisten (z.B. Losartan, Valsartan)

Medikamente dieser Gruppe greifen in dasselbe System wie ACE-Hemmer ein. Sie blockieren den Rezeptor, an dem Angiotensin eigentlich wirken soll (und nicht dessen Bildung wie die ACE-Hemmer). Da der medikamentöse Eingriff in derselben Enzymkaskade erfolgt, sind die Wirkungen vergleichbar. Da der Eingriff jedoch später erfolgt, ist diese Medikamentengruppe mit deutlich weniger Nebenwirkungen assoziiert. Namentlich der trockene Reizhusten als häufige Nebenwirkung der ACE-Hemmer tritt bei der Einnahme von AT1-Antagonisten viel seltener auf. Typische Nebenwirkungen beinhalten Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schwindel.

Betablocker (z.B. Bisoprolol, Metoprolol)

Eigentlich ist die Domäne dieser Medikamente die Behandlung des Bluthochdruckes (der jedoch oft eine der Ursachen für die Herzinsuffizienz ist). Sie wirken sich jedoch auch positiv auf die eingangs erwähnte „Downregulation“ der Noradrenalin-Rezeptoren am Herzen aus (sie besetzen diese Rezeptoren an der Stelle von Noradrenalin, haben jedoch keinerlei Effekt) und wirken sich bei korrekter Einnahme nachweislich lebenszeitverlängernd aus. Nebenwirkungen beinhalten Verlangsamung des Herzrhythmus, Asthmaanfälle, Erektionsstörungen, Müdigkeit und depressive Verstimmungen. Betablocker sollten bei gestörter Lungenfunktion (Asthma, chronisch obstruktive Lungenerkrankung) und verlangsamtem Grundrhythmus des Herzens („Bradykardie“ und „AV-Block“) nur mit äußerster Vorsicht und bei Unverträglichkeit anderer, blutdrucksenkender Medikamente eingenommen werden, da sie die bestehenden Symptome deutlich verschlechtern können.

Nitrate (z.B. Nitrolingual Pumpspray)

Diese Stoffgruppe bewirkt am venösen Teil des Gefäßsystems eine Weitstellung der Gefäße und damit einen verminderten Rückstrom zum Herzen, was dieses ebenfalls entlastet. Das Problem einer Therapie mit Nitraten besteht vor allem in der Toleranzentwicklung. Nach einer gewissen Zeit verlieren die Medikamente ihre Wirkung. Als Notfallmedikament wird es häufiger eingesetzt als zur Dauermedikation. Nebenwirkungen beinhalten unter Anderem Kopfschmerzen und Gesichtsröte („Flush“). Auf Grund des relativ schnellen und ausgeprägten Wirkungseintrittes kann es zu starken Blutdruckabfällen und einer reflektorischen Erhöhung der Herzfrequenz kommen („Reflextachykardie“).

Liegt der Herzinsuffizienz eine Störung des Herzrhythmus zu Grunde, ist oft die Implantation eines Schrittmachers nötig.

Im Endstadium der Herzinsuffizienz ist eine medikamentöse Therapie oft nicht mehr ausreichend um den Betroffenen eine ausreichende Lebensqualität zu bieten. In diesem Fall hilft oft nur noch die Transplantation eines Fremdorgans bzw. der überbrückende Einsatz eines Kunstherzens, bis ein Spenderorgan zur Verfügung steht.

Link- und Buchtipps:
  • herzstiftung.de Link
  • „Herzinsuffizienz: Patientenratgeber – Leben mit der Erkrankung“ von Ulrike Didjurgeit, Doris Hemman und Ute Sternenberg
  • „Gesund und fit in der 2. Lebenshälfte“ von Jürgen Ennker und Detlef Pietrowski

Diese Anzeige wird von der Redaktion gepflegt. Hier werden pflanzliche Wirkstoffe angezeigt, die naturheilkundlich oder laut Schulmedizin bei diesem Krankheitsbild angewandt werden können. Die Angaben können teilweise noch nicht vollständig sein. Die Wirkstoffe können sich in der Extrakt-Form und in der Herstellung unterscheiden. Jegliche verfügbaren Informationen dienen auf DocJones.de dienen der Erstinformation und werden insbesondere nicht von approbierten Ärzten auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt nicht ersetzen.